Nations League: Deutschland verpasst Sieg gegen Spanien
28. November 2025
Trotz bester Möglichkeiten und großer Überlegenheit hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen im Final-Hinspiel der Nations League keinen Sieg errungen. Die abwechslungs- und chancenreiche Partie auf dem Betzenberg in Kaiserslautern gegen Weltmeister und Vize-Europameister Spanien endete torlos 0:0.
"Ich ärgere mich, weil wir uns wieder nicht belohnt haben, dabei hätten wir uns vor allen Dingen aufgrund der ersten Hälfte einfach belohnen müssen", sagte Bundestrainer Christian Wück angesichts des klaren Chancenübergewichts, lobte aber die Spielweise seiner Mannschaft, mit der Spanien sichtlich Probleme hatte.
"Warum haben Sie diese Fehlpässe gespielt? Weil wir Druck entfacht haben und weil wir mutig waren. Weil wir in unserer Kompaktheit mit Ball diese Bälle oder diese Fehler provoziert haben. Nur wie gesagt, das steht und fällt alles mit der Effizienz vor dem Tor."
Cata Coll - alleine gegen alle
In der ersten Halbzeit war die deutsche Mannschaft drückend überlegen. Tief in der spanischen Hälfte fingen die DFB-Frauen immer wieder Bälle ab und kamen zu zahlreichen Chancen.
Allerdings stand die beste spanische Spielerin an diesem Abend zwischen den Pfosten. Cata Coll hielt alle Bälle, die auf ihr Tor geschossen oder geköpft wurden. Auch im Luftkampf setzte sich die nur 1,70 Meter große Torfrau immer durch und hielt ihren Kasten sauber.
Die besten Chancen hatten Außenverteidigerin Franziska Kett vom deutschen Double-Sieger FC Bayern München und Frankreich-Legionärin Jule Brand von Olympique Lyon (28.). Bei Brands Schuss war Coll tatsächlich einmal geschlagen, doch Kapitänin Irene Paredes rettete auf der Linie.
In der Offensive brachten die Spanierinnen dagegen kaum etwas zustande. Nur zweimal wurde es gefährlich, weil die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger nicht entschlossen genug zufasste.
Zunächst kam sie nach einem Eckstoß nicht an den Ball und war für einen Moment orientierungslos (15.), in der Nachspielzeit konnte sie einen hoch aufs deutsche Tor geschlagenen Freistoß nicht festhalten und verursachte eine Ecke (45.+3).
Bühl an den Pfosten, Brand an die Latte
Nach dem Seitenwechsel waren zunächst die Spanierinnen stärker, kamen gegen plötzlich unsortiert wirkende Deutsche zu Chancen und trafen durch Esther sogar einmal den Pfosten (54.).
Nach dieser kurzen Schwächephase kämpften sich die DFB-Frauen aber wieder zurück ins Spiel und übernahmen erneut die Kontrolle. Das Bild glich nun wieder dem der ersten Hälfte. Das deutsche Team kam zu mehreren Abschlüssen, doch immer wieder stellte sich eine spanische Abwehrspielerin in den Weg und blockte den Ball ab.
Am nächsten dran an einem deutschen Treffer waren Klara Bühl, die mit einem Flachschuss den Pfosten traf (71.) und Brand, deren Bogenlampe von der rechten Seite auf der Querlatte landete (75.).
Bis zum Schluss drängte Deutschland auf den ersehnten Treffer, er wollte aber nicht mehr fallen.
Alles offen beim Rückspiel in Madrid
Unter dem Strich kann die deutsche Mannschaft mit ihrem Einsatz und der Tatsache, Spanien im Griff gehabt zu haben, zufrieden sein, mit der Chancenverwertung und dem Ergebnis allerdings nicht.
Das 0:0 ist nicht die gute Ausgangsposition, auf die man für das entscheidende Rückspiel am Dienstag (Anstoß 18:30 Uhr MEZ) in Madrid gehofft hatte.
"Wir haben heute unfassbar mutig gespielt, immer mit dem gewissen Zug zum Tor. Unglaublich bitter, dass heute kein Tor fällt", meinte Bühl, blickte aber schon optimistisch auf das Rückspiel voraus. "So haben wir jetzt ein klassisches Finale und darauf freuen wir uns."
-------------------
Deutschland - Spanien 0:0
Tore: keine
Zuschauer in Kaiserslautern: 40.159