News kompakt: Merz hofft auf Waffenstillstand in der Ukraine
24. November 2025
Bundeskanzler Friedrich Merz hofft, dass die Verhandlungen über den Ukraine-Krieg nun rasch zu einer Feuerpause führen. Nach dem G20-Gipfel in der südafrikanischen Wirtschaftsmetropole Johannesburg äußerte der Kanzler im Interview mit der Deutschen Welle die Hoffnung, dass China mehr Druck auf Russland ausüben könnte, um den Krieg in der Ukraine zu beenden.
Notfalls werde er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping darüber reden. Er habe in Südafrika ein sehr langes Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang gehabt, um seinen Besuch in China im nächsten Jahr vorzubereiten. Der chinesische Premier hatte auch am G20-Gipfel teilgenommen.
USA und Ukraine einigen sich auf überarbeiteten Friedensplan
Bei den Ukraine-Beratungen in Genf ist nach Angaben der USA ein "entscheidender Schritt voran" erzielt worden. Ergebnis der Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine, der USA und mehreren europäischen Staaten sei ein "aktualisierter und verfeinerter Friedensrahmen", an dem in den kommenden Tagen weitergearbeitet werde.
Die Delegationen aus den USA, der Ukraine und mehreren europäischen Staaten hatten am Sonntag Verhandlungen über den erst vor wenigen Tagen vorgelegten 28-Punkte-Plan aufgenommen. Die Ukraine und ihre Verbündeten forderten Änderungen, da der ursprüngliche US-Vorschlag Russland in zentralen Punkten entgegengekommen war. Der Plan sah unter anderem schmerzhafte Zugeständnisse vor, etwa Gebietsabtretungen in der Ostukraine, eine Begrenzung der Truppenstärke und den Verzicht auf einen NATO-Beitritt.
G20 ringen bei Gipfel in Südafrika um eigene Bedeutung
Zum Ende des zweitägigen G20-Gipfels in Johannesburg hat der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa gemahnt, dass die internationale Gemeinschaft sich stärker um eine nachhaltige Entwicklung in der Welt kümmern müsse. Die G20-Abschlusserklärung, die gegen den Widerstand der USA beschlossen wurde, sei ein Zeichen für die erneuerte Bereitschaft der Staaten, sich multilateral abzustimmen, fügte er hinzu.
Nach der Absage der USA hatte am zweiten und letzten Gipfeltag die Zukunft der Staatengruppe selbst im Mittelpunkt gestanden. Man erlebe keinen Übergang, sondern einen Bruch, sagte der kanadische Premierminister Mark Carney am Sonntag. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Samstag gesagt, die G20-Staaten hätten möglicherweise das "Ende eines Zyklus" erreicht.
Tote bei Angriff auf Paramilitär-Hauptquartier in Pakistan
Bei einem Angriff von Bewaffneten auf das Hauptquartier einer paramilitärischen Einheit in der Stadt Peschawar in Pakistan sind an diesem Montag mindestens drei Menschen getötet worden. Laut Polizei zündete ein Selbstmordattentäter zunächst am Haupteingang des Gebäudes eine Sprengladung. Anschließend drang ein weiterer Angreifer auf das Gelände vor.
Armee und Polizei riegelten das Gebiet weiträumig ab. Nach Informationen einer mit der Lage vertrauten Person, die mit der Nachrichtenagentur Reuters sprach, wird vermutet, dass sich noch weitere Täter im Komplex aufhalten. Das Hauptquartier befindet sich in einem dicht besiedelten Viertel nahe einer Militärkaserne.
Kandidat serbischer Separatisten gewinnt Wahl in Bosnien
Bei der vorgezogenen Präsidentschaftswahl in der serbischen Teilrepublik von Bosnien und Herzegowina hat Sinisa Karan, Vertrauter des abgesetzten Serbenführers Milorad Dodik, laut fast vollständigem Teilergebnis gewonnen. Der ehemalige Innenminister kommt demnach auf 50,9 Prozent, sein Herausforderer Branko Blanusa auf 47,8 Prozent der Stimmen.
Dodik war Anfang August nach rund 20 Jahren an der Macht vom Amt des Präsidenten der Republika Srpska enthoben worden, nachdem er trotz Verbots zwei Gesetze in Kraft gesetzt hatte. Obwohl er nicht kandidieren durfte, gilt er weiterhin als zentraler Einflussnehmer. Der 66-Jährige strebt die Abspaltung der serbischen Teilrepublik von Bosnien und Herzegowina an.
50 entführten Schulkindern in Nigeria gelingt die Flucht
Nach der Verschleppung von mehr als 300 Schülerinnen und Schülern aus einem katholischen Internat in Nigeria ist rund 50 Kindern die Flucht gelungen. Das teilte nigerianischen Medien zufolge die Christliche Vereinigung Nigerias mit, welche die Schule betreibt. Die Kinder seien wieder mit ihren Eltern vereint, hieß es.
Nach Kirchenangaben waren bewaffnete Angreifer in der Nacht zum Freitag in das Internat der St. Mary's-Schule in Papiri im Zentrum Nigerias eingedrungen und hatten 303 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen acht und 18 Jahren sowie zwölf Lehrer verschleppt. Ein Sicherheitsmann wurde erschossen.
pgr/pg/fab (dpa, afp, ap, rtr, kna, DW)
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