Das erste Punktspiel der NBA in Deutschland wird zum gelungenen Event - mit emotionalen Momenten für Moritz und Franz Wagner. Für die beste Basketballliga der Welt ist das Spiel ein weiterer Schritt nach Europa.
Für die Wagner-Brüder Moritz (l.) und Franz (r.) geht mit dem NBA-Spiel in ihrer Heimatstadt Berlin ein Traum in ErfüllungBild: Andreas Gora/dpa/picture alliance
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"Da ist eine große Dankbarkeit und Freude, dass wir das erleben dürfen, weil das etwas sehr Besonderes ist", sagte Moritz Wagner und strahlte immer noch. Er und sein Bruder Franz würden "erstmal ein bisschen Distanz brauchen, um zu checken, was da eigentlich passiert", meinte der Basketballer der Orlando Magic nach dem ersten regulären Saisonspiel der nordamerikanischen Profiliga NBA (National Basketball Association) auf deutschem Boden.
Sichtlich gerührt hatte der 2,11 große Center zuvor seine (sehr viel kleinere) Oma am Spielfeldrand in den Arm genommen, danach waren seine Eltern dran. 150 bis 200 Tickets hatten die Wagner-Brüder, die gemeinsam mit Tristan Da Silva, einem weiteren deutschen Nationalspieler für die Magic auflaufen, für Freunde und Familienmitglieder besorgt.
Es sollten möglichst viele Bekannte dabei sein, wenn ausgerechnet in Berlin, der Heimatstadt der Wagners, die große Basketball-Party steigt.
Legenden unter sich: Ex-Basketball-Star Dirk Nowitzki (l.) neben Fußball-Weltmeister Thomas Müller (r.)Bild: Andreas Gora/dpa/picture alliance
Die Stimmung war gut, die Arena an der Spree trotz der saftigen Eintrittspreise von durchschnittlich mehreren hundert Euro pro Karte mit 13.738 Zuschauern ausverkauft, und auch das Endergebnis stimmte: Nach schwachem Start ins Spiel steigerten sich die Magic und bezwangen die Memphis Grizzlies mit 118:111 (58:67).
"Man spürt die Energie. Ich bin ja selbst Fan. Da kriege ich Gänsehaut, wenn ich das sehe", sagte Moritz, der vier Jahre älter und deutlich extrovertierter ist als sein jüngerer Bruder. "Danach kommt der Gedanke, dass ich Teil dessen bin. Das ist eine riesige emotionale Überforderung. Deswegen hoffe ich, dass es die nächsten Wochen ein bisschen ruhiger wird und ich das verdauen kann."
Comebacks nach Verletzungen
Rund um die Wagners und ihre Heimkehr nach Berlin war in den Tagen vor dem Spiel ein riesiger Marketing-Marathon veranstaltet worden. Gleichzeitig hatten die beiden Brüder in der Vorbereitung auf ihren Deutschland-Besuch hoffen müssen, überhaupt vor den heimischen Fans spielen zu können.
Für Moritz war die Partie gegen die Grizzlies erst das zweite Spiel nach einem Kreuzbandriss und 386 Tagen Wettkampfpause. Franz gab in Berlin sein Comeback, nachdem er sich Anfang Dezember den Knöchel verstaucht hatte und mehrere Wochen draußen war.
Beide Wagner-Brüder waren vor dem Berlin Game verletzt, Moritz (r.) war sogar über ein Jahr ausgefallenBild: Andreas Gora/dpa/picture alliance
Entsprechend holprig verliefen die ersten Minuten des jüngeren Wagner-Bruders auf dem Feld, und es dauerte einige Zeit, bis er einen Wurf traf. "Das war mehr mental", sagte der 24-Jährige hinterher. "Von einer Verletzung zurückzukommen, ist nie leicht. Und dann ist das noch dieses Spiel. Es war eine emotionale und fordernde Woche. Ich war froh, dass ich am Ende ein paar Würfe getroffen habe."
