Nach Sturmschäden: Verhüllte Pont Neuf in Paris ist eröffnet
Sarah Hucal
16. Juni 2026
Mit einer spektakulären optischen Täuschung kehrt der Künstler JR an die Seine zurück. Seine Installation "La Caverne du Pont-Neuf" erinnert an Christo und Jeanne-Claudes legendäres Verhüllungsprojekt von 1985.
So sieht die Pount Neuf noch bis zum 28. Juni ausBild: Stéphane Geufroi/MAXPPP/picture alliance
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Sturm und Hagel hatten die ursprüngliche Eröffnung des begehbaren Kunstwerks am 6. Juni 2026 zunächst verhindert. Nach umfangreichen Reparaturen ist "La Caverne du Pont-Neuf" (Die Höhle von Pont Neuf), eine Installation des französischen Künstlers JR, nun bis zum 28. Juni für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Er hat die berühmte Brücke Pont Neuf in Paris in eine Höhlenlandschaft verwandelt – als Hommage an das Werk "The Pont Neuf Wrapped" des verstorbenen Künstlerduos Christo und Jeanne-Claude.
Die Installation bildet einen begehbaren Tunnel und bedeckt einen etwa 120 Meter langen Abschnitt der Brücke mit Bildern schroffer Felsen. Die "Höhle" besteht aus 80 luftgefüllten Stoffbögen.
Was sollte man in Paris alles gesehen haben?
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Inspiriert wurde JR von den Steinbrüchen des Pariser Beckens, aus denen einst das Baumaterial für die Brücke gewonnen wurde. Die Pont Neuf, 1607 fertiggestellt, besteht aus Lutetischem Kalkstein – auch bekannt als "Pariser Stein" – und war die erste Brücke der Stadt, die nicht aus Holz gebaut wurde.
Der Straßenkünstler JR, der häufig mit fotografischen Motiven arbeitet, setzt auf den Kontrast zwischen der rauen Anmutung des Rohmaterials und der Eleganz der "Stadt des Lichts", wie Paris gerne genannt wird.
Seit Montagabend können Besucherinnen und Besucher die Installation "La Caverne du Pont Neuf" des französischen Künstlers JR auf der ältesten Seine-Brücke betreten. Die Eröffnung hatte sich wegen Sturmschäden verzögert.
Bild: Joel Saget/AFP
Berge oder Brücke?
120 Meter lang, 20 Meter breit und bis zu 18 Meter hoch: Der Künstler JR und sein Team haben auf der berühmtesten Brücke der französischen Hauptstadt eine gigantische Installation mit Alpenpanorama geschaffen. Die aufblasbare Höhlenlandschaft aus Stoff trägt den Titel "La Caverne du Pont Neuf" ("Die Höhle von Pont Neuf").
Bild: Joel Saget/AFP
Begehbare Brückenhöhle
Höhlenforscher: Ein Besucher geht am Montagabend durch die frisch eröffnete Installation. Ursprünglich war die Eröffnung der Brücke für das Publikum bereits für Anfang Juni geplant gewesen, doch starker Wind beschädigte vor zwei Wochen das Kunstwerk.
Bild: Joel Saget/AFP
Installations-Instandsetzung
Lediglich die Laternen sind noch sichtbar: Streetart-Künstler JR, auch als "französischer Banksy" bekannt, hat die Brücke nahezu komplett unter seiner Installation verschwinden lassen. Nach den Sturmschäden arbeiteten Techniker wochenlang daran, das Kunstwerk wieder instand zu setzen.
Bild: Christophe Delattre/AFP
Aufwändiger Aufbau
Bis zuletzt war unklar, ob und wann eine Eröffnung möglich sein würde. Letztendlich erfolgte sie ohne große Vorankündigung: "Wir haben Tage und Nächte damit verbracht, sie wieder aufzubauen", erklärte JR in einer Instagram-Story und räumte ein, dass sie zeitweise "nicht mehr daran glaubten, dass sie zurückkommen würde".
Bild: Joel Saget/AFP
Bedeckte Brücke
JR will mit seinem neuesten Werk an das verstorbene Künstler-Paar Christo und Jeanne-Claude erinnern: Das Duo war für seine monumentalen, temporären Installationen bekannt, bei denen es Wahrzeichen wie den Berliner Reichstag verhüllte.
Bild: Joel Saget/AFP
Verhüllung mit Verzögerung
Auch den Pont Neuf hatten Christo und Jeanne-Claude 1985 schon einmal verhüllt - nachdem sie jahrelange Überzeugungsarbeit hatten leisten müssen, um ihr Vorhaben zu verwirklichen. Der damalige Pariser Bürgermeister Jacques Chirac blockierte und verzögerte das Projekt mehrfach, weil er Kritik der Öffentlichkeit fürchtete.
