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Politik

Militärrat vereitelt Putschversuch im Sudan

12. Juli 2019

Vor einer Woche meldete der Sudan die Einigung auf eine Übergangsregierung, nach wochenlangen Protesten. Doch hinter den Kulissen gärt es weiter. Nun sollen Soldaten und Geheimdienste einen Staatsstreich geplant haben.

Sudan | Militärregierung PK Putschversuch  vereitelt
General Dschamal Omar (M.) während seiner Fernsehansprache Bild: picture-alliance/AA

Im Sudan ist nach Angaben der regierenden Militärs ein Putschversuch verhindert worden. Offiziere und Soldaten der Armee sowie Geheimdienstmitarbeiter hätten zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt versucht, einen Staatsstreich zu verüben, teilte General Dschamal Omar Ibrahim in einer live übertragenen Fernsehansprache mit. Die "regulären Streitkräfte" hätten den Aufstand vereitelt, zwölf Offiziere und vier Soldaten seien festgenommen worden. Der Kopf des geplanten Umsturzes werde noch gesucht. Einige der mutmaßlich beteiligten Offiziere und Soldaten hätten sich bereits im Ruhestand befunden, erklärte Omar, der Leiter des Sicherheitskomitees des militärischen Übergangsrats ist.

Am 30. Juni demonstrierten tausende Menschen in der Hauptstadt für eine zivile Regierung Bild: AFP

Ziel sei es gewesen, die am vergangenen Freitag erzielte Einigung zwischen dem Militärrat und der Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung zu blockieren, hieß es. Derzeit arbeiten Rechtsberater beider Seiten Details der Übereinkunft aus. Diese sieht vor, dass ein gemeinsamer "souveräner Rat" aus Vertretern des Militärs und der Protestbewegung gebildet werden soll. Diesem soll zunächst die Armee vorsitzen, bevor ein Oppositionsvertreter das Amt übernimmt. Nach einer dreijährigen Übergangszeit sind demokratischen Wahlen geplant.

Sudanesen feiern vor einer Woche in Khartum die Einigung auf eine ÜbergangsregierungBild: Getty Images/AFP/A. Shazly

Im April war in dem ostafrikanischen Land Langzeit-Präsident Omar al-Baschir vom Militär gestürzt worden. Dem Putsch gingen monatelange Massenproteste voraus. Ein Militärrat übernahm die Macht. Dieser weigerte sich in der Folge allerdings, die Befugnisse zügig an eine zivile Regierung zu übergeben. Die Sudanesen gingen daraufhin wieder auf die Straße. Sie errichteten ein Protestcamp in Khartum. Am 3. Juni töteten Sicherheitskräfte bei der gewaltsamen Auflösung dieser Blockade mehr als 120 Menschen. Daraufhin rangen Militär und Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung.

se/haz (rtr, ap, afp, dpa)

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