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Neuer EZB-Vize kommt wohl aus Spanien

19. Februar 2018

Nachdem Irland seinen Kandidaten zurückgezogen hat, wird der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos wohl Vizechef der EZB. Die Neubesetzung beeinflusst auch die anstehende Wahl eines Nachfolgers von Mario Draghi.

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos
Spaniens Wirtschaftsminister Luis de GuindosBild: Reuters/File Photo/S. Perez

Der Weg für den Spanier Luis de Guindos in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) scheint frei zu sein. Auslöser ist die Entscheidung Irlands, seinen Kandidaten für das Amt des EZB-Vizepräsidenten zurückzuziehen. Vakant wird der Posten des zweiten Mannes hinter Mario Draghi, weil der aktuelle Vizechef, der Portugiese Vitor Constancio, Ende Mai planmäßig aus dem Amt scheiden wird.

De Guindos und der irische Notenbankchef Philip Lane waren die einzigen zwei Kandidaten im Gespräch. "Ich glaube, das wäre eine vortreffliche Wahl, wenn sich die Eurogruppe heute oder bei der nächsten Sitzung auf seine Person verständigt", sagte der geschäftsführende deutsche Finanzminister Peter Altmaier mit Blick auf die Nominierung Guindos'.

Auch die Finanzminister der Eurozone haben den Spanier Luis de Guindos für den Posten des Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgeschlagen. Die Minister der 19 Euro-Länder unterstützten bei ihrem Treffen in Brüssel die Kandidatur des spanischen Wirtschaftsminister, wie der EU-Rat mitteilte. Nach einer Entscheidung der Eurogruppe müssen am Dienstag die Finanzminister aller 28 EU-Staaten den Vorschlag billigen. Entscheiden müssen über die Personalie letztlich die Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel im März.

Gute Chancen für Weidmann

Luis De Guindos ist seit 2011 Wirtschaftsminister Spaniens. Für seine Kandidatur führte er unter anderem die ökonomischen Erfolge seines Landes ins Feld. So stellte er in Aussicht, Spanien werde 2018 die Wachstumsprognose der EU von 2,6 Prozent übertreffen.

Bundesbank Präsident Jens Weidmann (r.) könnte auf Mario Draghi folgen (l.)Bild: Getty Images/AFP/D. Roland

Die Neubesetzung gilt als richtungweisend für die 2019 anstehende Wahl eines Nachfolgers von EZB-Chef Mario Draghi. Nach Einschätzung von Experten dürften die Aussichten von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann auf den EZB-Chefsessel steigen, sollte ein Südeuropäer Vize werden. Eine Ernennung Weidmanns könnte Folgen für die geldpolitische Ausrichtung der EZB haben. Die Zentralbank verfolgt seit geraumer Zeit eine ultralockere Geldpolitik. Sparer bekommen seit Jahren kaum noch Zinsen, zugleich profitieren Schuldner von günstigen Krediten. Weidmann gilt als Kritiker dieses Kurses. 

Hochrangige Vertreter aus der Euro-Zone hatten dem Spanier zuletzt bereits mehr Chancen eingeräumt, nachdem dieser einem Insider zufolge auch die Rückendeckung Frankreichs bekam. Das EU-Parlament sprach sich dagegen für Lane aus. Allerdings hat das Parlament bei der Neubesetzung nur eine beratende Funktion. So hatten vor sechs Jahren die Länder den Luxemburger Yves Mersch gegen den Willen des EU-Parlaments ins sechsköpfige EZB-Direktorium berufen.

nm/stu (dpa, afp, rtr)

 

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