Morgen schon Italien?
10. Juli 2012
In einem am Dienstag in Washington veröffentlichten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden die Bemühungen Italiens, der Schuldenkrise Herr zu werden, kritisch gewürdigt. Die von der Regierung Monti auf den Weg gebrachten Reformen wiesen zwar in die richtige Richtung, seien aber nicht ausreichend. Der IWF regt weitere Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst und Steuersenkungen an. Außerdem müsse die Steuerflucht in Italien entschiedener bekämpft und Privatisierungsmöglichkeiten konsequenter genutzt werden.
Die IWF-Analysten lobten dagegen die Reformen auf dem italienischen Arbeitsmarkt und betonten, sie hielten das italienische Bankensystem für "grundsätzlich robust". Dennoch gehe das Land schweren Zeiten entgegen.
Die Italiener melden Interesse an
Unterdessen hat Italiens Ministerpräsident Mario Monti angedeutet, dass auch sein Land Leistungen aus den Rettungstöpfen der EU beantragen könnte. Es könne nicht mehr ausgeschlossen werden, dass auch Italien unter den Rettungsschirm flüchten muss, sagte er am Dienstag in Rom. Mit Blick auf mögliche EU-Hilfen sagte er: "Italien könnte interessiert sein."
Trotz der Reformen auf dem Arbeitsmarkt und einem leichten Produktionsanstieg der italienischen Industrie im Mai – die Bilanz verzeichnete ein Plus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat – kann von einer Entspannung der Lage keine Rede sein. Der Internationale Währungsfonds erwartet eine Erhöhung des Gesamtschuldenstands Italiens bis zum Ende 2013 auf 126,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bisher war der IWF von einem Anstieg auf lediglich 123,8 Prozent ausgegangen.
dk/kis (dpa/rtr)