Franz Wagner kam am Ende auf 18 Punkte, Bruder Moritz auf sieben. Tristan Da Silva steuerte acht Zähler bei. Für das Highlight des Abends sorgte aber einer ihrer Teamkollegen: Der 21-jährige Anthony Black stürmte am Ende des vierten Viertels alleine auf den gegnerischen Korb zu und setzte sich mit einem krachenden Dunking gegen vier Grizzlies-Verteidiger durch.
Nun zieht der NBA-Tross weiter nach London, wo am Sonntag das Rückspiel der beiden Teams ansteht. Für die Wagners wird es dort um einiges ruhiger werden. Schließlich sind sie in der britischen Hauptstadt wieder zwei unter vielen und nicht die beiden Brüder, die als Spieler der besten Basketballliga der Welt in ihre Heimatstadt zurückkehren.
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Europa wichtiger Markt für NBA
Europa gewinnt für die NBA rasant an Bedeutung. Nach dem Willen von NBA‑Chef Adam Silver sollen echte Punktspiele bald zur Regel werden.
Gleichzeitig soll die neu zu gründende NBA Europe ab Oktober 2027 den europäischen Basketball neu ordnen und wirtschaftlich deutlich stärker aufstellen. Sie soll - analog zu bestehenden Europapokal-Wettbewerben - ein paneuropäischer Wettbewerb sein, der parallel zu den nationalen Ligen läuft.
Europa bringe "weiterhin mit die besten Spieler der Welt hervor", sagte Silver in einer Pressekonferenz vor dem Spiel in Berlin, doch das kommerzielle Potenzial bleibe ungenutzt.
NBA-Commissioner Adam Silver möchte den europäischen Basketball-Markt mit einer eigenen Liga erobernBild: Soeren Stache/dpa/picture alliance
Gemeinsam mit dem Basketball-Weltverband FIBA arbeitet die NBA seit Längerem an dem Projekt, das in ihren Augen enormes Potential hat. "Unsere Gespräche mit verschiedenen Stakeholdern in Europa haben uns in der Überzeugung bestärkt, dass die Gründung einer neuen Liga auf dem Kontinent eine enorme Chance bietet", hieß es von Seiten der NBA.
Konflikte mit der EuroLeague
Dass es dabei zu Interessenkonflikten kommen wird, ist vorprogrammiert. Denn derzeit ist die EuroLeague die sportlich beste Liga in Europa. Sie ist außerhalb der FIBA privatwirtschaftlich organisiert und bestimmt selbst, wer mitspielen darf und wer nicht.
Klubs wie Olympiakos Piräus, Panathinaikos Athen, Fenerbahce Istanbul oder Real Madrid haben millionenschwere Starensembles zusammengestellt, die es sportlich auch mit vielen NBA-Teams aufnehmen könnten.
Berlin als "Modell eines Klubs"
Aus Deutschland ist nur Meister Bayern München mit dabei und auch Anteilseigner der Liga. Der Spitzenklub ALBA Berlin, der mehrere Jahre eine sogenannte Wildcard erworben hatte und damit startberechtigt war, zog sich vor der laufenden Saison aus finanziellen Gründen zurück.
Ein Wechsel in die NBA Europe wäre attraktiv. "Die NBA Europe wird kommen, und wir wollen dabei sein", erklärte ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi.
Die Chancen stehen gar nicht schlecht, dass Berlin als etablierte Marke und Metropole Teil der neuen Liga wird. "Sie sind das Modell eines Klubs, den wir gerne in einer potenziellen Europa-Liga sehen würden", sagte NBA-Boss Silver und lobte die Berliner als "ein Paradebeispiel, wie ein Topklub organisiert sein sollte".
In der ewigen Bestenliste der NBA stehen Basketball-Legenden wie Michael Jordan, Kareem Abdul-Jabar und Dirk Nowitzki weit oben. An der Spitze der Liste sammelt LeBron James auch in seiner 23. NBA-Saison weiter Punkte.