Bild: Christophe Delattre/AFP
Prestige-Projekt
Kritik gibt es diesmal bisher so gut wie keine: Die Pariser Stadtverwaltung preist die begehbare Brückenhöhle als "größtes immersives Werk weltweit" an. Ebenso wie seinen Vorgängern geht es auch JR weniger um das Objekt selbst als um die Veränderung des Blicks auf die Stadt. "La Caverne du Pont Neuf" ist das bislang größte Projekt seiner Laufbahn.
Bild: Joel Saget/AFP
Kreativ und kostspielig
Wie hoch die Kosten des Projekts sind, ist nicht bekannt. In Medienberichten kursieren jedoch Summen im sechsstelligen Bereich. Wie JRs Team betonte, wurde das Vorhaben ohne öffentliche Gelder realisiert und ausschließlich durch den Verkauf von Werken des französischen Künstlers sowie durch private Unterstützer finanziert.
Bild: Christophe Delattre/AFP
Komplexes Kunstprojekt
Beim Betreten der Brücken-Höhle erwartet die Besucherinnen und Besucher ein zusätzliches Highlight: Der ehemalige Daft-Punk-Musiker Thomas Bangalter hat eine Klanglandschaft für das Innere der Höhle gestaltet. Die Installation ist bis zum 28. Juni geöffnet.
Bild: Simon Wohlfahrt/AFP
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Ein Wahrzeichen als Kunstobjekt
Im September 1985 verhüllten Christo und Jeanne-Claude dieselbe Brücke mit ihrem Werk "The Pont Neuf Wrapped". Dafür verwendeten sie 41.800 Quadratmeter goldfarbenen Polyamidstoff und 13 Kilometer Seil. Wie bei vielen ihrer Projekte gingen dem Werk jahrelange politische Verhandlungen und technische Planungen voraus.
Die Reaktionen der Presse waren damals gemischt und häufig kritisch. Einige Kommentatoren in Frankreich bezeichneten das Projekt als verschwenderisch und einem historischen Denkmal unangemessen. Auch die grundsätzliche Idee, eine so bedeutende Brücke zu verhüllen, wurde infrage gestellt.
Das Künstlerpaar hat sein Lebenswerk dem Einpacken gewidmet: ob Münztelefon, Gebäude oder ganzer Küstenstrich. Hier einige der schönsten Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude. Am 13. Juni 2025 wären beide 90 geworden.
Bild: 1985 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
Nicht fahrtüchtig...
So fing es an: 1961 verhüllte Christo einen VW-Käfer mit Stoff und Seilen - eines seiner ersten Werke dieser Art. Der "Wrapped Beetle" war ein Symbol für Alltägliches, das durch Kunst verwandelt wird. Schon hier zeigte sich Christos Handschrift: Objekte einpacken, um sie neu und anders aussehen zu lassen. Der Käfer wurde zum Vorläufer seiner späteren spektakulären Großprojekte.
Bild: 2014 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
Kein Anschluss unter dieser Nummer
In den 1960er-Jahren verhüllte Christo unter anderem auch öffentliche Münztelefone mit Stoff und Schnur. So verwandelte er alltägliche Gegenstände in Kunstobjekte. Die Verhüllung machte das Gewohnte fremd und regte zum Nachdenken an. Diese frühen Werke zeigen, wie Christo schon damals Räume und Objekte neu inszenierte – vergänglich, überraschend und poetisch.
Bild: Patrick Seeger/dpa/picture alliance
1969: Verpackte Küste
Das erste Großprojekt von Christo und Jeanne-Claude war "Wrapped Coast" in Australien im Jahr 1969. Dabei wurde ein etwa zweieinhalb Kilometer langer Küstenabschnitt bei Sydney mit über 90.000 Quadratmetern Stoff und mehreren Kilometern Seil verhüllt. Es war das erste Mal, dass die beiden ein Landschaftselement in solch großem Maßstab einpackten - ein Meilenstein für ihre spätere Arbeit.
Bild: 1969 Christo and Jeanne-Claude Foundation and J. Paul Getty Trust, Photo: Shunk-Kender
1971: Ein irrsinniger Plan?
Wer eine Küste verpacken kann, könnte ja auch ein großes Gebäude verhüllen. Und dann entstand ein kühner Plan. Christo und Jeanne-Claude hatten den Berliner Reichstag im Blick, ein Gebäude mit einer wechselvollen Geschichte. Es passte zu ihrer Philosophie, Dinge durchs Verhüllen in anders sichtbar zu machen. Gegen teils massiven Widerstand konnten sie das Projekt gut 23 Jahre später verwirklichen.
