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GlaubeSpanien

Mehr als 1,2 Millionen Menschen bei Papst-Messe in Madrid

7. Juni 2026

So viele Menschen waren noch nie bei einem Gottesdienst von Leo XIV., seit er vor gut einem Jahr zum Papst gewählt wurde. Bei der Messe in der spanischen Hauptstadt rief er zu einer Rückbesinnung auf den Glauben auf.

Spanien Madrid 2026 | Gläubige bei der Heiligen Messe von Papst Leo XIV. auf der Plaza de Cibeles
Gottesdienstbesucher auf der Plaza de Cibeles in MadridBild: Simone Risoluti/Vatican Media/REUTERS

Papst Leo XIV. hat in Madrid eine Messe unter freiem Himmel zelebriert, an der nach offiziellen Angaben rund 1,2 Millionen Menschen teilgenommen haben. Es war die bisher größte Menschenmenge bei einer Messe Leos, seit der US-Amerikaner im Mai vergangenen Jahres zum Papst gewählt wurde.

Die Polizei musste wegen des Andrangs schließlich die Zugänge sperren, wie spanische Medien berichteten. Anwesend waren unter anderem Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, König Felipe VI., Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor und weitere Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. 

Bei der Messe rief der Papst die Gläubigen zum Eintreten für Nächstenliebe aufBild: Stefano Rellandini/AFP

Bereits im Vorfeld hatten sich knapp 400.000 Menschen aus dem In- und Ausland für die Teilnahme registriert. Da eine Anmeldung jedoch nicht verpflichtend war, kamen viele auch spontan zu der Messe. Zehntausende säumten die Straßen, schwenkten Fahnen und riefen "Lang lebe der Papst", als ​Leo im Papamobil ankam.

In seiner Predigt stellte Leo die enge Verbindung zwischen Glauben und Alltag heraus: "Jesus bleibt nicht eingeschlossen im Tempel, sondern kommt uns entgegen. Jesus geht durch die Straßen, überquert die Plätze, besucht unsere Stadtviertel und wohnt an den Orten unseres alltäglichen Lebens", sagte er auf der Plaza de Cibeles im Zentrum der spanischen Hauptstadt.

"Christus identifiziert sich mit den Armen"

Das Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken rief die Menschen auch dazu auf, sich auf die Quellen ihres Glaubens zu besinnen und zugleich aktiv für Nächstenliebe und Gerechtigkeit einzutreten. Dabei hob der Pontifex die soziale Dimension hervor: Christus identifiziere sich "mit den Armen, den Niedergeschlagenen, den Einsamen und den Verlassenen".

Die Eucharistiefeier fand auf einem eigens errichteten Altar mit einer Fläche von rund 600 Quadratmetern statt. Über dem Zentrum des Altars hing eine monumentale Christusfigur, eine Nachbildung des Christusbildes der Schwestern von Bethlehem. Zusammen mit anderen Geistlichen und Ehrengästen befanden sich nach Angaben der Organisatoren etwa 5000 Personen im unmittelbaren Bereich um den Altar.

Auf dem Weg zur Messe winkte Leo den Gläubigen aus dem PapamobilBild: Yara Nardi/REUTERS

Die Messe wurde über 42 Großbildschirme auch in die umliegenden Straßen der Stadt übertragen. Im Anschluss stand eine Fronleichnamsprozession entlang der Madrider Achse Recoletos–Alcalá auf dem Programm.

Gegen Abschottung und Rechtspopulismus

Am Samstag hatte sich Leo zum Auftakt seiner Spanien-Reise klar gegen rechtspopulistische Tendenzen in der Welt und die Verschärfung des politischen und gesellschaftlichen Klimas positioniert. "Heute scheint die Versuchung, durch das Schüren von Polarisierungen an Popularität zu gewinnen, eher zu wachsen als abzunehmen, die Menschenwürde wird weiterhin verletzt", beklagte er.

Der Papst warnte zugleich vor "identitätsbasierten Ansätzen, die alles erklären zu können glauben, aber die Welt mit Gespenstern und Feinden füllen". Dabei erwähnte er namentlich weder bestimmte rechtspopulistische Parteien noch US-Präsident Donald Trump.

Leo war am Samstag zu seinem sechstägigen Besuch in Spanien eingetroffen. Nach seinem Besuch in Madrid reist er noch nach Barcelona und auf die Kanarischen Inseln.

gri/as (dpa, rtr, kna, afp)

Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

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