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PolitikGlobal

NATO startet Arktis-Mission "Arctic Sentry"

11. Februar 2026

Die NATO erhöht ihre Militärpräsenz in der Arktis. Ziel ist die Sicherung strategischer Routen und die Abschreckung Russlands und Chinas - vor dem Hintergrund des von Donald Trump befeuerten Grönland-Streits.

Dänische Soldaten bei Gefechtsübung auf Grönland, im Vordergrund eine Waffe
Dänische Soldaten bei einer Gefechtsübung auf GrönlandBild: Danish Defence Command/UPI Photo/picture alliance

Vor dem Hintergrund der Debatte um die Sicherheit in der Arktis hat die NATO am heutigen Mittwoch ihre Mission "Arctic Sentry" ("arktischer Wächter") gestartet. Die Mission werde "die Stärke der NATO" nutzen, um sicherzustellen, "dass die Arktis und der Hohe Norden sicher bleiben", erklärte der Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich. Ziel sei es, eines der strategisch bedeutendsten und zugleich klimatisch herausforderndsten Gebiete der Welt abzusichern, erklärte der US-General.

"Arctic Sentry" wird vom operativen NATO-Hauptquartier in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia geführt. Dieses ist unter anderem für den Atlantikraum sowie für die Arktis, Grönland, Island, Norwegen und Großbritannien zuständig und verantwortet inzwischen auch die Koordination mit Dänemark, Schweden und Finnland.

Reaktion auf Grönland-Streit mit Trump

Im Mittelpunkt der Mission stehen eine bessere Überwachung Grönlands sowie eine stärkere Abschreckung gegenüber den Großmächten Russland und China. Die verstärkte Bündnispräsenz im hohen Norden war unter anderem von Großbritannien angeregt worden, um den Streit um Grönland zu entschärfen. In diesem hatte US-Präsident Donald Trump zeitweise mit Strafzolldrohungen versucht, einen Verkauf der riesigen Insel an die Vereinigten Staaten zu erzwingen.

Sein Vorgehen begründete er mit der Behauptung, das zu Dänemark gehörende Territorium sei andernfalls nicht ausreichend vor Russland und China geschützt. Grönland ist zu rund 80 Prozent von Eis bedeckt, sechsmal so groß wie Deutschland, zählt jedoch nur knapp 57.000 Einwohner.

USA bekommen wohl mehr Befugnisse in Grönland

Nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte beim Weltwirtschaftsforum in Davos teilte Trump zuletzt mit, dass ein Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktis-Region entworfen worden sei. Dieser sehe vor, die Sicherheit im hohen Norden durch gemeinsames Handeln der Alliierten zu gewährleisten, insbesondere durch die sieben arktischen NATO-Staaten USA, Kanada, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island.

Vorläufige Einigung im Grönland-Streit: NATO-Generalsekretär Mark Rutte (l.) und US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in DavosBild: Mandel Ngan/AFP/Getty Images

Aus NATO-Kreisen heißt es zudem, die USA könnten ihre Militärpräsenz auf Grönland ausweiten und möglicherweise ein Mitentscheidungsrecht bei bestimmten Investitionen auf der rohstoffreichen Insel erhalten.

Geopolitische Ambitionen Moskaus in der Arktis

Innerhalb des Bündnisses wird betont, dass der hohe Norden als Tor zum Nordatlantik eine Schlüsselrolle einnehme. In der Region verlaufen zentrale Handels-, Transport- und Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa, die als strategisch verwundbar gelten und daher besonderen Schutz benötigen.

Zugleich wird auf die geopolitischen Ambitionen Moskaus verwiesen: Der Kreml betrachte die Arktis als zentral für seine Großmachtstrategie und zeige keine Anzeichen, militärische oder wirtschaftliche Aktivitäten dort zurückzufahren. Im Gegenteil habe Russland seine Präsenz deutlich ausgebaut, ein neues Arktis-Kommando eingerichtet und ehemalige sowjetische Militärstandorte, darunter Flugfelder und Tiefwasserhäfen, wieder in Betrieb genommen.

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Auch das wachsende Engagement Chinas im hohen Norden bereitet dem Bündnis Sorge. Peking bemühe sich um Zugang zu Energiequellen, kritischen Rohstoffen sowie zu strategisch bedeutsamen See- und Kommunikationsrouten.

Großbritannien kündigte unterdessen an, seine in Norwegen stationierten Truppen innerhalb von drei Jahren von derzeit rund 1000 auf 2000 Soldaten zu verdoppeln. Damit solle ebenfalls ein Beitrag zur Abschreckung in der Region geleistet werden. "Die Anforderungen an die Verteidigung steigen und Russland stellt die größte Bedrohung der Arktis und des hohen Nordens dar, die wir seit dem Kalten Krieg gesehen haben", erklärte Verteidigungsminister John Healey.

Grönland-Konflikt belastet NATO

Einen ähnlichen Einsatz hatte die NATO bereits im vergangenen September unter dem Eindruck von Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen gestartet. Die Mission "Eastern Sentry" ("Wächter des Ostens") führte insbesondere zur Mobilisierung zusätzlicher Überwachungs- und Flugabwehrkapazitäten. Deutschland stationierte damals Eurofighter-Kampfjets auf dem polnischen Militärflugplatz Malbork.

Für die NATO ist der Grönland-Konflikt seit Monaten ein hochsensibles Thema. Einerseits steht die Glaubwürdigkeit des Bündnisses auf dem Spiel, wenn ein führendes Mitglied damit droht, notfalls wirtschaftlichen oder militärischen Druck auszuüben, um Gebiete eines anderen NATO-Staates einzugliedern.

Andererseits gilt ein möglicher Austritt der USA aus dem Bündnis als strategisches Horrorszenario, da die Abschreckungsfähigkeit der NATO maßgeblich auf dem amerikanischen Atomwaffenarsenal und der Stärke der US-Streitkräfte beruht.

pgr/ie (dpa, afp)

Redaktionsschluss: 18:00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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