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Terrorismus

Neuseeland will Waffengesetze verschärfen

16. März 2019

Bei der Moschee-Attacke in Christchurch wurden 49 Menschen erschossen. Der Attentäter wurde offiziell des Mordes beschuldigt. Nun hat Ministerpräsidentin Jacinda Ardern erste Konsequenzen angekündigt.

Neuseeland | Anschlag von Christchurch | Polizei durchsucht Gegend um Moschee
Polizisten durchsuchen die Gegend um die Al-Nur-Moschee in ChristchurchBild: picture-alliance/AP Photo/M. Baker

Einen Tag nach den tödlichen Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland hat Premierministerin Jacinda Ardern gefordert, die Waffengesetze zu verschärfen. Der Attentäter habe die fünf Tatwaffen legal erworben, nachdem er im November 2017 einen Waffenschein erhalten habe, sagte Ardern. Zwar müssten die Umstände der Vergabe des Waffenscheins noch geprüft werden, "aber eines kann ich jetzt schon sagen: Unsere Waffengesetze werden geändert."

Bild: Getty Images/M. Tantrum

Weiter erklärte die Premierministerin: "Allein anhand der Tatsache, dass dieser Mensch einen Waffenschein bekam und Waffen dieses Kalibers kaufen konnte, werden viele Menschen Änderungen verlangen, und ich werde mich dafür einsetzen." Bislang kann in Neuseeland jeder Bürger über 16 Jahren einen Waffenschein erhalten, wenn er zuvor einen Sicherheitskurs durchlaufen hat.

49 Tote, viele Verletzte

Zur Zeit des Freitagsgebets hatte ein Mann in der Al-Nur-Moschee von Christchurch mit einer Schnellfeuerwaffe um sich geschossen. Seine Tat filmte er mit einer Helmkamera und übertrug die Bilder live ins Internet. Die Polizei zählte am Tatort 41 Leichen. Einige Zeit später wurden in einer anderen Moschee der Stadt weitere acht Menschen erschossen. Unter den Opfern sind auch mehrere Kinder. Der mutmaßliche Haupttäter - ein Australier - sowie zwei weitere Verdächtige wurden festgenommen. Im Wagen des Hauptverdächtigen wurden neben den Schusswaffen auch mehrere selbstgebaute Sprengsätze sichergestellt, wie die Polizei nun mitteilte.

Bei der Terrorattacke kamen unter anderem zwei halbautomatische Waffen zum Einsatz, mit denen Schützen besonders schnell viele Menschen töten können. Premierministerin Ardern sagte, sie werde prüfen, solche Waffen ganz verbieten zu lassen. Ardern bestätigte zudem, dass der Attentäter bislang nicht im Visier der neuseeländischen Sicherheitsbehörden war, obwohl er sich im Internet extremistisch geäußert hatte. Es werde geprüft, ob der Mann den Behörden früher hätte auffallen müssen.

Attentäter vor Gericht

Der Hauptverdächtige wurde am Tag nach der Tat bereits einem Richter vorgeführt und offiziell des Mordes beschuldigt. Weitere Anschuldigungen würden folgen, teilte die neuseeländische Polizei mit. Das Bezirksgericht von Christchurch habe die Entscheidung bei einer Anhörung unter großen Sicherheitsvorkehrungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt. Der 28-jährige Rechtsextremist und frühere Fitnesstrainer soll am 5. April erneut vor Gericht erscheinen.

Der Hauptverdächtige verfolgte die Anhörung ohne erkennbare RegungBild: Reuters/M. Mitchell

Nach der Attacke verstärkte die Polizei in Neuseeland Maßnahmen zum Schutz muslimischer Veranstaltungen. Bürger wurden über Twitter aufgerufen, Verdächtiges sofort zu melden. Auch Kanada verstärkte nach dem Moschee-Anschlag den Schutz für islamische Gotteshäuser. Der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, hob zwar hervor, dass es "keine bekannte Verbindung" zwischen Kanada und den Anschlägen in Christchurch gebe. Allerdings gehört zu den Namen, die der Attentäter von Christchurch auf eine seiner Waffen geschrieben hatte, auch der des Kanadiers Alexandre Bissonnette. Dieser hatte im Januar 2017 das Feuer auf Gläubige in einer Moschee in der Stadt Québec eröffnet und dabei sechs Menschen getötet.

ie/jj (dpa, afp, rtr)

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