1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Unwetter: Land unter in Marokko

8. Februar 2026

Jahrelang wurde Marokko von einer Dürre geplagt. Jetzt kommt es dort innerhalb kurzer Zeit erneut zu ungewöhnlich starken Regenfällen. Auch Spanien und Portugal bereitet ein neues Sturmtief Sorgen.

Marokko Ksar al-Kebir 2026 | Drohnenaufnahme eines überschwemmten Gebiets nach starken Regenfällen
Die Überschwemmungen in Ksar al-Kebir aus der VogelperspektiveBild: The Royal Moroccan Gendarmerie/REUTERS

Angesichts heftiger Regenfälle sind in Marokko Zehntausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Das Innenministerium in der Hauptstadt Rabat gab ihre Zahl zuletzt schon mit mehr als 150.000 an, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP am Sonntag meldete. Über die Ufer trat unter anderem der Sebou, einer der größten marokkanischen Flüsse.

Betroffen ist vor allem der Norden des afrikanischen Landes, etwa Ksar al-Kebir. Etliche Stadtviertel wurden weitgehend evakuiert. Der Zugang zu mehreren Dörfern in der Region ist abgeschnitten.

Drohnenaufnahme eines überschwemmten StadtviertelsBild: The Royal Moroccan Gendarmerie/REUTERS

Erst im Dezember waren durch Unwetter und nachfolgende Überschwemmungen in Marokko 37 Menschen ums Leben gekommen. Der starke Regen folgte einer jahrelangen Dürre mit wenig Niederschlägen.

Angst vor Tief "Marta"

Auch in Spanien und Portugal bereiteten sich die Behörden auf weitere heftige Regenfälle vor, verursacht durch das neue Sturmtief "Marta". In großen Teilen der südspanischen Region Andalusien sowie im Nordwesten Spaniens wurde am Samstag die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen, ebenso in Portugal für die gesamte Küste und etliche Bezirke im Zentrum und Süden des Landes. In den vergangenen Tagen hatte bereits das Tiefdruckgebiet "Leonardo" für Überflutungen und Erdrutsche auf der Iberischen Halbinsel gesorgt.

Sandsäcke als Schutz vor Überschwemmungen im andalusischen Jerez de la FronteraBild: Nacho Frade/IMAGO

Die Flüsse hätten angesichts der Wassermassen "ihre Kapazitätsgrenze erreicht", erklärte der Regionalpräsident von Andalusien, Juan Manuel Moreno, im Onlinedienst X. Viele Straßen blieben vorsichtshalber gesperrt, der Bahnverkehr wurde weitgehend eingestellt.

Auch ein Sprecher der portugiesischen Zivilschutzbehörde betonte, alle Flussgebiete stünden weiterhin unter "enormem Druck" - insbesondere der Tejo in der Region Lissabon und der Sado weiter südlich. Der Wetterdienst Ipma warnte an der Küste vor Wellen von bis zu 13 Metern Höhe.

Leo betet für Betroffene

Papst Leo XIV. sicherte den Betroffenen der Unwetter seinen Beistand zu. Er bete für sie, sagte das Kirchenoberhaupt im Vatikan. Neben der Lage in Spanien, Portugal und Marokko erwähnte er auch die Gemeinde Niscemi auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien, die von einem gewaltigen Erdrutsch betroffen ist. Rund 1500 Menschen hatten dort ihre Häuser an der Abbruchkante verlassen müssen.

wa/haz (dpa, afp, kna)