Bild: Jae C. Hong/AP Photo/picture alliance
Giannis Antetokounmpo - 21.377 Punkte*
Der Grieche mit nigerianischen Wurzeln wird 2015 von den Milwaukee Bucks gedraftet und spielt seitdem dort. Schnell entwickelt sich der vielseitige, 2,11 Meter große Forward zum Führungsspieler. Um den "Greak Freak" herum bauen die Bucks ein Team auf, das 2024 die Meisterschaft gewinnt. Antetokounmpo wird 2019 und 2020 zum MVP gewählt, dem wertvollsten Spieler der Liga. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Brynn Anderson/AP/dpa/picture alliance
Damian Lillard - 22.598 Punkte*
Elf Jahre lang läuft der 2,03 Meter große Point Guard und Top-Dreierschütze für die Portland Trail Blazers auf, bevor er 2023 zu den Milwaukee Bucks wechselt. Nachdem sich Lillard im April 2025 die Achillessehne reißt, entlassen ihn die Bucks, um Budget für andere Spieler zu haben. Lillard wechselt daraufhin trotz Verletzung als "Free Agent" zurück nach Portland. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Aaron Gash/AP Photo/picture alliance
DeMar DeRozan - 26.339 Punkte*
Vor seinem Wechsel zu den Sacramento Kings spielt der Small Forward für die Toronto Raptors, San Antonio und Chicago in der NBA. Im Vergleich zu anderen Top-Spielern schießt DeRozan nur wenige Drei-Punkte-Würfe, sondern punktet bevorzugt aus der Halbdistanz oder mit Drives zum Korb. DeRozan ist im Oktober 2022 der 50. NBA-Profi, der 20.000 Karriere-Punkte erreicht. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Christopher Katsarov/The Canadian Press via AP
Stephen Curry - 26.447 Punkte*
Wohl kein NBA-Profi beherrscht den Wurf jenseits der Drei-Punkte-Linie so gut wie er. Seit Dezember 2021 hält Curry den Allzeit-Rekord für die meisten verwandelten Dreier. Der kleine Guard der Golden State Warriors ist aber mehr als ein Weitwurf-Spezialist. Zweimal wird er zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. (*Stand: 16. Februar 2026)
Bild: Michael Wyke/AP Photo/picture alliance
Russell Westbrook - 27.001 Punkte*
Der MVP von 2017 ist der NBA-Profi mit den meisten Triple Doubles, zweistelligen Werten pro Spiel in drei Kategorien. Zu Karrierebeginn bildet Westbrook in Oklahoma mit James Harden und Kevin Durant ein starkes Trio, bleibt aber titellos. Nach Stationen in Houston, Washington, bei den L.A. Lakers und L.A. Clippers und Denver spielt Westbrook seit 2024 für Sacramento. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Gerald Leong/AP Photo/picture alliance
Shaquille O'Neal - 28.596 Punkte
Der bullige 2,16-Meter-Center erzielt fast alle Punkte aus kurzer Distanz. Eklatant ist seine Schwäche bei Freiwürfen. Das Foulen O'Neals vor dem Wurf ("Hack-a-Shaq") machen viele Gegner daher zu ihrer Taktik. O'Neal, von 1992 bis 2011 für Orlando, die Lakers, Miami, Phoenix, Cleveland und Boston aktiv, geht trotzdem meist als Sieger vom Feld. Er wird viermal Meister und einmal MVP der Liga.
Bild: picture-alliance/Pressefoto Ulmer
James Harden - 28.863 Punkte*
Seine Verteidiger sind nicht zu beneiden: Lässt man "The Beard" Platz, trifft er den Dreier, geht man näher ran, dribbelt er vorbei. Harden spielt seit 2009 in der NBA für Oklahoma City, Houston, Brooklyn und Philadelphia und die LA Clippers. Im Dezember 2025 erreicht Harden die Top-Ten der NBA-Scorer. Im Februar 2026 wird er zu den Cleveland Cavaliers getraded. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: David Zalubowski/AP Photo/picture alliance
Wilt Chamberlain - 31.419 Punkte
Bevor Wilt Chamberlain 1959 NBA-Profi wird, spielt er ein Jahr lang für die Show-Truppe Harlem Globetrotters. Als Profi stellt er zahlreiche Punkterekorde auf. Unerreicht ist seine Marke aus dem Spiel Philadelphia gegen New York im Jahr 1962. Chamberlain erzielt 100 Punkte. Insgesamt 118 Mal schafft er 50 oder mehr Zähler in einem Spiel. 1999 stirbt er im Alter von 63 Jahren an Herzversagen.