Bild: 1995 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
1972: Ein Vorhang durch ein Tal
Zunächst einmal verzauberte das Paar andere Dinge: Ein leuchtend oranger Vorhang spannte sich quer durch das Rifle Gap Valley in Colorado, USA. Das Tuch war 111 Meter hoch und 381 Meter lang. Es flatterte wie eine riesige Welle im Wind - ein kraftvolles Zusammenspiel von Natur, Technik und Kunst. Nach nur 28 Stunden musste der "Valley Curtain" wegen eines Sturms wieder abgebaut werden.
Bild: 1972 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
1976: Der "laufende Zaun"
Vier Jahre später realisierten Christo und Jeanne-Claude "Running Fence": ein 39 Kilometer langer Zaun aus weißem Stoff, der sich durch die Hügel Kaliforniens bis zum Pazifik zog. Das Werk stand nur zwei Wochen und verband Landschaft, Licht und Bewegung auf eindrucksvolle Weise. Es war ein poetisches Spiel mit Raum und Perspektive - monumental, aber flüchtig.
Bild: 1976 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Jeanne-Claude
1985: Die berühmte Pont Neuf in sandfarbenem Tuch
Das Jahr 2025 ist nicht nur für Christo und Jeanne-Claude, die beide am gleichen Tag geboren wurden und am 13. Juni 2025 beide ihren 90. Geburtstag gefeiert hätten, Jubiläumsjahr. Es markiert auch besondere Jahrestage ihrer berühmtesten Installationen. Vor 40 Jahren verhüllten die beiden die berühmte Pariser Pont Neuf mit 41.800 Quadratmetern sandfarbenem Polyesterstoff sowie 12 Kilometern Seil.
Bild: 1985 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
1991: Bunte Schirme in der Landschaft
1991 installierten Christo und Jeanne-Claude mit dem Projekt "The Umbrellas" in Japan 1.340 riesige blaue Schirme in einem Tal bei Ibaraki. Gleichzeitig standen 1.760 gelbe Schirme in Kalifornien - als gemeinsames Projekt auf zwei Kontinenten. Die Schirme waren je 6 Meter hoch und 8,7 Meter breit. Das Werk verband nicht nur die Kontinente, auch hier brachte es Natur, Kunst und Farbe in Einklang.
Bild: 1991 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
1995: Die Idee ist Wirklichkeit geworden
Nachdem der deutsche Bundestag im Februar 1994 endlich "Ja" zur Reichstagsverhüllung gesagt hat, konnten Christo und Jeanne-Claude ihren Traum endlich erfüllen und bescherten mit dem verpackten Reichstag nicht nur den Berlinern, sondern der ganzen Welt zwei magische Wochen. Vor genau 30 Jahren konnten Millionen Besucherinnen und Besucher das spektakuläre Kunstobjekt in Berlin bewundern.
Bild: 1995 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
1998: Diese Bäume konnten trotzdem atmen
Der Stoff, mit dem das Künstlerpaar diese Bäume in der Schweiz verhüllt hat, ist ganz dünn und licht- und luftdurchlässig. Christo und Jeanne-Claude verhüllten 178 Bäume mit etwa 55.000 Quadratmetern silbrig durchscheinendem Polyesterstoff. Die Bäume sahen wie schwebende Skulpturen aus, je nach Licht fast magisch. Wieder wirkt es wie eine Symbiose aus Kunst und Natur.
Bild: Markus Stuecklin/KEYSTONE/picture alliance
2005: Der New Yorker Central Park leuchtet
20 Jahre "The Gates": 7.500 leuchtend safranfarbene Tore auf 37 Kilometern Parkwegen. Freihängende Gewebebahnen in jedem Tor wehten bei leichtem Wind bis an das nächstliegende Tor. 21 Millionen US-Dollar hat das Projekt verschlungen, finanziert hat es das Künstlerpaar selber durch den Verkauf von Zeichnungen und Studien zu "The Gates" sowie weiteren Kunstwerken.
Bild: 2005 Christo and Jeanne-Claude Foundation, Photo: Wolfgang Volz
Wehendes Tuch
Nicht verpackt, aber verzaubert - leider nur für sehr kurze Zeit. Im Februar 2005 waren die Tore nur 16 Tage lang im Central Park installiert. Die Menschen genossen die leuchtenden Wege trotz des kalten New Yorker Winters. Nach dem Abbau wurde der Stoff, der in Deutschland hergestellt worden war, eingelagert und für das Projekt "Floating Piers" in Italien (2016) wieder verwendet.
