Mehr Direktinvestitionen für Entwicklungsländer
26. Juni 2013
Das attraktivste Land für internationale Unternehmen und zugleich Weltmeister bei Auslandsinvestitionen bleiben die USA. Das geht aus dem in Genf veröffentlichten Weltinvestitionsbericht 2013 der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hervor. Zum ersten Mal verbuchten Entwicklungsländer mehr Direktinvestitionen als die Industriestaaten.
Weltweit gingen die Direktinvestitionen 2012 gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 1,35 Billionen Dollar zurück und sanken damit erneut unter das durchschnittliche Jahresniveau vor der Finanzkrise 2007 (1,49 Billionen). Dies zeige, dass die Konjunkturerholung länger brauche als erhofft. Die Gründe seien vor allem anhaltende wirtschaftliche Schwächen und politische Unsicherheiten in vielen Teilen der Welt.
Rückgang für Deutschland
Zum ersten Mal seit Jahren ist die Bundesrepublik nicht mehr in der Gruppe der 20 attraktivsten Standorte für ausländische Direktinvestitionen vertreten. Die Kapitalzuflüsse nach Deutschland brachen den Angaben zufolge von 49 Milliarden Dollar auf nur noch 6,5 Milliarden Dollar ein, was lediglich Rang 39 in der Weltliste bedeutet.
"Der Rückgang ist drastisch, aber kein Grund zur Panik", sagte der Leiter der zuständigen UNCTAD-Abteilung, Jörg Weber. Ursache seien Sondereinflüsse. So hätten 2012 mehrere ausländische Tochterunternehmen in Deutschland ihren Muttergesellschaften geliehene Gelder zurückgezahlt. Das verringere unterm Strich die Summe der Kapitalzuflüsse.
Angeführt wird die Statistik erneut von den USA, gefolgt von China. Unter den europäischen Ländern verbuchten Luxemburg, Spanien, Frankreich und Schweden mehr ausländische Investitionen als die Bundesrepublik.
Mehr Investitionen für die nächsten Jahre
Für die nächsten Jahre rechnet die UN-Wirtschaftsorganisation damit, dass mehr Konzerne ihre krisenbedingte Zurückhaltung aufgeben. Dadurch könnten die weltweiten Investitionen 2014 auf 1,6 Billionen und 2015 auf 1,8 Billionen Dollar steigen.
Hoffnungen verbänden sich mit der Dynamik in Entwicklungsländern, wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte. Er verwies darauf, dass 2012 zum ersten Mal mehr Geld in aufstrebenden als in industrialisierten Ländern angelegt wurde.
52 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen gingen demnach in Entwicklungsländer. In die Industriestaaten flossen mit 561 Milliarden Dollar 32 Prozent weniger als im Vorjahr.
zdh/gmf (dpa)