Mehr als drei Millionen Arbeitslose in Deutschland
29. August 2025
Der Arbeitsmarkt in Deutschland sei nach wie vor von der wirtschaftlichen Flaute der vergangenen Jahre geprägt, erläutert die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Sie gibt sich aber auch optimistisch. Es gebe erste Anzeichen einer Stabilisierung, "wenn auch zarte", so Nahles. Die Kurzarbeit liege weiter auf erhöhtem Niveau, lasse aber seit Jahresbeginn kontinuierlich leicht nach. Diese Maßnahme ist eine vorübergehende Verkürzung der regulären Arbeitszeit, um betriebsbedingte Kündigungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu vermeiden.
Merz: "Herbst der Reformen"
Erstmals seit mehr als zehn Jahren sind über drei Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Die Arbeitslosenquote legte um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent zu. Dies verdeutlicht aus Sicht von Bundeskanzler Friedrich Merz, wie notwendig Reformen für mehr Wachstum und Erwerbsfähigkeit sind. "Darauf wird sich die Bundesregierung konzentrieren", sagte Merz in Toulon am Rande der deutsch-französischen Ministergespräche. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit komme nicht unerwartet. Merz hatte bereits einen "Herbst der Reformen" angekündigt.
Die eingetrübte Lage am Arbeitsmarkt wirft auch ein Schlaglicht auf die wirtschaftliche Schwäche der größten Volkswirtschaft Europas. " Drei Millionen Arbeitslose sind ein Armutszeugnis für die Reformverweigerung der vergangenen Jahre", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger. Deutschland brauche einen echten "Herbst der Reformen". "Die Regierung darf sich nicht in den zahlreichen Kommissionen wegducken und die jetzt notwendigen Entscheidungen weiter vertagen, verschleppen und verwässern", mahnte Dulger.
Negative Folgen für die Konjunktur
Viele Firmen in Deutschland reagieren auf die schwierige Lage mit verstärktem Stellenabbau. Ifo-Präsident Clemens Fuest erwartet angesichts der eingetrübten Lage am Jobmarkt negative Folgen für die Konjunktur. "Der private Konsum ist derzeit schon verhalten, obwohl die verfügbaren Einkommen schneller wachsen als die Konsumentenpreise", sagte der Chef des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts der Nachrichtenagentur Reuters. Viele Haushalte sparten mehr, weil sie sich Sorgen um die Zukunft machten.
fab/jj (dpa, rtr)
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