News kompakt: 24 in Nigeria gekidnappte Mädchen wieder frei
26. November 2025
Nach dem Überfall auf eine Schule in Nigeria Mitte November sind die dabei verschleppten Mädchen wieder in Sicherheit. Die 24 Schülerinnen seien wohlauf, teilte der Präsidentensprecher des westafrikanischen Landes, Bayo Onanuga, mit. Die Freilassung sei mit friedlichen Mitteln erreicht worden, um keine Leben zu gefährden. Details nannte Onanuga nicht.
Die Schülerinnen waren am 17. November aus einer staatlichen Mädchenschule in Maga im Bundesstaat Kebbi im Nordwesten Nigerias entführt worden. Der Angriff löste eine Welle von Nachahmungstaten in anderen Regionen aus. Präsident Bola Tinubu kündigte den Einsatz von Soldaten an, um weitere Entführungen zu verhindern.
Bolsonaro muss für 27 Jahre ins Gefängnis
Weil er alle Rechtsmittel ausgeschöpft hat, muss Brasiliens früherer Präsident Jair Bolsonaro seine Haftstrafe antreten. Das hat Bundesrichter Alexandre de Moraes entschieden. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof in Brasília das Urteil gegen Bolsonaro wegen eines Putschversuchs Anfang 2023 für rechtskräftig erklärt. Der rechtsradikale Politiker muss nun eine mehr als 27-jährige Haftstrafe verbüßen.
Bolsonaro befindet sich bereits seit Samstag in Brasília in Gewahrsam. Er hatte seine elektronische Fußfessel beschädigt und war deshalb wegen "erhöhter Fluchtgefahr" aus dem Hausarrest ins Gefängnis verlegt worden.
Bundestag debattiert über Politik von Kanzler Merz
Im Deutschen Bundestag findet an diesem Mittwoch die Generaldebatte über den weiteren Kurs der Bundesregierung statt. Anlass ist die Aussprache über den Einzeletat des Kanzleramtes, die traditionell zu einem Schlagabtausch zwischen Regierung und Opposition genutzt wird.
Zum Auftakt spricht Alice Weidel, die Fraktionschefin der größten Oppositionspartei, der rechten AfD. Danach verteidigt Bundeskanzler Friedrich Merz von der konservativen CDU seine Politik. Anschließend folgen Reden von Vertretern aller Fraktionen im Bundestag. Merz dürfte auch auf die laufenden Verhandlungen über einen Waffenstillstand in der Ukraine eingehen. Das für ihn schwierigste innenpolitische Thema in der Debatte wird der Streit über das Rentenpaket sein, gegen das die jungen Abgeordneten in der CDU/CSU-Fraktion auf die Barrikaden gehen.
Der Haushalt 2026 hat insgesamt eine Höhe von 524,54 Milliarden Euro. Dies sind rund 22 Milliarden Euro mehr als im Etat 2025. Die Schlussabstimmung über den Bundeshaushalt 2026 erfolgt am Freitag. Es ist bereits die zweite Abstimmung über einen Bundeshaushalt in diesem Jahr: Der Etat für das laufende Jahr 2025 war wegen des Regierungswechsels erst im September beschlossen worden.
Afrika und Europa wollen enger kooperieren
Die Afrikanische Union und die Europäische Union wollen ihre Zusammenarbeit in der Migrationspolitik ausbauen. In der Abschlusserklärung des AU-EU-Gipfels in Angolas Hauptstadt Luanda kündigen beide Seiten an, irreguläre Migration stärker zu verhindern sowie Schleusungen und Menschenhandel entschiedener zu bekämpfen. Rückführungen und die nachhaltige Reintegration sollen effizienter gestaltet werden - auch durch die Förderung freiwilliger Rückkehr. Zugleich bekräftigen AU und EU ihr gemeinsames Bekenntnis zum Schutz von Menschen, die vor Gewalt, Konflikten oder Verfolgung fliehen.
Einen Schwerpunkt setzt die Erklärung zudem auf den Ausbau legaler Wege für Migration und Mobilität, etwa für Studierende, Forschende und Fachkräfte. Dazu gehört die bessere Anerkennung von Hochschul- und Berufsabschlüssen. An dem zweitägigen Gipfel nahmen die Mitgliedstaaten von AU und EU teil. Zusammen vertreten sie 82 Länder mit nahezu zwei Milliarden Bürgern.
Giftiges Gas tötete wohl Familie aus Hamburg in Istanbul
In der Türkei sind neue Erkenntnisse zum Tod einer Touristenfamilie aus Hamburg in Istanbul bekannt geworden. Wie Medien berichten, gilt eine Vergiftung mit dem toxischen Gas Phosphin als wahrscheinlich, das beim Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln entstehen kann.
Reste des Stoffs seien unter anderem auf Wischproben aus dem Hotelzimmer festgestellt worden. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Bericht der Rechtsmedizin. Die finale Klärung der Todesursache stehe aber noch aus, heißt es aus der Türkei. Eine zunächst im Raum stehende Lebensmittelvergiftung als Todesgrund Mitte November wurde als weniger wahrscheinlich bezeichnet.
EU verschärft Regeln für Spielwaren
Das Europa-Parlament hat strengere Vorgaben für den Verkauf von Kinderspielzeug angenommen. Die Abgeordneten bestätigten neue Regeln, die unter anderem bestimmte Chemikalien verbieten und Online-Marktplätzen mehr Pflichten auferlegen. Damit sollen Kinder in der Europäischen Union besser vor unsicherem Spielzeug geschützt werden.
Ein Kernpunkt der neuen Vorgaben ist ein digitaler Produktpass, den künftig jedes in der EU angebotene Spielzeug haben soll. Die Liste verbotener Stoffe soll unter anderem um Substanzen erweitert werden, die das Hormonsystem von Kindern beeinflussen. Damit die Spielwarenindustrie die neuen Anforderungen umsetzen kann, gilt ein Übergangszeitraum von viereinhalb Jahren. Frühestens im Jahr 2030 dürften die Vorschriften also greifen.
Die Vizepräsidentin des Europa-Parlaments, Katarina Barley, nannte die neue Verordnung ein "starkes Zeichen für Gesundheit und Verbraucherschutz" und warf Plattformen wie Temu und Shein vor, "den Markt mit gefährlichen Spielzeugen" zu fluten.
Weitere Festnahmen nach Kunstraub im Louvre
Gut fünf Wochen nach dem spektakulären Kronjuwelen-Diebstahl im Pariser Louvre hat die französische Polizei vier weitere Verdächtige in Gewahrsam genommen. Es handele sich um zwei Männer im Alter von 38 und 39 Jahren und zwei Frauen im Alter von 31 und 40 Jahren aus dem Großraum Paris, teilte die Staatsanwaltschaft in Frankreich mit. Die Ermittler äußerten sich nicht dazu, ob unter den Festgenommenen auch der bislang noch gesuchte vierte Einbrecher ist.
Die Täter waren am 19. Oktober am helllichten Tag in das berühmte Museum eingestiegen und hatten Kronjuwelen von unschätzbarem historischen Wert gestohlen. Von der Beute fehlt weiterhin jede Spur. Die Täter waren mithilfe eines Lastenaufzugs durch ein Fenster in einen Austellungssaal eingedrungen. Sie entkamen mit ihrer Beute auf demselben Weg und flüchteten mit Motorrollern. Der Louvre ist mit rund neun Millionen Besuchern pro Jahr das meistbesuchte Museum der Welt. Nach dem Diebstahl war die Museumsleitung wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen in die Kritik geraten.
AR/as/pgr (afp, dpa, rtr, epd, ap)
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