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Politik

Im Kampf gegen den Präsidenten

1. Juli 2017

US-Präsident Donald Trump wird nicht müde, das aus seiner Sicht Böse in der Welt zu bekämpfen. Dazu gehören nun auch die beiden Moderatoren der TV-Sendung "Morning Joe". Doch die wehren sich.

USA Joe Scarborough und Mika Brzezinsk in Washington
Bild: Reuters/J. Ernst

Die von Donald Trump auf Twitter ins Visier genommenen TV-Moderatoren haben die Angriffe aus dem Weißen Haus gekontert. In einer Kolumne der "Washington Post" bezeichneten Mika Brzezinski und Joe Scarborough den Präsidenten als geistig instabil. In ihrer gemeinsamen Fernsehsendung "Morning Joe" auf MSNBC sagte Brzezinski zudem, Trump scheine ein "fragiles, ungestümes, kindliches Ego" zu haben, was sich besonders im Umgang mit Frauen zeige. "Er greift Frauen an, weil er vor Frauen Angst hat", ergänzte Scarborough.

Trump hatte in seinen Tweets geschrieben, Brzezinski habe einen niedrigen Intelligenzquotienten und nach einem Lifting "schlimm geblutet", als sie sein Anwesen Mar-A-Lago in Florida besucht habe. Scarborough bezeichnete er als "Psycho Joe".

Für diese Äußerungen erntete er auch von Vertretern seiner eigenen Partei, den Republikanern, Kritik.

Geliftet oder nicht?

Der Präsident sei von ihrer Sendung "auf ungesunde Weise besessen", entgegneten die beiden Moderatoren in ihrem Beitrag in der "Washington Post". Trump habe in seinen Tweets gelogen, denn Brzezinski habe sich gar keinem Gesichtslifting unterzogen. Doch Trumps Verhalten gehe weit über einen persönlichen Angriff hinaus. Führende Amerikaner und Verbündete der USA "fragen sich einmal mehr, ob dieser Mann zum Präsidenten taugt".

Ein Besessener? US-Präsident Donald TrumpBild: Getty Images/C. Somodevilla

Beide beschuldigten Trump zudem, er habe sie mit Drohanrufen unter Druck zu setzen versucht. Die beiden Moderatoren, die miteinander verlobt sind und zu den bekanntesten Figuren des US-Nachrichtenfernsehens gehören, hatten den Präsidenten ohnehin in den vergangenen Monaten wegen seines Verhaltens und Führungsstils immer wieder scharf kritisiert. Der Präsident reagierte darauf am Donnerstag mit seinem Wutausbruch per Twitter.

Unglaublich

Trumps Beraterin Kellyanne Conway - die Erfinderin des Begriffs "alternative Fakten" - ergriff, wenig überraschend, Partei für ihren Chef. Conway sagte im Sender ABC, Trump habe die Fähigkeit zurückzuschlagen, wenn er angegriffen werde. Es sei unglaublich zu sehen, wie Leute die mentale Verfassung des Präsidenten ins Lächerliche zögen.

ml/vk (rtr,afp)

 

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