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Neue Einreise: Afghanen mit Aufnahmezusage in Deutschland

21. November 2025

Flucht vor Taliban: Erneut sind aus Pakistan Afghanen mit Aufnahmezusage nach Deutschland eingereist. Viele harrten lange in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aus.

Frauen mit Kopftuch und Kind auf dem arm schieben Gepäckwagen (20.11.2025)
Vorerst am Ziel: Afghanische Familien bei der Einreise am Flughafen HannoverBild: Julian Stratenschulte/dpa/picture alliance

Die lange Wartezeit in Pakistan hat für einige weitere Afghaninnen und Afghanen aus den Bundesaufnahmeprogrammen ein Ende. Zum sechsten Mal seit dem Regierungswechsel in Deutschland sind aus der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Afghanen mit Aufnahmezusage nach Deutschland eingereist, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mitteilte. Es handelt sich um 52 Personen - sie landeten in Berlin und Hannover. 

Neue Bundesregierung stoppte Aufnahmeprogramm

Die neue Bundesregierung hat bislang nur Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland fliegen lassen, die eine Zusage über das Bundesaufnahmeprogramm erhalten und erfolgreich auf Erteilung eines Visums geklagt hatten. Viele afghanische Familien harren seit Monaten oder gar Jahren in Islamabad aus.

Wie ein Afghane auf die Ausreise nach Deutschland wartet

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Frühere Bundesregierungen hatten ihnen Schutz versprochen und verschiedene Aufnahmeprogramme aufgelegt. Es ging um zwei Gruppen: Zur ersten gehören frühere Ortskräfte der Bundeswehr und von deutschen Institutionen und ihre Angehörige. Daneben sollten über das Programm auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fürchten müssen - etwa weil sie sich in der Vergangenheit als Anwälte oder Journalistinnen für Menschenrechte eingesetzt haben.

Die seit Mai regierende Koalition aus CDU/CSU und SPD stellte diese Programme allerdings infrage, stoppte zunächst die Aufnahmen und zweifelt die Verbindlichkeit der Zusagen an. 134 Menschen waren seitdem eingereist, nachdem sie die Aufnahme gerichtlich erkämpft hatten. Mit den neuen Einreisen erhöht sich deren Zahl auf 186.

Ärztin in Deutschland werden

Dass einige der Betroffenen und ihre Angehörigen trotz des Stopps Visa erhalten, liegt daran, dass in Deutschland Klagen angestrengt wurden, um ihre Einreise durchzusetzen. Unterstützt werden die Betroffenen dabei teils von der Organisation "Kabul Luftbrücke".

Afghanin verklagt Deutschland - und darf endlich einreisen

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Eine junge Frau, die zu der jüngsten Gruppe von Ausreisenden gehört, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): "In Afghanistan war ich Medizinstudentin und wollte unbedingt Ärztin werden." Ihr Studium habe sie in Afghanistan schließlich aufgeben müssen. "Mein einziger Wunsch ist, mein Studium in Deutschland fortzusetzen."

Charterflüge für die Ausreise

Nach dpa-Informationen wird inzwischen auch darüber nachgedacht, wie unter der Vorgängerregierung Flugzeuge zu chartern, um die Menschen nach Deutschland zu bringen. Hintergrund ist Zeitdruck: Pakistan will ab dem neuen Jahr auch Afghanen mit Aufnahmezusage aus Deutschland wieder zurück in ihr Heimatland abschieben.

Einen konkreten Termin für einen möglichen Charterflug gibt es aber noch nicht. Insgesamt warten rund 1900 Afghaninnen und Afghanen in Pakistan auf eine Ausreise nach Deutschland. 

Bundesregierung bietet Geld gegen Ausreiseverzicht 

Erst kürzlich hatte die Bundesregierung einem Teil der Menschen in den Aufnahmeverfahren Geld angeboten, wenn sie aus dem Programm ausscheiden. Doch nur wenige afghanische Familien sind bereit, gegen die angebotene Geldzahlung auf eine sichere Aufnahme in Deutschland zu verzichten.

Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Mittwoch sagte, haben 62 Menschen die Bereitschaft erklärt, das Angebot anzunehmen. Das entspreche zehn Prozent der Angeschriebenen. Weitere befänden sich noch "im Entscheidungsprozess".

Afghanen mit Aufnahmezusage lehnen Geldangebot ab

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Betroffene Afghanen hatten sich Anfang November mit einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gerichtet. "Viele von uns haben mit Deutschland zusammengearbeitet und wertvolle Lebensjahre an Ihrer Seite verbracht. Wir waren wichtige Verbündete, Kameraden, Mitstreiter und Freunde", heißt es in dem Schreiben, das der dpa vorliegt. "Es trifft unsere Herzen tief, wenn uns jemand mit Geld dazu bewegen will, dass wir unsere Sicherheit verkaufen - und einige von uns auch ihr Leben."

fab/AR (dpa, afp, epd)

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