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NATO-Gipfel berät über Afghanistan

20. Mai 2012

Die Zukunft des Afghanistan-Einsatzes der NATO steht im Mittelpunkt des Gipfels in Chicago. Es gibt aber Streit im Bündnis über den richtigen Zeitpunkt für den Abzug der Kampftruppen.

Die North Lasalle Street in der Chicagoer Innenstadt ist mit blauen NATO-Fahnen geschmückt, aber völlig menschenleer (Foto: DW)
Bild: DW

Bei dem zweitätigen NATO-Gipfel-Treffen, der an diesem Sonntag in der US-Metropole Chicago beginnt, will das Bündnis die nächsten Schritte bis zum Abzug der Kampftruppen aus Afghanistan Ende des Jahres 2014 konkretisieren. Außerdem geht es um die militärische und finanzielle Unterstützung für das Land am Hindukusch in der Zeit danach.

Dabei ist der Zeitplan für den Abzug der Afghanistan-Schutztruppe Isaf in der Nato nach wie vor umstritten. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hält am bisherigen Datum Dezember 2014 für das Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan fest. "Am Ende des Jahres 2014 werden die Afghanen selbst vollständig für die eigene Sicherheit verantwortlich sein und dann endet unser Kampfeinsatz", sagte Rasmussen am Samstag in Chicago beim NATO-Jugendgipfel. Im kommenden Jahr werde die Rolle der derzeit insgesamt rund 130.000 Soldaten aus 50 Staaten sich schrittweise vom Kämpfen hin zur Unterstützung und Ausbildung wandeln.

Rasmussen sichert Unterstützung auch nach 2014 zu

Rasmussen nahm nicht zur Ankündigung des französischen Präsidenten François Hollande Stellung, Frankreichs Kampftruppen bereits bis Ende 2012 abzuziehen. Dieser hatte erst am Freitag bei einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama bekräftigt, dass er an seinem Wahlkampfversprechen eines Abzugs aller französischen Kampftruppen bis Jahresende festhalten werde. Frankreich setzt derzeit knapp 3400 Soldaten in Afghanistan ein. Auch andere NATO-Länder hatten angekündigt, ihre Kampftruppen früher als ursprünglich geplant vom Hindukusch heimzuholen. Rasmussen versicherte in Chicago, das Bündnis werde Afghanistan im Kampf gegen radikalislamische Taliban und andere Aufständische auch nach 2014 unterstützen: "Wir werden einen neuen Einsatz haben, um die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden, zu beraten und zu unterstützen."

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Der Abzug der von der NATO geführten Isaf war im November 2010 für Ende 2014 festgelegt worden. Zugleich hatten Rasmussen ebenso wie Obama und andere Verbündete stets bekräftigt, keiner der Verbündeten dürfe vorzeitig Afghanistan verlassen. Die Niederlande hatten ihre Kampftruppen bereits im August 2010 abgezogen, sind aber noch mit 500 Ausbildern präsent. Australien hatte den Versuch, seine 1500 Ausbilder vorzeitig abzuziehen, nach Ärger mit der NATO wieder aufgegeben.

Die NATO kommt in Chicago zu ihrem 25. Gipfeltreffen zusammen. Es wird der größte Gipfel in der Geschichte des Militärbündnisses mit 28 NATO-Staaten. Außerdem nehmen Staats- und Regierungschefs aus mehr als 30 weiteren Ländern sowie Vertreter internationaler Organisationen teil. Neben der Zukunft des Afghanistan-Einsatzes stehen weitere Finanzhilfen in Milliardenhöhen von der internationalen Gemeinschaft für das Land auf der Tagesordnung. Beraten wird auch über die gemeinsame Raketenabwehr.

pg/qu (dpa, dapd, afp, rtr)