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Anschlag am Bondi Beach: Angeklagter per Video vor Gericht

16. Februar 2026

Der mutmaßliche Attentäter des antisemitischen Anschlags am Bondi Beach im australischen Sydney ist erstmals vor Gericht geladen worden. Der Angeklagte erschien nicht persönlich, sondern wurde per Video zugeschaltet.

Trauer und Gedenken nach Massaker an Bondi Beach während Chanukka-Feier
Bei dem Anschlag am Bondi Beach wurden 15 Menschen getötet, zahlreiche wurden verletztBild: The Bondi Reporter/Bestimage/IMAGO

Dem 24-jährigen Naveed Akram werden 59 Straftaten zur Last gelegt, darunter 15-facher Mord, 40-facher versuchter Mord sowie ein ‌Terrorvergehen. ⁠Nach Angaben der ⁠Polizei soll Akram die Tat vom 14. Dezember gemeinsam mit seinem 50-jährigen Vater begangen haben, der am Tatort erschossen wurde.

Die ​mutmaßlichen Täter hatten mehr als 1000 Menschen bei einer Chanukka-Feier in ​einem Park direkt am Bondi Beach mit Schusswaffen angegriffen. ​Viele ‌der feiernden Menschen gehörten zu örtlichen jüdischen Gemeinden. Australische Behörden haben den Angriff als gezielten antisemitischen Anschlag bezeichnet.

Keine Stellungnahme

Akram wurde zu dem ‌Gerichtstermin per Video aus einem Hochsicherheitsgefängnis zugeschaltet. Er nahm ​während der Anhörung nicht zu den Vorwürfen Stellung. Sein Anwalt Ben Archbold sagte, es sei noch zu früh, um zu sagen, wie sich sein Mandant zu ​den Vorwürfen äußern werde. Er habe mit Akram noch nicht über die Einzelheiten des mutmaßlichen Angriffs gesprochen.

Anwalt Ben Archbold vertritt den mutmaßlichen Attentäter vor GerichtBild: Bianca De Marchi/AAP/REUTERS

Vor Journalisten sagte Archbold, ⁠er ​habe Akram im Gefängnis besucht. Seinem Mandanten ​gehe es angesichts der "sehr harten Bedingungen" im Gefängnis "den Umständen entsprechend gut". Das Verfahren ​soll im April fortgesetzt ‌werden.

Australiens bevölkerungsreichster Bundesstaat New South Wales hatte als Reaktion auf den Angriff mit Schusswaffen bereits ​im Dezember ⁠in einer Dringlichkeitssitzung weitreichende neue Gesetze verabschiedet. Es wurden Waffengesetze verschärft, die öffentliche Zurschaustellung ⁠von Terrorsymbolen ​verboten und die Befugnisse der Polizei erweitert.

Monatelang auf das Attentat vorbereitet

Die australischen Behörden gehen davon aus, dass Naveed Akram und sein Vater Sajid Akram von der Ideologie der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) beeinflusst waren. Auf dem Mobiltelefon eines der beiden sei eine Aufnahme gefunden worden, auf der sie vor einer Fahne des IS stehend einen Auszug aus dem Koran zitieren und Angaben zu "ihren Motiven" machten, heißt es von den Ermittlern.

Die Bestürzung und Trauer über den antisemitischen Anschlag war und ist groß. Hier eine Kranzniederlegung einen Tag nach dem Attentat.Bild: Mark Baker/AP Photo/dpa/picture alliance

Den Unterlagen der Behörden zufolge hatten sich Vater und Sohn "akribisch" und "viele Monate lang" auf den Angriff vorbereitet. Sie hielten "Schusswaffen-Trainings" in ländlichem Gebiet ab, vermutlich in New South Wales. Auf Bildern sind die beiden beim Abfeuern von Schrotflinten zu sehen. Wenige Tage vor dem Attentat erkundeten die beiden Männer in der Nacht das Gelände am Bondi Beach, der zu den bekanntesten und beliebtesten Stränden Australiens gehört. 

haz/pgr (rtr, afp)

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