Spanien: Über eine Million Ausländer wollen Aufenthaltstitel
30. Juni 2026
Mehr als eine Million Ausländer ohne Papiere haben in Spanien einen Antrag auf Legalisierung ihres Aufenthalts gestellt. Möglich wurde dies durch ein spezielles Programm der linksgerichteten Regierung. "Wir möchten, dass die Welt Spanien als ein Land sieht, das die Menschenrechte achtet, schützt und garantiert", sagte der sozialistische Regierungschef Pedro Sánchez in einer Ansprache zum Abschluss des Programms.
Die Antragssteller durften nicht vorbestraft sein
Die Abgabefrist für die Anträge des im April gestarteten Projekts endete an diesem Dienstag. Die Behörden haben nun drei Monate zur Bearbeitung Zeit, um den Antragstellern eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erteilen oder den Antrag abzulehnen. Die Erlaubnis gilt ausschließlich für Spanien und nicht - wie in anderen Fällen - für den gesamten Schengenraum der Europäischen Union.
Die Antragssteller mussten nachweisen, dass sie sich am 1. Januar seit mindestens fünf Monaten auf spanischem Boden aufgehalten hatten und durften nicht vorbestraft sein. Die Regierung in Madrid rechnete zum Projektsstart damit, dass "fast eine halbe Million Menschen", vorwiegend aus Lateinamerika, von der Maßnahme profitieren würden. Nun muss sich zeigen, wie viele der mehr als eine Million Anträge genehmigt werden.
Spanien fährt einen anderen Kurs in der Migrationspolitik
Ministerpräsident Sánchez bezeichnete die sogenannte Regularisierung als "gute Entscheidung für unsere Wirtschaft". Gleichzeitig räumte er "Herausforderungen" im Zusammenhang mit der Integration ein.
Die linke Regierung Spaniens unter Sánchez fährt mit ihrer Migrationspolitik einen anderen Kurs als viele europäische Staaten. Wie Deutschland sind die meisten EU-Länder dabei, ihre Migrationspolitik zu verschärfen und sich gegen Migranten abzuschotten.
pg/AR (afp, ap, rtr)