News kompakt: Dobrindt stuft die Bedrohungslage hoch
18. Juli 2026
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt vor einer verschärften Sicherheitslage in Deutschland. Er habe sich dadurch veranlasst gesehen, "die bislang formulierte abstrakte Bedrohungslage zu einer hohen Bedrohungslage hochzustufen", sagte Dobrindt der Zeitung "Welt am Sonntag". Das bedeute, dass hierzulande jederzeit mit dem Risiko von Anschlägen zu rechnen sei. Anschlagspläne gegen Deutschland seien "klar erkennbar". Diese richteten sich nicht nur gegen die deutsche Infrastruktur, sondern beträfen auch Personen oder Einrichtungen, führte der konservative Minister weiter aus.
Dobrindt betonte in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Geheimdienste. "Mein Ziel ist es, dass wir die Nachrichtendienste weiterentwickeln zu echten Geheimdiensten, um wettbewerbsfähig und partnerschaftsfähig mit unseren befreundeten Diensten im Ausland zu sein." Dies könnte in akuten Terrorlagen auch bedeuten, dass Verfassungsschützer Wohnungen betreten und durchsuchen, wenn Polizeikräfte nicht rechtzeitig verfügbar seien, sagte der Minister.
US-Armee vermeldet neue Angriffswelle auf Ziele im Iran
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht außer Kontrolle zu geraten. In der nunmehr siebten Angriffsnacht in Folge bombardierten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben unter anderem iranische Überwachungsanlagen und unterirdische Waffenlager. Örtliche Medien sprachen hingegen erneut von Angriffen auf zivile Infrastruktur.
Der Iran holte wie schon in den vorherigen Nächten zu Vergeltungsschlägen aus. Dabei gerieten abermals die Golfstaaten Kuwait und Bahrain unter Beschuss. Es gab zudem Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien und Jordanien, wo sich ebenfalls US-Militärstützpunkte befinden.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Samstagmorgen, sie hätten mit einem "kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz" vier Schiffe in der Straße vor Hormus gestoppt. Zudem seien in der Meerenge zwei Öltanker auf Minen aufgefahren und "explodiert". Dies wurde von der US-Armee dementiert.
UN befürchten humanitäre Katastrophe in El Obeid
Im Sudan benötigen Hunderttausende Menschen in der belagerten Großstadt El Obeid dringend Hilfe. Der Hunger dort verschlimmere sich immer weiter, betont das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP). Eigentlich habe die Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan rund 500.000 Einwohner. Diese Zahl habe sich aufgrund der Ankunft von Binnenflüchtlingen inzwischen fast verdoppelt.
El Obeid entwickle sich zum "Epizentrum der Vertreibungs- und Hungerkrise im Sudan", sagte WFP-Landesdirektor Abdallah Alwardat. Man könne den Menschen wegen Geldmangels nur reduzierte Lebensmittelrationen geben.
Die Großstadt steht unter Kontrolle der sudanesischen Regierungstruppen. Sie wird aber von Milizen der rivalisierenden Rapid Support Forces (RSF) belagert. Die Menschen in El Obeid seien deswegen ständigen Drohnenangriffen ausgesetzt, berichtete das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf.
Spahn verteidigt Inanspruchnahme einer Leihmutter
In Deutschland bleibt es nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beim Verbot von Leihmutterschaften. An der geltenden Rechtslage sollten keine Änderungen vorgenommen werden, erklärte Merz. Der Kanzler reagierte damit auf die Debatte um seinen Parteifreund Jens Spahn, der die konservative Unionsfraktion im Bundestag anführt.
Spahn und sein Ehemann wurden Väter, indem eine Frau in den USA für sie ein Kind ausgetragen hat. Erst im Februar hatte sich die CDU auf ihrem Parteitag wieder klar gegen Leihmutterschaften positioniert. Spahn selbst verteidigte den Weg der Familiengründung. Er habe lange mit sich gerungen, sich aber letztlich dafür entschieden.
Mit Mecklenburg-Vorpommern forderte am Freitag ein erster Landesverband der Christdemokraten Spahns Rücktritt. "Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt", sagte der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters zu "Bild". Als Vorsitzender der Unionsfraktion sei der 46-Jährige daher "nicht mehr tragbar".
FIFA-Präsident Infantino kann mit Wiederwahl rechnen
Im Gegensatz zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat sich die große Mehrheit der FIFA-Mitgliedsverbände für eine Wiederwahl von Präsident Gianni Infantino ausgesprochen. Trotz des Wirbels um die aufgehobene Rot-Sperre für US-Profi Folarin Balogun hätten "mehr als 200" Verbände ein entsprechendes Unterstützerschreiben unterzeichnet, erfuhr die britische Zeitung "The Guardian". Damit dürfte die Wahl Infantinos beim Kongress des Fußball-Weltverbandes im März 2027 in Marokko so gut wie sicher sein.
Bisher ist der Schweizer der einzige Kandidat für den FIFA-Spitzenposten. Weitere Interessenten müssten ihre Kandidaturen bis Mitte November verkünden.
Im Fall Folarin Balogun hatte Infantino beteuert, dass weder er noch US-Präsident Donald Trump Einfluss auf die Entscheidung der FIFA-Disziplinarkommission genommen hätten. Der amerikanische Stürmer durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina auch im Achtelfinale gegen Belgien spielen. Vor der Aussetzung seiner Sperre hatte Trump bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung gebeten.
Schleswig-Holstein bestätigt Buckelwal-Sichtung bei Kiel
Vor der deutschen Ostseeküste ist erneut ein großer Buckelwal gesichtet worden. Das bestätigte das Umweltministerium des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Nach seinen Angaben hielt sich der Wal am Ausgang der Kieler Förde auf, wobei er sich zuletzt "wieder langsam in Richtung offene See" bewegte. Bei ihm handele es sich "vermutlich um das Tier, das zuvor bereits in Schottland und Dänemark beobachtet wurde", hieß es.
Im Frühjahr hatte das Schicksal eines anderen Buckelwals Bürger und Behörden in Atem gehalten. Das unter dem Namen Timmy bekannt gewordene Tier war erstmals Anfang März im Hafen von Wismar gesichtet worden. Timmy irrte danach wochenlang vor der deutschen Ostseeküste umher und strandete dabei mehrfach. Anfang Mai wurde der Kadaver des Tieres vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.
wa/pg (dpa, afp, rtr, epd, kna)
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