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PanoramaTürkei

Nach Tod von Urlaubern: Hotel in Istanbul evakuiert

16. November 2025

Nach dem Tod einer Mutter und ihrer Kinder im Türkei-Urlaub verfolgen die Ermittler eine neue Spur. Es gibt eine weitere Verhaftung und das Hotel wurde geräumt.

Türkei Istanbul 2025 | Sonnenuntergang am Karaköy-Pier mit Blick auf die Süleymaniye-Moschee (04.11.2025)
Bosporus-Metropole IstanbulBild: Onur Dogman/SOPA Images/IMAGO

War es eine Lebensmittelvergiftung oder doch ein Problem im Hotel? Nach den Vergiftungsfällen im Istanbuler Stadtteil Fatih werden die Ermittlungen in der Türkei ausgeweitet. Die Fahnder verfolgen verschiedene Spuren in Istanbul.

Mehrer Gäste des Hotels in der Altstadt der Millionenmetropole am Bosporus zeigten seit Mittwoch Vergiftungserscheinungen - darunter eine vierköpfige türkischstämmige Familie, die aus Hamburg angereist war. Für drei von ihnen kam jede Hilfe zu spät: Die Mutter und die beiden drei und sechs Jahre alten Kinder starben. Der Familienvater liegt weiterhin auf der Intensivstation.

Zwei weitere Hotelgäste im Krankenhaus

Am Samstag mussten zwei weitere Hotelgäste mit Vergiftungserscheinungen ins Taksim-Krankenhaus gebracht werden. Sie stammen aus Italien und Marokko, schweben aber nicht in Lebensgefahr.

Taksim-Krankenhaus in IstanbulBild: Mirjam Schmitt/dpa/picture alliance

Der Chef der Istanbuler Gesundheitsdirektion, Abdullah Emre Güner, teilte mit, der Zustand der beiden Touristen sei gut, sie würden weiter beobachtet. Ein weiterer Urlauber, der mit den beiden auf demselben Zimmer übernachtete, sei wegen eines verlangsamten Herzschlages untersucht worden. Sein Zustand sei gut.

Hotel evakuiert

Nun wurde das Hotel geräumt. Alle Gäste mussten die Unterkunft verlassen. Denn es besteht der Verdacht, dass es einen Zusammenhang mit Desinfektionsmaßnahmen gibt. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.

In einem Zimmer im Erdgeschoss seien mutmaßlich Chemikalien verwendet worden, die in der Regel bei der Bekämpfung von Ungeziefer zum Einsatz kommt. Die Spurensicherung der Polizei nahm Anadolu zufolge unter anderem Proben des Trinkwassers. Auch Gegenstände aus dem Hotel wurden ins Labor gebracht.

Spurensicherung in dem betroffenen Hotel im Stadtteil Fatih (am Samstag)Bild: DHA

Die Ermittlungen laufen aber auch weiter in eine andere Richtung: Lebensmittelvergiftung. Die betroffene Hamburger Familie soll im Istanbuler Uferviertel Ortaköy am Fuße einer Brücke über den Bosporus mehrere beliebte Streetfood-Gerichte gegessen haben. Ein erster Autopsiebericht lieferte Anadolu zufolge kaum nennenswerte Hinweise. Genaueren Aufschluss sollen Laborergebnisse geben, die noch ausstehen.

Insgesamt bislang acht Festnahmen

In Sachen Lebensmittelvergiftung gibt es eine weitere Festnahme: Ein Bäcker aus einem Laden in der Nähe des Hotels ist nun in Gewahrsam. Das berichten die Tageszeitungen "Cumhuriyet" und "Sabah". Damit steigt die Zahl der Festgenommenen auf acht.

Blick in die verlassene Küche des geschlossenen Streetfood-RestaurantsBild: Ahmed Deeb/dpa/picture alliance

Am Freitag waren nach Angaben des Justizministeriums vier Verdächtige festgenommen worden, die alle vorbestraft sein sollen. Laut dem Staatssender TRT geht es um Verkäufer von Süßigkeiten, gefüllten Muscheln und einem Gericht aus Kalbsdärmen (Kokorec). Ihnen wird den Berichten zufolge fahrlässige Tötung vorgeworfen. Ein Streetfood-Restaurant im Bezirk Besiktas wurde geschlossen.

Zudem sind inzwischen auch ein Verantwortlicher des Hotels sowie zwei Schädlingsbekämpfer in Gewahrsam, welche die Desinfektionsarbeiten in dem Hotel durchgeführt hatten.

AR/fab (dpa, afp)

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