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KonflikteGlobal

News kompakt: USA setzen Kopfgeld auf Chamenei aus

14. März 2026

Informationen über Irans obersten Führer Modschtaba Chamenei sind den Vereinigten Staaten Millionen Dollar wert. Schweden geht gegen Russlands Schattenflotte vor. Das Wichtigste in Kürze.

Iran Teheran 2026 | Modschtaba Chamenei auf einem Plakat
Wo sich Modschtaba Chamenei genau aufhält, ist nicht bekanntBild: Vahid Salemi/AP Photo/dpa/picture alliance

Die Vereinigten Staaten haben eine hohe Belohnung zur Ergreifung von Irans neuem Führer Modschtaba Chamenei ausgesetzt. Es würden bis zu zehn Millionen Dollar für Informationen über den Aufenthaltsort Chameneis und anderer ranghoher Vertreter des Regimes gezahlt, teilte das Außenministerium in Washington mit. Es verbreitete im Internet eine Art Fahndungsplakat mit insgesamt zehn Gesuchten. Zu ihnen gehören auch der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, Innenminister Eskandar Momeni und Geheimdienstminister Esmail Chatib.

Der 56 Jahre alte Modschtaba Chamenei ist der Sohn von Ajatollah Ali Chamenei, der am 28. Februar zu Beginn der israelisch-amerikanischen Luftangriffe auf den Iran in der Hauptstadt Teheran getötet wurde. Ali Chamenei war oberster Führer der Islamischen Republik seit 1989.

Luftfrachtraten steigen wegen des Iran-Kriegs massiv

Der Krieg gegen den Iran treibt die Kosten für Luftfracht erheblich in die Höhe. Auf den Routen zwischen Südasien und Europa seien die Frachtraten seit Beginn der Kämpfe um bis zu 70 Prozent gestiegen, berichtet die Buchungsplattform Freightos. ‌Grund dafür seien Luftraum-Sperrungen und die Blockade wichtiger Seewege. Derzeit sitzen zahlreiche Containerschiffe an der strategisch wichtigen ​Straße von ‌Hormus fest. Dies zwingt viele Unternehmen dazu, auf den deutlich teureren Luftweg auszuweichen, um Lieferengpässe zu vermeiden. Luftfracht ist fünf- bis zehnmal teurer als Seefracht. Zusätzlich belasten ​höhere Kosten für Kerosin die Luftfahrtbranche.

Nach Aussage von US-Präsident Donald Trump sollen amerikanische Kriegsschiffe in Kürze Tanker durch die Straße von Hormus begleiten. Die Eskorte werde "bald" beginnen, sagte Trump vor Journalisten.

Schweden nimmt russischen Kapitän eines Tankers fest

Einsatzkräfte der schwedischen Küstenwache haben in der Ostsee erneut ein Schiff geentert, das zur russischen Schattenflotte gehören dürfte. Der Kapitän des vor Trelleborg durchsuchten Tankers "Sea Owl I" wurde festgenommen, wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte. Zuvor hatte sie Ermittlungen wegen des "Verdachts auf Urkundenfälschung, schwerer Straftaten sowie Verstößen gegen das Seerecht" eingeleitet. Laut Küstenwache transportierte der angeblich unter der Flagge der Komoren fahrende Tanker Ölprodukte zwischen Russland und Brasilien. Der russische Botschafter in Stockholm sicherte der Besatzung konsularische Unterstützung zu.

Die "Sea Owl I" soll Teil der russischen Schattenflotte seinBild: Johan Nilsson/TT News Agency/AP Photo/dpa/picture alliance

Bereits vor einer Woche war vor Trelleborg ein Schiff festgesetzt worden, das ebenfalls zur russischen Schattenflotte gehören soll. Mit ihr versucht Russland Sanktionen zu unterlaufen, die im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängt worden waren.

Belarussin Kolesnikowa erhält Karlspreis nachträglich

Die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kolesnikowa nimmt an diesem Samstag in Aachen den Internationalen Karlspreis persönlich in Empfang. Die Auszeichnung war ihr bereits im Jahr 2022 zuerkannt worden. Damals saß sie allerdings in ihrer Heimat in Haft. Ende 2025 kam Kolesnikowa gemeinsam mit anderen politischen Gefangenen nach Vermittlungsbemühungen der USA frei. Seitdem lebt sie in Berlin. Die 43-Jährige gehörte zu den Anführerinnen der Massenproteste in Belarus nach der Präsidentenwahl 2020. Der offiziell verkündete Wahlsieg von Machthaber Alexander Lukaschenko wird von den Staaten der EU nicht anerkannt.

Maria Kolesnikowa nach ihrer Freilassung im Dezember 2025Bild: Tetiana Dzhafarova/AFP/Getty Images

Mit dem Karlspreis werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa verdient gemacht haben. In diesem Jahr geht er an den früheren italienischen Ministerpräsidenten und Ex-Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Bolivien übergibt Drogenboss Marset den USA

Der seit Jahren in Lateinamerika gesuchte Drogenboss Sebastián Marset ist in Bolivien gefasst worden. Wenig später wurde er Einsatzkräften der US-amerikanischen Drogenbehörde DEA übergeben, wie die Regierung in La Paz bestätigte. Die Festnahme des 34-Jährigen in der Stadt Santa Cruz de la Sierra sei auf der Grundlage eines in den USA erlassenen Haftbefehls erfolgt.

Sebastián Marset (Archivfoto) wurde von mehreren Staaten gesuchtBild: AFP

Der aus Uruguay stammende Marset galt als eine der zentralen Figuren des südamerikanischen Kokainhandels. Seinem Netzwerk wird vorgeworfen, Tonnen des Rauschgifts nach Europa geschmuggelt zu haben. Die meisten Transporte wurden nach Erkenntnissen von Ermittlern über den belgischen Hafen Antwerpen abgewickelt.

Lebenserwartung ist EU-weit in Madrid am höchsten

Frauen in der Europäischen Union leben deutlich länger als Männer. Wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte, beträgt die Lebenserwartung der Frauen aktuell 84,1 Jahre. Männer werden demnach im Schnitt 78,9 Jahre alt, sie leben also gut fünf Jahre kürzer. Dabei variieren die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in den 27 EU-Staaten stark. Während Frauen in Lettland durchschnittlich fast zehn Jahre länger als Männer leben, sind es in den Niederlanden lediglich knapp drei Jahre. Deutschland liegt hier im europäischen Mittelfeld.

Auch in Deutschland ist die Lebenserwartung von Frauen etwa fünf Jahre höher als die von MännernBild: Malte Ossowski/Sven Simon/IMAGO

Auf regionaler Ebene erreichen die Menschen in vier EU-Gebieten sogar eine Lebenserwartung von 85 Jahren oder mehr. Die höchste wurde in der spanischen Hauptstadtregion Madrid festgestellt, es folgen die norditalienischen Provinzen Trient und Bozen sowie die schwedische Hauptstadtregion Stockholm. Die niedrigste Lebenserwartung registrierte Eurostat in drei Regionen im Norden Bulgariens. Dort werden die Menschen im Schnitt keine 75 Jahre alt.

wa/pgr (dpa, afp, rtr, kna)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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