Mit Investment-Banking gut verdient
30. Oktober 2012
Deutschlands größtes Geldhaus ist wieder in der Spur - dank eines wieder anziehenden Investmentbankings. Im 3. Quartal - dem ersten vollen Quartal unter der Leitung der neuen Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen - verbuchte die Bank vor Abzug der Steuern einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro nach 942 Millionen Euro im 3. Quartal des Vorjahres. Unter dem Strich blieben 755 Millionen Euro in der Kasse, teilte der Konzern am Dienstag mit.
Gerettet wurde die Bilanz durch ein wieder anziehendes Investment-Geschäft, das sich auch in den Quartalszahlen der großen US-Rivalen bereits angedeutet hatte.
Allein der Handel mit Aktien und Anleihen spülte den Frankfurter Bankern einen Vorsteuergewinn von 662 Millionen Euro in die Kassen, trug also zu gut zwei Dritteln zum gesamten Quartalsgewinn bei.
Der Quartalsgewinn wäre sogar noch höher ausgefallen, wenn die Bank nicht einige Sonderbelastungen zu verzeichnen hätte. So schmälerten Rücklagen von 320 Millionen Euro für den anstehenden Stellenabbau den Gewinn ebenso wie die knapp 290 Millionen Euro für Rechtsstreitigkeiten.
Mit Zuversicht ins letzte Quartal
In ihrem Ausblick erwartet die Bank für das restliche Jahr eine "moderat positive Entwicklung". Es gehe weiter darum, Risiken und Kosten zu reduzieren. Sie bekräftigte ihr Ziel, bis 2015 Kostensenkungen von rund 4,5 Milliarden Euro zu realisieren. Zugleich machte das größte deutsche Geldhaus seinen Anlegern deutlich, dass die Geldquelle Investmentbanking keine verlässliche Einnahmequelle ist: Die Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung werde speziell das Investmentbanking beeinträchtigen, heißt es in dem Zwischenbericht zum dritten Quartal.
wen/sc (rtr, dpa, afp)