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Mitchell in Nahost

17. April 2009

Dem US-Gesandten fällt die ungnädige Aufgabe zu, Israelis und Palästinenser auf ein Treffen mit Obama einzustimmen. Seit der Wahl Netanjahus zum Ministerpräsidenten scheint die Lage jedoch aussichtsloser denn je.

George Mitchell bei Benjamin Netanyahu in Tel Aviv
USA und Israel - weit voneinander entfernt?Bild: AP

"Israel erwartet, dass die Palästinenser den Staat Israel als den Staat des jüdischen Volkes anerkennen" - es ist vor allem diese etwas verwirrende Forderung, die der israelische Premier Netanjahu dem US-Sondergesandten Mitchell mit auf den Weg gab. Nächste Station des Diplomaten: Ramallah. Unklar ist zunächst, wer mit der Forderung gemeint sein solle – denn die PLO im Westjordanland hat Israel bereits das Existenzrecht zugesprochen. Die Hamas auf der anderen Seite stand bei dem Besuch Mitchells ohnehin nicht auf der Tagesordnung. Dessen ungeachtet hagelte es prompt Proteste von palästinensischer Seite. Ein Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bezeichnete Netanjahus Forderung als "Hindernis auf dem Weg zum Frieden".

Ein Gespräch mit Suleiman Abudeia, dem Büroleiter der Friedrich Naumann-Stiftung in Jerusalem.

Freiheit für Comics

Superhelden vor Gericht - wegen Verstoßes gegen die "Sittlichkeit"Bild: presse

Es ist ein Schreckensgespenst aus dem Mittelalter – Al-Hesba, damit ist jene juristische Tradition gemeint, die es jedem Ägypter ermöglicht, vor Gericht Klage einzureichen gegen alles oder jeden, der seiner Meinung nach gegen die Sittlichkeit verstößt. Dazu muss der Klagende nicht einmal persönlich betroffen sein. Eine Praxis, die vor drei- oder vierhundert Jahren vielleicht ihren Sinn hatte – heute wird sie allerdings immer öfter dafür Missbraucht, künstlerische Freiheit einzuschränken oder politische Oppositionelle mundtot zu machen. So der Fall des Comiczeichner Magdi el-Shafei. Es reichte eine entblößte Brust in seinem neuesten Comic "Metro" – und schon wurden alle Exemplare konfisziert, und Künstler und Verleger landeten vor Gericht.

Hopfen oder Haschisch

Cannabis: Im Libanon eine Pflanze mit langer TraditionBild: Fotofinder

Hopfen, also Bier, oder Haschisch - für den Libanesen Mazen Naggar ist das keine Frage des Geschmacks! Denn im Libanon ist der Anbau von Cannabis zwar weit verbreitet - aber nach wie vor illegal. Deswegen hat es sich Naggar zum Ziel gemacht, libanesischen Bauern eine lukrative Alternative anzubieten – Hopfen sollen sie anpflanzen, der ist weltweit gefragt und vor allem: legal. Das Projekt wird mittlerweile sowohl von der libanesischen Regierung als auch von deutschen Institutionen unterstützt. Und ein Bier gibt es natürlich auch dazu. Das "961" wird zu 100 Prozent aus libanesischem Hopfen produziert und ist landesweit ein Renner. Aber das nur so nebenbei bemerkt – schließlich geht es hier in erster Linie um ein karitatives Projekt.

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