Mehr Transparenz im Derivatehandel
13. Dezember 2012
Das neue Gesetz wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition und der SPD verabschiedet. Es sieht vor, dass sämtliche Derivategeschäfte an zentrale Register gemeldet werden müssen. Zudem dürfen Termingeschäfte, die außerhalb von Börsen getätigt werden, nicht mehr zwischen den Geschäftspartnern direkt abgewickelt werden, sondern müssen über Abwicklungsstellen geleitet werden. Bisher war der Markt für solche OTC-Geschäfte (OTC - Over The Counter) völlig unreguliert.
Derivate sind handelbare Finanzprodukte, die von Aktien, Zinssätzen, Währungen oder anderen Vermögenswerten abgeleitet sind. Derivate können der Absicherung und dem Risikomanagement dienen, ermöglichen aber auch riskante Wetten, etwa auf die zukünftige Entwicklung von Börsenindizes.
Das weltweite Marktvolumen für Derivate wird auf rund 700 Billionen Dollar geschätzt. Das entspricht dem Zwölffachen der weltweiten Wirtschaftsleistung.
Lehre aus der Krise
Ziel des Gesetzes ist es, mehr Transparenz in den fast unregulierten Markt für Derivate zu bringen. Damit bekommt die Finanzmarktaufsicht einen besseren Überblick über die Aktivitäten am Markt und die eingegangenen Risiken. Bei drohenden Gefahren könnte sie so schneller eingreifen.
Mit dem Gesetz setzt Deutschland eine Verordnung der Europäischen Union um, die wiederum auf Beschlüsse des G20-Gipfels aus dem Jahr 2009 zurückgeht. Die Regulierung des OTC-Derivatehandels ist eine Lehre aus der Finanzkrise, die 2008 durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Dabei wurde deutlich, dass intransparente, frei abgeschlossene Derivategeschäfte erheblich zur Unsicherheit an den Märkten beigetragen.
bea/gmf (dpa, reuters)