Neue Kultur bei Deutscher Bank
10. September 2012
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" berichten in ihren Montagsausgaben, die Deutsche Bank plane, ihre angekündigten Sparmaßnahmen noch auszuweiten. Das werde vor allem die Sparte Investmentbanking betreffen. Die neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen planten demnach, Standorte in London zusammenzulegen und Gebäude zu verkaufen. Auch in anderen Städten sollten die Kosten für Immobilien gesenkt werden.
Ende Juli hatte die Bank mitgeteilt, sparen zu wollen und die Streichung von 1900 Stellen angekündigt. 1500 davon sollen in der Investment-Sparte wegfallen. Zurzeit beschäftigt die Deutsche Bank etwa 100 000 Menschen. Mit ihrem Programm wollen Jain und Fitschen die jährlichen Ausgaben der Bank um etwa drei Milliarden Euro reduzieren,
Eine neue Unternehmenskultur
Die bisher geübte Praxis von Bonus-Zahlungen soll laut Süddeutscher Zeitung revidiert werden. Dazu gehöre eine Kürzung der Zahlungen sowie ein neues Bewertungssystem. Danach würden zukünftig auch Faktoren wir Mitarbeiterführung und Kundenorientierung in die Bewertung des Führungspersonals einfließen und die Höhe eines Bonus bestimmen.
Die Zeitung zitiert dazu einen Arbeitnehmervertreter der Bank, der diese Pläne der Geschäftsführung als einen "wirklichen Kulturwandel in der Bank" bezeichnete. Die Deutsche Bank selbst wollte die Berichte nicht kommentieren. Sie verwies auf eine Pressekonferenz am morgigen Dienstag, auf der die Sparpläne der Geschäftsführung erläutert werden sollen. Die Anleger sehen dieser Presskonferenz offenbar mit Vorfreude entgegen. In Erwartung eines fundierten Sparkonzeptes schoss der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie im frühen Handel um zwei Prozent nach oben.
dk/ hb (dpa/dapd/afp/rtr)