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Mexiko: Polizei räumt Protestcamps

14. September 2013

Seit Wochen halten streikende Lehrer den Zócalo-Platz in Mexiko-Stadt besetzt. Sie protestieren gegen eine Bildungsreform. Jetzt hat die Polizei das Lager gestürmt. Bei Ausschreitungen gab es mehrere Verletzte.

Die Polizei in Mexiko-Stadt hat ein Protestcamp von streikenden Lehrern auf dem Zócalo-Platz gestürmt (Foto: reuters)
Bild: Reuters

Nach wochenlanger Besetzung des zentralen Platzes in der mexikanischen Hauptstadt hat die Polizei ein Protestlager von Lehrern gewaltsam geräumt. In den Straßen rund um den Zócalo kam zu Auseinandersetzungen. Die Demonstranten schleuderten Steine und Brandsätze auf die Beamten, die Polizei feuerte Tränengas in die Menge und setzte Wasserwerfer ein.

Bei den Zusammenstößen seien mindestens 28 Menschen verletzt worden, zitierte die Zeitung "El Universal" einen Sprecher des Roten Kreuzes. Die meisten hätten Platzwunden erlitten. Unter den Verletzten seien 15 Polizisten, sagte der Nationale Sicherheitschef Manuel Mondragón y Kalb im Sender Radio Fórmula. Über 20 Demonstranten wurden demnach festgenommen.

"Wir lassen in unserem Kampf nicht nach"

Auf dem Zócalo setzten die Lehrer der Gewerkschaft CNTE ihre Zelte in Brand und bemächtigten sich mindestens eines Baggers. Zahlreiche U-Bahnstationen wurden wegen der Ausschreitungen geschlossen. Über der Innenstadt kreisten mehrere Polizeihubschrauber.

"Wir lassen in unserem Kampf nicht nach, im Moment stellen wir uns neu auf", teilte die Gewerkschaft nach Gesprächen im Innenministerium mit: "Die CNTE bleibt."

Wegen des Unabhängigkeitstags hatte die Polizei den Demonstranten zuvor ein Ultimatum zur Räumung ihres Camps gesetzt. Der Zócalo ist traditioneller Schauplatz des "Grito", mit dem der mexikanische Präsident am Sonntag an den Aufruf zum Freiheitskampf gegen die Spanier erinnert. Am Montag findet auf dem Platz eine Militärparade statt.

Der Protest der Lehrer richtet sich gegen die jüngste Bildungsreform. Diese sieht unter anderem eine regelmäßige Überprüfung der Leistung der Lehrer vor. Zudem sollen die Posten künftig nicht mehr vererbt werden dürfen. Hunderttausende Schüler vor allem im Südwesten des Landes erhalten seit Beginn des Schuljahrs keinen Unterricht.

re/wl (dpa, afp, rtr)

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