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US-Kongresswahlen: Midterms werden zum Referendum über Trump

3. November 2026

Die US-Amerikaner wählen ihren neuen Kongress: Senat, Abgeordnetenhaus, Gouverneure - die Zwischenwahlen stellen wichtige Weichen für die Zukunft der USA. Und sie bewerten immer auch die Politik des Präsidenten.

US-Kongresswahlen 2026 | Wähler in einem Wahllokal in Logan im Bundesstaat Ohio
Bild: Shannon Stapleton/REUTERS

In den USA wird gewählt. Die Amerikanerinnen und Amerikaner stimmen an diesem 3. November aber nicht über den Herrn im Weißen Haus ab, sondern über das Kapitol: Die Midterm elections stehen an.

Diese Zwischenwahlen finden alle vier Jahre statt, immer genau in der zeitlichen Mitte zwischen zwei Präsidentschaftswahlen. Die Wahlberechtigten in den USA entscheiden darüber, wer sie im Repräsentantenhaus und im Senat, den beiden Kongresskammern, vertritt. Außerdem geht es in einigen Bundesstaaten darum, wer Gouverneur oder Gouverneurin werden soll.

Neben diesen Entscheidungen, die klar auf dem Wahlzettel zu sehen sind, wird aber auch noch etwas anderes von den Wählerinnen und Wählern bewertet.

Können die Republikaner ihre Mehrheit im US-Kongress halten?Bild: Blake Fagan/AFP

Die Zwischenwahl ist "häufig ein Referendum über den Präsidenten und die Partei, die gerade an der Macht ist", erklärte J. Miles Coleman, Wahlanalyst beim University of Virginia Center for Politics in den USA, vor den letzten Midterms im Jahr 2022. Wenn das Volk zufrieden ist, schneidet die Partei des Mannes im Weißen Haus besser ab, wenn Unzufriedenheit herrscht, schlechter. Aktuell liegen die Zustimmungswerte von Präsident Donald Trump auf einem Rekordtief.

Wen wählen die Amerikaner bei den Midterms?

Alle Sitze im US-Repräsentantenhaus stehen zur Wahl. Wahlberechtigte im ganzen Land stimmen über die 435 Abgeordneten mit Stimmrecht ab. Ein Abgeordneter oder eine Abgeordnete vertritt jeweils einen Wahlkreis. Diese sind auf Basis der Bevölkerungsdichte eingeteilt. So haben verhältnismäßig große Bundesstaaten wie Wyoming, in denen nur wenige Menschen leben, nur einen einzigen Sitz im Repräsentantenhaus. New Jersey, ein flächenmäßig deutlich kleinerer Bundesstaat, in dem aber mehr Menschen leben, hat 12 Sitze. Abgeordnete werden für eine Amtszeit von zwei Jahren gewählt.

Die Amtszeit eines US-Senators dagegen dauert sechs Jahre. Der Senat, die andere Kammer des Kongresses, verfügt über 100 Sitze - zwei für jeden der 50 Bundesstaaten, unabhängig von ihrer Größe. Alle zwei Jahre wird rund ein Drittel der Sitze neu vergeben. Bei den Zwischenwahlen in diesem Jahr stimmen Amerikanerinnen und Amerikaner über 35 Sitze ab. Anders als fürs Repräsentantenhaus wird daher bei den Midterms nicht in jedem Bundesstaat über die Vertretung im Senat abgestimmt.

Nur rund ein Drittel der Amerikaner bewertet Präsident Donald Trumps Politik aktuell positivBild: Jacquelyn Martin/AP Photo/picture alliance

Außerdem wählen die Menschen in 36 Bundesstaaten ihren Gouverneur oder ihre Gouverneurin. Die Amtszeit liegt meist bei vier Jahren. In den USA werden viele Entscheidungen auf bundesstaatlicher Ebene getroffen, vom Abtreibungsrecht über Bildungsfragen bis hin zur Durchführung aller Wahlen. Ob Demokraten oder Republikaner in einem Staat das Sagen haben, macht somit einen erheblichen Unterschied für das Leben der Bevölkerung.

Wer hat die Mehrheit im US-Kongress?

In beiden Kammern des Kongresses haben aktuell die Republikaner, also die Partei von Präsident Trump, die Mehrheit. Ihr Vorsprung ist allerdings gering.

Im Repräsentantenhaus sitzen derzeit 218 Republikaner, 214 Demokraten und ein unabhängiger Abgeordneter, der normalerweise mit den Republikanern abstimmt. Zwei Sitze sind vakant. Experten sehen es als wahrscheinlich an, dass die Demokraten bei der kommenden Wahl die Mehrheit in dieser Kammer übernehmen. "Es wäre eine Überraschung, wenn die Demokraten nicht mindestens das Repräsentantenhaus gewinnen", sagte Coleman Ende Oktober dem US-TV-Sender CBS.

Im Senat sitzen aktuell 53 Republikaner und 45 Demokraten, sowie zwei unabhängige Senatoren, die normalerweise mit den Demokraten abstimmen. Wenn es bei Abstimmungen im Senat zu einem 50:50-Patt kommt, entscheidet der Vizepräsident. Zurzeit ist somit Trumps Vize, der Republikaner JD Vance, das Zünglein an der Waage.

Darum gehts: Republikaner und Demokraten kämpfen um die Mehrheit im US-KongressBild: Graeme Sloan/Sipa USA/picture alliance

Warum sind die Zwischenwahlen wichtig?

Die Wahlbeteiligung ist bei den Zwischenwahlen zwar niedriger als bei den Präsidentschaftswahlen, dennoch hat das Ergebnis der Midterms entscheidenden Einfluss auf die US-Politik der kommenden Jahre. Während der US-Präsident viel Macht hat und einiges per Erlass (den berüchtigten "executive orders") entscheiden kann, müssen viele Maßnahmen vom Kongress genehmigt werden, sonst können sie nicht umgesetzt werden.

Für Trump ist es also wesentlich einfacher, die USA in seinem Sinne zu führen, wenn die Republikaner in beiden Kongresskammern die Mehrheit haben. Sollten die Demokraten in einer oder sogar beiden Kammern die Mehrheit gewinnen, würde es für Trump schwieriger werden, innen- und außenpolitische Änderungen durchzusetzen.

Wo sind die entscheidenden Rennen?

Im US-Repräsentantenhaus müssten die Demokraten insgesamt nur vier Sitze hinzugewinnen, um mit 218 Abgeordneten die Mehrheit zu übernehmen. Von den 435 Entscheidungen gelten nur wenige als völlig offen. Zu ihnen gehören unter anderem Distrikte in Iowa, Virginia und Montana.

Bei den Senatswahlen ist beispielsweise das Rennen in Texas spannend. In aktuellen Umfragen liegt der Demokrat James Talarico gleichauf mit seinem republikanischen Rivalen Ken Paxton. Für eine Mehrheit im US-Senat müssten die Demokraten ebenfalls vier Sitze hinzugewinnen, was als ungleich schwieriger gilt. Aber dass Texas einer davon sein könnte, ist eine Sensation. Seit 1994 hat kein Demokrat hier auf bundesstaatlicher Ebene gewinnen können. Talarico wird sogar von einigen Mitgliedern der Bush-Familie unterstützt, der republikanischen Dynastie, aus der die Präsidenten George H. W. Bush und sein Sohn, George W. Bush, hervorgingen.

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05:09

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Dieser aktualisierte und gekürzte Artikel wurde erstmals am 27. Oktober veröffentlicht.

Carla Bleiker Redakteurin, Channel Managerin und Reporterin mit Blick auf Wissenschaft und US-Politik.@cbleiker
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