News kompakt: Schlagabtausch zu Venezuela im Sicherheitsrat
6. Januar 2026
Venezuela, Russland und China haben die Freilassung des von US-Streitkräften festgenommenen venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro und seiner Ehefrau gefordert. Nach dem US-Angriff auf das südamerikanische Land am Wochenende verurteilten die UN-Botschafter der drei Staaten das Vorgehen der USA in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats als völkerrechtswidrig. Die Regierung in Caracas hatte die Sitzung mit Unterstützung Chinas und Russlands beantragt. Zur Begründung hieß es, der Angriff verstoße gegen die UN-Charta und gefährde den Frieden sowohl in der Region als auch weltweit.
Der russische UN-Botschafter sprach von einem "Vorboten einer Rückkehr in eine Ära der Gesetzlosigkeit und US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür", motiviert durch machtpolitische und wirtschaftliche Interessen. China kritisierte, kein Staat könne als "Weltpolizei" auftreten. Militärische Mittel seien keine Lösung politischer Probleme, hieß es weiter.
Venezuelas Staatschef Maduro plädiert vor US-Gericht auf nicht schuldig
Der von den USA entmachtete und inhaftierte venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hat bei seinem ersten Gerichtstermin in New York alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Maduro erklärte am Montag, er sei unschuldig und betrachte sich weiterhin als legitimer Präsident Venezuelas. Der 63-Jährige ist unter anderem wegen "Drogenterrorismus" angeklagt. Vor Gericht bezeichnete sich Maduro als "Kriegsgefangener". Die nächste Anhörung wurde für den 17. März angesetzt. Bis dahin bleibt er in New York in Haft.
Maduro war am Samstag bei einem Blitzeinsatz des US-Militärs gemeinsam mit seiner Ehefrau Cilia Flores festgenommen und in die USA gebracht worden. Nach der Festnahme Maduros hatte das Oberste Gericht Venezuelas dessen Stellvertreterin Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin ernannt. Rodríguez legte am Montag im Parlament ihren Amtseid ab.
"Koalition der Willigen" berät über Ukraine
Die Europäer wollen an diesem Dienstag in Paris mit Vertretern der USA über die Absicherung eines möglichen Waffenstillstands im Ukraine-Krieg beraten. Insgesamt 35 Staaten sollen bei dem Treffen der "Koalition der Willigen" vertreten sein. Aus Deutschland reist Bundeskanzler Friedrich Merz an. Für die USA sollen nach Angaben des Weißen Hauses der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, teilnehmen. Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj wird erwartet, ebenso NATO-Chef Mark Rutte.
Bei den Gesprächen soll es auch um eine multinationale Truppe zur Absicherung eines Friedens zwischen Russland und der Ukraine gehen. Russland sitzt nicht mit am Verhandlungstisch. Moskau stellt für ein Ende seines Krieges eine Reihe von Maximalforderungen, die Kyjiw für inakzeptabel hält. Vor allem lehnt die Ukraine eine Abtretung ihrer von Russland beanspruchten Gebiete ab.
Touadéra erneut Präsident der Zentralafrikanischen Republik
Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, Faustin-Archange Touadéra, ist nach Angaben der Wahlbehörde erneut wiedergewählt worden. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge erhielt er 76,2 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 52,4 Prozent. Touadéra war als Favorit in die Abstimmung Ende Dezember gegangen und verweist auf eine Stabilisierung des Landes nach dem Bürgerkrieg während seiner bisherigen Amtszeiten. Bereits seine Wiederwahl 2020 war von Betrugsvorwürfen begleitet. Auch die neue Verfassung von 2023, die ihm eine weitere Amtszeit ermöglicht, stieß auf Kritik. Teile der Opposition boykottierten die Wahl und sprachen von einer Farce.
Die Lage in der Zentralafrikanische Republik bleibt angespannt: Rund zehn Prozent des Staatsgebiets entziehen sich der Regierungskontrolle, 71 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Lebenshaltungskosten sowie Defizite in Infrastruktur und Bildung verschärfen die Situation.
Erdbeben im Westen Japans
Ein Erdbeben der Stärke 6,2 hat den Westen Japans erschüttert. Nach Angaben der Japan Meteorological Agency wurde das Beben in der Präfektur Shimane registriert. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Berichte über größere Schäden lagen zunächst nicht vor. Auch das nahe gelegene Atomkraftwerk Shimane blieb nach Angaben des Betreibers unbeeinträchtigt und befindet sich weiterhin im Normalbetrieb. Vorsorglich wurde der Verkehr von Hochgeschwindigkeitszügen in der Region vorübergehend eingestellt.
Japan zählt zu den tektonisch aktivsten Regionen der Erde. Der Inselstaat wird jedes Jahr von rund 1500 Erdbeben unterschiedlicher Stärke erschüttert.
Vatikan zieht positive Bilanz zum Heiligen Jahr
Zum Ende des Heiligen Jahres hat der Vatikan eine positive Bilanz gezogen. Rund 33,5 Millionen Pilger aus 185 Ländern seien für die Veranstaltungen im Heiligen Jahr nach Rom gekommen, wie der Heilig-Jahr-Beauftragte des Vatikans, Erzbischof Rino Fisichella, mitteilte. Im Vorfeld des Heiligen Jahres rechnete der Vatikan mit rund 32 Millionen Pilgern. Im Schnitt waren den Angaben zufolge täglich 90.400 Pilger in Rom. Mit über 36 Prozent kamen die meisten Pilger aus Italien, Deutsche lagen mit drei Prozent auf dem sechsten Platz. Knapp 63 Prozent aller Teilnehmer stammten aus Europa, gefolgt von rund 17 Prozent aus Nord- und neun Prozent aus Südamerika.
An diesem Dienstagvormittag um 9.30 Uhr wird Papst Leo XIV. die Heilige Pforte zum Petersdom schließen und damit auch das Heilige Jahr beenden, das am 24. Dezember 2024 noch von Papst Franziskus ausgerufen worden war. 2033 will die katholische Kirche voraussichtlich erneut ein Heiliges Jahr begehen, 2000 Jahre nach der überlieferten Auferstehung von Jesus Christus.
pgr/jj/as (dpa, afp, rtr, epd, ap, kna)
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