News kompakt: EU berät Gegenmaßnahmen nach US-Zolldrohungen
19. Januar 2026
Nach den Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland steuert Europa auf eine ernsthafte Konfrontation mit den Vereinigten Staaten zu. Auf einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs in der zweiten Wochenhälfte sollen nach Angaben aus EU-Kreisen auch milliardenschwere Gegenmaßnahmen beraten werden. Als möglicher Termin gilt demnach der kommende Donnerstag.
EU-Ratspräsident António Costa erklärte, die Mitgliedstaaten seien sich einig, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen massiv belasten. Trump hatte am Samstag angekündigt, zusätzliche Zölle gegen acht europäische NATO-Partner zu verhängen. Damit erhöht er den Druck im Konflikt um Grönland, das zu Dänemark gehört und das Trump den USA einverleiben will.
Zahlreiche Tote und Verletzte bei Zugunglück in Spanien
Bei einem schweren Eisenbahnunglück im Süden Spaniens sind in der Region Andalusien mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 73 Personen wurden schwer verletzt. Das erklärte das spanische Innenministerium.
Der Unfall ereignete sich am Sonntag gegen 19.40 Uhr in der Provinz Córdoba. Ein Hochgeschwindigkeitszug entgleiste mutmaßlich bei einer Geschwindigkeit von rund 300 Kilometern pro Stunde und geriet auf das Nachbargleis. Zum Zeitpunkt des Unglücks passierte auf dem benachbarten Gleis ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug, der durch die Kollision ebenfalls aus den Schienen geworfen wurde. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar.
Sozialist Seguro gewinnt erste Runde der Präsidentenwahl in Portugal
Der Sozialist António José Seguro hat überraschend die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Portugal für sich entschieden. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Wahlkreise kam der 63-Jährige auf 30,6 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am Sonntagabend mitteilte. In drei Wochen tritt Seguro in einer Stichwahl gegen den Zweitplatzierten André Ventura an, der auf 24,7 Prozent kam.
Der Vorsitzende der rechtsextremen Chega-Partei war als Favorit in den ersten Wahlgang gegangen. Ventura rief andere rechtsgerichtete Parteien vor der Wahl dazu auf, ihm in einer möglichen Stichwahl keine "Hindernisse" in den Weg zu legen. Seguro appellierte an "alle Demokraten", sich hinter ihm zu versammeln.
Berliner zeigen sich solidarisch mit Protestierenden im Iran
In Deutschlands Hauptstadt Berlin haben am Sonntag Hunderte von Menschen gegen das Mullah-Regime im Iran demonstriert. Polizisten sprachen von etwa 2000 Teilnehmenden, die Organisatoren von 3000. Zu der Kundgebung hatte ein Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen aufgerufen.
Nach Informationen der britischen Zeitung "The Sunday Times" sollen bei den Massenprotesten im Iran 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in acht großen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Iran hätten die Zahlen zusammengestellt. Die Proteste begannen Ende Dezember. Sie richteten sich erst gegen die schlechte Wirtschaftslage und dann gegen die autoritäre Herrschaft des Regimes in Teheran.
Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums beginnt in Davos
Vertreter von hunderten Unternehmen sowie mehr als 60 Staats- und Regierungschefs werden zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums erwartet. Das fünftägige Treffen in Davos in der Schweiz steht unter dem Motto "A Spirit of Dialogue" (auf Deutsch: Im Geiste des Dialogs).
Dieses Mal reist auch US-Präsident Donald Trump an. Seine Rede am Mittwoch in dem Schweizer Kurort wird mit Spannung erwartet - angesichts seiner Drohungen, die zum NATO-Partner Dänemark gehörende Insel Grönland zu übernehmen. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz wird am Donnerstag in Davos eine Rede halten.
Vermögen der Milliardäre wächst rasant
Nach einer Bilanz der Entwicklungs- und Hilfsorganisation Oxfam wuchs das Vermögen von Milliardären und Milliardärinnen weltweit um insgesamt 2,5 Billionen US-Dollar. Dank ihrer enormen finanziellen Ressourcen sicherten sie sich wachsenden Einfluss in Politik und Gesellschaft, oft zu ihrem eigenen Vorteil, erklärte Oxfam. Gleichzeitig lebt nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung in Armut, betonte die Organisation bei der Vorstellung ihres aktuellen Ungleichheitsberichts.
Die rund 3000 Superreichen weltweit verfügten im vergangenen Jahr über ein Gesamtvermögen von 18,3 Billionen US-Dollar (rund 15,75 Billionen Euro). Seit 2020 sind sie inflationsbereinigt damit um mehr als 80 Prozent reicher geworden. Auch in Deutschland nahm die Zahl der Milliardäre deutlich zu: Sie stieg 2025 um ein Drittel auf 172 Personen.
pgr/fab/se (dpa, afp, rtr, epd, Sunday Times)
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