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Montenegro und die "Zigarettenaffäre"

8. August 2002

- Italienische Staatsanwaltschaft ermittelt

Belgrad, den 6.8.2002, BETA, serb., aus Podgorica

Der hochrangige Vertreter der Sozialistischen Volkspartei (SNP), Vuksan Simonovic, hat heute (6.8.) in Bari mit dem italienischen Staatsanwalt Giuseppe Scelsi den Zigarettenschmuggel in Montenegro und über montenegrinisches Territorium erörtert. Nach einem dreistündigen Gespräch mit Scelzi erklärte er vor der Presse, der Staatsanwalt der Region Apulien führe "ein intensives Ermittlungsverfahren über den Zigarettenschmuggel und der Teilbereich, der sich auf den Schmuggel in Montenegro und über montenegrinisches Territorium bezieht", sei für Scelsi von vorrangiger Bedeutung.

Nähere Einzelheiten über das Gespräch mit Scelsi wollte Simonovic nicht nennen, um die Ermittlungen nicht zu gefährden und weil er es dem italienischen Staatsanwalt versprochen habe. Er wollte auch nicht näher darauf eingehen, ob er mit dem italienischen Staatsanwalt über das angeblich gegen den montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic eingeleitete Ermittlungsverfahren gesprochen habe. Das Ermittlungsverfahren soll "wegen der Beteiligung an einer mafiaähnlichen Vereinigung für den Zigarettenschmuggel" eingeleitet worden sein.

Simonovic sprach mit Scelsi in seiner Eigenschaft als Vorsitzender einer montenegrinischen parlamentarischen Untersuchungskommission. Diese Kommission wurde damit beauftragt, die Angaben der Zagreber Zeitschrift "Nacional" zu überprüfen, nach denen die montenegrinische Regierung in den Zigarettenschmuggel verwickelt sei. "Das Gespräch mit Herrn Scelsi, der mich als den Vorsitzenden der Parlamentskommission dazu eingeladen hatte, befasste sich mit den Kernaussagen des Berichts der Kommission. Sämtliche Ausführungen in dem Bericht werden zudem durch entsprechende Beweise, Unterlagen und Informationen über Zigarettenhandel gestützt, die die Kommission im Laufe ihrer Tätigkeit sammeln konnte", sagte Simonovic.

Das montenegrinische Parlament hatte Ende Juli den Bericht über diese Zigarettenaffäre gebilligt. Darin wird unter anderem festgestellt, dass in Montenegro und über montenegrinisches Territorium in den letzten zehn Jahren und insbesondere seit 1996 ein "enormer" Zigarettenschmuggel abgewickelt worden ist. (md)