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Margot Friedländer: Platz in Berlin trägt nun ihren Namen

7. Mai 2026

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer engagierte sich bis zuletzt als Zeitzeugin. Nun erinnert ein Platz an die Berliner Ehrenbürgerin, die 2025 im Alter von 103 Jahren verstorben war.

Bildinhalt I DW I  Margot Friedländer (17.05.2023)
Margot Friedländer (2023) - ihre Botschaft: Sei ein MenschBild: Sarah Hofmann

Mit einem Festakt ist an diesem Donnerstag der bislang namenlose Vorplatz des Abgeordnetenhauses in Berlin nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer benannt worden. "Wir ehren damit eine große Berlinerin und einen Menschen, dessen Leben uns zu dauerhaftem Erinnern verpflichtet", sagte Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld bei der Feierstunde im Plenarsaal.

"Ihre Mission war klar, für die zu sprechen, die nicht mehr sprechen konnten. Sie tat das unermüdlich, vor allem für junge Menschen", führte Seibeld von der konservativen CDU weiter aus. Den Platz vor dem Abgeordnetenhaus nach Friedländer zu benennen, sei eine dauerhafte Mahnung. "Sie hat uns etwas mitgegeben: den Auftrag hinzusehen und Verantwortung zu übernehmen."

Vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin Bild: Sebastian Gollnow/dpa/picture alliance

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sagte, Friedländer sei der Beweis dafür, dass Menschlichkeit über Unmenschlichkeit siegen könne. "Margot Friedländer hielt den Blick stets auf das Gute gerichtet. Sie vertraute auf Humanität und Toleranz."

Aber sie habe auch die Gefahren für die Demokratie gesehen und den wachsenden Antisemitismus, so der Regierende Bürgermeister weiter. "Deshalb ist es unsere Pflicht, Margot Friedländers aufklärerisches Wirken mit ganzer Kraft fortzusetzen."

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner während der FeierstundeBild: Sebastian Gollnow/dpa/picture alliance

Friedländer stammte aus einer jüdischen Familie in Berlin. Von den Nationalsozialisten wurde sie ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Ihre Mutter und ihr Bruder wurden im KZ Auschwitz ermordet. 

Mit 88 Jahren zurück nach Berlin

Nach der Befreiung von Theresienstadt 1945 durch Soldaten der sowjetischen Roten Armee emigrierte Friedländer mit ihrem Ehemann in die USA. 2008, im Alter von 88 Jahren, kehrte sie in Deutschlands Hauptstadt zurück. Sie lebte dort bis zu ihrem Tod am 9. Mai 2025. 

Friedländer gehörte zu den meistgeachteten und öffentlich aktivsten Zeuginnen der Judenverfolgung durch die Nazi-Diktatur. Bis zuletzt setzte sie sich unermüdlich für Erinnerung, Aufklärung und Menschlichkeit ein. 

Für ihr Wirken erhielt sie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Die von ihr gegründete Margot-Friedländer-Stiftung setzt ihre Arbeit nach ihrem Tod fort.

se/AR (dpa, epd, afp)

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