Bild: picture-alliance/AP Images
Dirk Nowitzki - 31.560 Punkte
Unaufgeregt, immer bescheiden, oft nicht sehr spektakulär, aber meist beeindruckend sicher bringt Dirk Nowitzki seine Würfe ins Ziel. Unerreichte 21 Saisons - von 1998 bis 2019 - ist "Dirkules" den Dallas Mavericks treu. 2011 holt er mit den Mavs den Meistertitel. Als erster Europäer knackt Nowitzki die 20.000-Punkte-Marke und ist der sechste NBA-Profi, der die 30.000er-Schallmauer durchbricht.
Bild: Reuters/USA TODAY Sports
Kevin Durant - 31.862 Punkte*
Mit Golden State gewinnt "KD" 2017 und 2018 den NBA-Titel. Zuvor wird der elegante Forward bei Oklahoma City zum MVP der Saison 2014 gewählt. Von 2019 bis 2023 spielt er für Brooklyn, hat dort aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Im Februar 2023 wechselt Durant, der mit den USA dreimal Olympia-Gold gewinnt, nach Phoenix, im Sommer 2025 zu den Houston Rockets. (*Stand 16. Februar 2026).
Bild: Mike Stewart/AP Photo/picture alliance
Michael Jordan - 32.292 Punkte
Die 23 trägt "Air" Jordan schon auf dem College in North Carolina - bei den Chicago Bulls wird er damit zur Legende und holt sechs Titel. Jordans besondere Spezialität ist der "Buzzer Beater", ein entscheidender Wurf mit der Schlusssirene. Jordan gilt vielen bis heute als "bester Basketballer aller Zeiten". Seine Zahlen wären noch gigantischer, hätte er seine Karriere nicht zweimal unterbrochen.
Bild: Beth A. Keiser/AP Photo/picture alliance
Kobe Bryant - 33.643 Punkte
Nicht viele Basketballer können so elegant spielen wie die "Black Mamba". Der Guard der LA Lakers, der als Sohn eines US-Basketballprofis in Italien aufwächst, spielt ab 1996 in der NBA, immer für die Lakers. Er führt sein Team zu fünf Titeln. Mit 37 Jahren zwickt der Rücken und nach 20 Saisons ist im April 2016 Schluss. Bryant kommt 2020 mit 41 Jahren bei einem Helikopter-Absturz ums Leben.
Bild: Mike McGinnis/ZUMA/picture alliance
Karl Malone - 36.928 Punkte
Er wird "Mailman" genannt, und fast jede seiner Sendungen findet in Form eines geworfenen Basketballs das Ziel. Der bullige Power Forward läuft 18 Saisons für die Utah Jazz auf und ein Jahr für die Lakers. Meister wird er nie, dafür 1992 in Barcelona Olympiasieger mit dem "Dream-Team". Malone (l.) und sein Vorlagengeber John Stockton (r.) stehen als Bronzestatuen vor der Arena in Salt Lake City.
Bild: ZUMA Press/IMAGO
Kareem Abdul-Jabbar - 38.387 Punkte
Kareem Abdul-Jabbar und sein kaum zu verteidigender Hakenwurf "Sky Hook" sind legendär. Zwischen 1969 und 1989 spielt der als Ferdinand Lewis Alcindor geborene Abdul-Jabbar, der 1971 zum Islam konvertiert, für die Milwaukee Bucks und die Los Angeles Lakers. Sechsmal wird der 2,18 Meter lange Center Meister und sechsmal MVP. 19 Mal steht der "Captain" im Aufgebot des All-Star-Games.
Bild: picture-alliance/ZUMA Press
LeBron James - 42.975 Punkte*
Kaum ein NBA-Profi ist ähnlich hoch dekoriert wie der Forward, der seit 2018 für die Los Angeles Lakers spielt und 2025/2026 seine 23. Saison absolviert. Viermal wird er wertvollster Spieler der Liga (MVP), viermal zum MVP der NBA-Finals. Den Meistertitel gewinnt James ebenfalls viermal. 2012 und 2013 mit den Miami Heat, 2016 mit Cleveland und 2020 mit den Lakers. (*Stand 16. Februar 2026)