News kompakt: Epstein-Komplizin Maxwell verweigert Aussage
10. Februar 2026
Die Komplizin des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, hat eine Anhörung im US-Repräsentantenhaus verweigert. Sie berief sich auf ihr Schweigerecht, wie der republikanische Vorsitzende des zuständigen Aufsichtsausschusses, James Comer, mitteilte. Laut ihrem Anwalt ist Maxwell nur zu einer Aussage bereit, wenn US-Präsident Donald Trumpsie begnadige.
Die Sitzung fand hinter verschlossenen Türen statt. Maxwell wurde kurz per Video aus dem Gefängnis zugeschaltet, wo sie eine 20-jährige Haftstrafe verbüßt. Sie war 2022 wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zur sexuellen Ausbeutung verurteilt worden.
Trump droht mit Blockade neuer Grenzbrücke zu Kanada
US-Präsident Donald Trump droht damit, die Eröffnung einer neuen Grenzbrücke zwischen Kanada und den USA zu blockieren. Er werde sie erst zulassen, wenn Kanada die Vereinigten Staaten "fair und respektvoll" behandle, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Zudem forderte Trump, dass die Brücke mindestens zur Hälfte den USA gehören müsse. Verhandlungen darüber sollten umgehend beginnen, konkrete Details nannte er jedoch nicht.
Die Brücke über den Detroit River verbindet Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit Detroit im US-Bundesstaat Michigan. Kanada finanziert nach eigenen Angaben den Bau, der über Mautgebühren refinanziert werden soll.
Erneuter US-Angriff auf mutmaßliches Drogenboot im Pazifik
Bei einem neuen Angriff der USA auf ein mutmaßliches Drogenschmuggelboot im östlichen Pazifik sind nach Angaben der US-Armee zwei Menschen getötet worden. Das für Lateinamerika und die Karibik zuständige Kommando der US-Streitkräfte erklärte im Onlinedienst X, "zwei Narko-Terroristen" seien getötet worden, eine weitere Person habe den Angriff überlebt. Die US-Küstenwache sei angewiesen worden, einen Such- und Rettungseinsatz für den Überlebenden einzuleiten.
Seit September vergangenen Jahres haben die USA nach eigenen Angaben 38 Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die mutmaßlich in den Drogenhandel verwickelt gewesen sein sollen. Dabei wurden mindestens 130 Menschen getötet. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump legte bislang keine Beweise dafür vor, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Kritiker bewerten die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und als Verstoß gegen das Völkerrecht.
Zahl der Angriffe auf Journalisten in Deutschland stark gestiegen
Die Zahl politisch motivierter Angriffe auf Journalisten und Medien in Deutschland ist deutlich gestiegen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die die Zeitung "Rheinische Post" berichtet. Demnach registrierte die Polizei zwischen dem 1. April 2024 und dem 30. November 2025 bundesweit 818 politisch motivierte Straftaten gegen Medien, darunter 89 Gewaltdelikte.
Die Zahlen wurden von den Ländern zum Stichtag 31. Dezember 2025 an das Bundeskriminalamt gemeldet. Hochgerechnet entspricht das knapp 41 Fällen pro Monat - deutlich mehr als 2023, als rund 290 Straftaten beziehungsweise etwa 24 pro Monat erfasst wurden.
Neue Studie zu Dunkelfeld bei Gewaltvorfällen
Bundesbildungsministerin Karin Prien und Innenminister Alexander Dobrindt stellen an diesem Dienstag eine "Dunkelfeldstudie zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland" vor. Mit der Studie will die Bundesregierung das Dunkelfeld bei Gewaltvorfällen untersuchen, also nicht nur die tatsächlich von den Behörden erfassten Taten. Die Erhebung trägt den Titel "Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag".
Auch der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, nimmt an der Vorstellung teil. Dabei geht es sowohl um betroffene Frauen als auch um Männer. Ein Schwerpunkt liegt laut BKA auf der Erhebung von Gewalterfahrungen in Paarbeziehungen, sexualisierter Gewalt und Gewalt im digitalen Raum.
UN-Menschenrechtskommissar warnt vor neuen Massakern im Sudan
Die Massaker in der sudanesischen Stadt Al-Faschir waren nach Worten von UN-Hochkommissar Volker Türk eine vermeidbare Menschenrechtskatastrophe. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte er vor dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen. Bei einem Besuch im Sudan habe er erschütternde Berichte von Überlebenden gehört.
Im Oktober hatte die RSF-Miliz, die im Sudan gegen die Armee kämpft, die Stadt nach rund 18 Monaten Belagerung und Beschuss eingenommen. Tausende Menschen seien in wenigen Tagen getötet worden, Zehntausende seien geflohen, beklagte Türk. Er zeigte sich zutiefst besorgt, dass es in der Region erneut zu Massakern kommen könne.
pgr/se/haz (dpa, rtr, afp, ap, epd)
Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.