Bild: Keith Bedford/EPA/picture alliance
2016: Fast gesunken - die Floating Piers
"The Floating Piers" auf dem Iseosee in Italien waren Christos erstes Projekt nach dem Tod seiner Frau 2009: 3 Kilometer leuchtend gelbe Stege verbanden das Festland mit zwei Inseln. 1,2 Millionen Besucher strömten herbei und sorgten teils für chaotische Zustände. Zwischenzeitlich mussten die Stege sogar vorübergehend geschlossen werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Bild: Filippo Venezia/EPA/dpa/picture alliance
2021: Christos letztes Werk
Die Verhüllung des Arc de Triomphe wurde nach Christos Tod 2020 von dessen Team verwirklicht - allen voran von seinem langjährigen Projektleiter Vladimir Yavachev, Christos Neffen. Es wurde nach seinen genauen Anweisungen umgesetzt - als posthume Hommage an Christo und Jeanne-Claude, finanziert wie immer komplett durch den Verkauf von Christos Kunstwerken, ohne öffentliche Gelder oder Sponsoren.
Bild: Mariana Kolova/DW
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Trotz aller Kritik zog die Installation schließlich Millionen Menschen an. Selbst skeptische Stimmen in den französischen Medien erkannten an, wie sehr das Kunstwerk den Blick auf die Brücke und die Stadt veränderte: Das sonst beiläufige Überqueren wurde durch die temporäre Verwandlung des Bauwerks zu einem besonderen, beinahe sinnlichen Erlebnis.
Im Laufe seiner Karriere - Jeanne-Claude starb 2009, Christo 2020 - verwandelte das Künstlerduo zahlreiche bekannte Wahrzeichen: 1995 verhüllten sie den Berliner Reichstag, den Sitz des deutschen Parlaments, mit silbrig schimmerndem Stoff. 2005 realisierten sie mit "The Gates" eine temporäre Installation im New Yorker Central Park, für die sie mehr als 7500 torartige Rahmen entlang der Wege aufstellten, von denen safranfarbene Stoffbahnen herabhingen. 2021 wurde der Pariser Arc de Triomphe posthum verhüllt.
JR - meist mit Sonnenbrille. Sein Pseudonym leitet sich von seinem Vornamen Jean-René abBild: Thomas Padilla/AP Photo/picture alliance
"Ich bewundere das Vermächtnis von Christo und Jeanne-Claude und teile ihre Ansicht, dass es die Aufgabe der Kunst ist, uns zum Nachdenken anzuregen und das Vertraute in Frage zu stellen", erklärte JR in einer Pressemitteilung. "Die Debatte, die ein öffentliches Kunstprojekt auslösen kann, ist ebenso wertvoll wie seine Umsetzung."
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JR - bekannt für große Formate
Dank ihrer enormen Größe wird die Installation von zahlreichen Aussichtspunkten in der Stadt zu sehen sein – sowohl vom Seineufer als auch vom Wasser aus. In einem Interview mit "The Guardian" bezeichnete JR das Werk als "das Herausforderndste", was er je umgesetzt habe.
Der 43‑jährige Künstler ist bekannt für groß angelegte öffentliche Installationen, die Fotografie und architektonische Wahrzeichen verbinden. Für sein Projekt "Women Are Heroes" brachte er großformatige Porträts von Frauen auf Gebäuden und Dächern in verschiedenen Teilen der Welt an. Später folgte das "Inside Out Project" - eine globale Initiative, bei der Menschen Porträts einreichen, die anschließend im öffentlichen Raum gezeigt werden. Für viel Aufmerksamkeit sorgte 2021 seine optische Täuschung, bei der die Spitze der ägyptischen Cheops‑Pyramide scheinbar "verschwand".
Zu seinen bekanntesten Arbeiten aber zählt "Giants (Kikito)" von 2017: ein großformatiges Bild eines Kleinkindes, das über die Grenzmauer zwischen Mexiko und den USA blickt.
JRs "Giants (Kikito)" von 2017Bild: Wiktor Szymanowicz/NurPhoto/IMAGO
Auch in Paris hat JR mehrfach gearbeitet. Zum 30‑jährigen Jubiläum der Louvre‑Pyramide schuf er 2019 eine Installation aus Papierstreifen, die dem Bauwerk zusätzliche Tiefe verlieh und es wie aus einem Steinbruch aufsteigen ließ. Rund 400 Freiwillige befestigten dafür mehr als 2.000 jeweils etwa zehn Meter lange Papierstreifen. Bereits 2016 hatte JR die Glaspyramide des Louvre mit bedrucktem Papier beklebt und sie so optisch verschwinden lassen.
"Eine symbolische Überquerung"
Das Innere von "La Caverne du Pont‑Neuf" ist während der gesamten Laufzeit der Installation rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Der Durchgang wird von einer Klanginstallation des ehemaligen Daft‑Punk‑Mitglieds Thomas Bangalter untermalt.
"Es wird eine symbolische Überquerung sein, ein Schritt ins Unbekannte, eine Reise ins eigene Innere", so JR. "Ich habe die Überquerung von La Caverne als ein Erlebnis konzipiert, bei dem Fülle und Leere im Gleichgewicht stehen."