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Trump droht mit NATO-Austritt: Allianz nur "Papiertiger"?

1. April 2026

Zieht Donald Trump die USA aus der NATO ab? Wegen mangelnder Hilfe im Iran-Konflikt kritisiert der US-Präsident das Bündnis scharf als „Papiertiger“ und droht offen mit dem Austritt der Großmacht.

USA Washington 2026 | Donald Trump unterzeichnet Erlass im Oval Office
US-Präsident Donald Trump ist verärgert über die europäischen NATO-PartnerBild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance

Die britische Zeitung "Daily Telegraph" ​berichtet, Donald Trump habe auf die ‌Frage, ob er die US-Mitgliedschaft in der NATO überdenke, geantwortet: "Oh ja, ich würde sagen, ‌das ​geht über eine reine Überlegung hinaus."

Er habe schon lange Zweifel ​an der Glaubwürdigkeit des Bündnisses, so der Präsident der Vereinigten Staaten. "Ich wusste schon immer, dass sie ⁠ein ​Papiertiger ist, und ​Putin weiß das übrigens auch", sagte ​Trump mit ‌Blick auf Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Müssen Beziehung prüfen

US-Außenminister Marco Rubio hatte sich in einem Interview des Senders Fox News zum Iran-Krieg ähnlich geäußert. "Ich denke also, dass es leider keinen Zweifel gibt, dass wir nach Abschluss dieses Konflikts diese Beziehung neu bewerten müssen", so Rubio. "Wir werden den Wert der NATO und dieses Bündnisses für unser Land neu prüfen müssen."

Letztlich sei das eine Entscheidung des Präsidenten. "Und er wird sie treffen müssen", sagte Rubio.

Die US-Regierung kritisiert seit Wochen die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der NATO-Partner im Iran-Krieg. Es geht unter anderem um die Nutzung von Stützpunkten und um Hilfe bei der Sicherung der für die Weltwirtschaft bedeutenden Straße von Hormus.

Ein wichtiger Grundpfeiler des Verteidigungsbündnisses ist die gegenseitige Beistandspflicht der Verbündeten im Angriffsfall nach Artikel 5. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg ist davon nicht abgedeckt.

EU-Staaten auf Distanz

Zuletzt hatten mehrere europäische Länder die Nutzung von Stützpunkten auf ihrem Boden durch die US-Armee eingeschränkt. Am Dienstag war bekannt geworden, dass die italienische Regierung der US-Armee die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien für einen Kampfeinsatz im Iran-Krieg verweigert hatte.

Nach einem Nein aus Rom kann die US-Armee den Luftwaffenstützpunkt Sigonella auf Sizilien nicht nutzenBild: Filippo Monteforte/AFP

Eine Anfrage des US-Militärs, mehrere Kampfflugzeuge auf der nahe Catania gelegenen Basis Sigonella landen zu lassen, sei abgewiesen worden, hieß es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Rom. Am Montag hatte Spanien seinen Luftraum für US-Flugzeuge geschlossen, die Einsätze gegen den Iran fliegen. Die Briten hatten den US-Streitkräften erst mit Verzögerung die Nutzung ihrer Stützpunkte genehmigt - und auch nur für Verteidigungszwecke.

Starmer gibt Contra

Angesprochen auf Trumps Äußerungen bezeichnete Großbritanniens Premierminister Keir Starmer die NATO, als "effektivstes Militärbündnis", das die Welt je gesehen habe. Starmer betonte, dass er bei seinen Entscheidungen stets im Interesse des Vereinigten Königreichs handele.

Der britische Premier Starmer lobt die NATO als "effektiv"Bild: Brook Mitchell/REUTERS

"Ganz gleich, wie groß das Getöse ist", sagte Starmer und fügte hinzu: "Deshalb habe ich sehr klargemacht, dass dies nicht unser Krieg ist". Ähnlich wie Starmer hatte sich auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz geäußert.

haz/AR (rtr, dpa, afp)

Redaktionsschluss 17.35 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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