News kompakt: Neues Bündnis von USA und Saudi-Arabien
19. November 2025
US-Präsident Trump und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman vereinbaren umfassende Wirtschaftskooperationen. Der US-Kongress stimmt der Freigabe der Epstein-Akten zu. Das Wichtigste in Kürze.
Eine neue Männerfreundschaft: Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Präsident Donald TrumpBild: Nathan Howard/UPI Photo/Newscom/picture alliance
Anzeige
Die USA und Saudi-Arabien haben bei einem Staatsbesuch von Kronprinz Mohammed bin Salman im Weißen Haus umfangreiche Rüstungsgeschäfte und Kooperationsabkommen vereinbart. Dazu gehört erstmals der Verkauf von 48 hochmodernen Tarnkappenjets vom Typ F-35 an das Königreich sowie die Lieferung von 300 amerikanischen Panzern. Beide Länder unterzeichneten zudem Abkommen über zivile Nuklearkooperation, Künstliche Intelligenz und den Handel mit kritischen Mineralien. Der saudische Kronprinz kündigte eine Aufstockung seiner Investitionszusagen in den USA von 600 Milliarden auf eine Billion Dollar an.
Im Arbeitszimmer des US-Präsidenten stellte sich Donald Trump hinter den Kronprinzen in der Affäre um den 2018 getöteten Journalisten Jamal Khashoggi und widersprach damit ausdrücklich den Erkenntnissen der US-Geheimdienste. Diese waren zu dem Schluss gekommen, dass Mohammed bin Salman die Gefangennahme oder Tötung des regimekritischen Journalisten im saudischen Konsulat in Istanbul genehmigt hatte. Trump erklärte, der Kronprinz habe nichts davon gewusst.
Jamal Khashoggis Verlobte kämpft für Gerechtigkeit
05:24
This browser does not support the video element.
Veröffentlichung der Epstein-Akten wird wahrscheinlicher
Das Repräsentantenhaus in den USA hat mit nur einer Gegenstimme für die Freigabe der Justizakten über den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein votiert. Anschließend leitete der Senat, die zweite Kongresskammer, ein Schnellverfahren ein, mit dem die Vorlage direkt an Präsident Donald Trump weitergereicht werden kann. Sollte es tatsächlich so kommen, müsste Trump das Gesetz nur noch unterschreiben.
Vor seinem Amtsantritt hatte Trump versprochen, die Epstein-Akten vollständig offenzulegen. Jetzt steht der Republikaner unter wachsendem Druck - auch innerhalb seiner eigenen Partei. Wegen der breiten Kontakte Epsteins in die amerikanische High Society gibt es viele Spekulationen über eine mögliche Verwicklung einflussreicher Kreise in den Missbrauchsskandal. Zuletzt veröffentlichten Demokraten E-Mail-Auszüge aus Epsteins Nachlass, in denen Trumps Name auftaucht.
Sind ihrer Forderung ein Stück näher: Demonstranten für die Freigabe der Epstein-AktenBild: John Marshall Mantel/ZUMA/IMAGO
Vor der Abstimmung im Repräsentantenhaus hatten etwa zwei Dutzend mutmaßliche Opfer Epsteins vor dem Kapitol die Freigabe gefordert. Die Frauen hielten Fotos von sich selbst hoch - aus der Zeit, in der sie nach eigenen Angaben erstmals Epstein begegnet waren. Nach der Abstimmung applaudierten sie weinend von der Galerie des Repräsentantenhauses und umarmten sich.
Geringere Leistungen für neue Geflüchtete aus Ukraine in Deutschland
Neu aus der Ukraine nach Deutschland flüchtende Menschen sollen künftig nur noch Sozialleistungen für Asylbewerber erhalten und nicht mehr wie bislang Bürgergeld. Dies will die Regierung mit einem Gesetzentwurf ändern, der an diesem Mittwoch vom Kabinett beschlossen werden soll. Die Änderungen betreffen allerdings nur Neuankömmlinge seit April. Darauf hatten sich CDU/CSU und SPD bereits im Koalitionsvertrag verständigt.
Am besonderen Status der Geflüchteten aus der Ukraine ändert sich grundsätzlich nichts. Die Zahlungen an die Gefüchteten würden jedoch um etwa 20 Prozent niedriger ausfallen.
Weniger Geld für ukrainische Flüchtlinge in Deutschland?
03:59
This browser does not support the video element.
Razzien gegen Reichsbürger in fünf Bundesländern
Die Polizei hat Liegenschaften der sogenannten Reichsbürger in mehreren Regionen Deutschlands durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Hessische Landeskriminalamt mitteilten, besteht gegen acht Personen der Verdacht auf Bildung einer kriminellen Vereinigung und Urkundenfälschung. Den sechs Männern und zwei Frauen wird vorgeworfen, vermeintliche staatliche Urkunden ausgestellt und verkauft zu haben, etwa Personalausweise und Führerscheine. Bei den Razzien in Bayern, Brandenburg, Hessen, Sachsen und Schleswig-Holstein wurden diverse Beweismittel sichergestellt, darunter Mobiltelefone, Datenträger, Bargeld und eine Schreckschusswaffe.
Die Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik Deutschland und deren Institutionen nicht an. Das Bundesamt für Verfassungsschutz rechnet der Szene rund 26.000 Menschen zu.
Die Einsätze gegen die Reichsbürger häufen sich (Archivbild August 2025)Bild: André März/NEWS5/dpa/picture alliance
Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat einen milliardenschweren Vorvertrag mit der Billigfluggesellschaft Flydubai unterzeichnet. Die Absichtserklärung für den Kauf von 150 Maschinen des Typs A321-neo wurde im Rahmen der Luftfahrtmesse "Dubai Air Show" in den Vereinigten Arabischen Emiraten besiegelt. Die Auslieferung soll nach Angaben von Flydubai 2031 beginnen. Das Auftragsvolumen beläuft sich demnach auf 24 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 21 Milliarden Euro.
Anzeige
Airbus zieht Milliardenauftrag an Land
Mit den 150 Mittelstrecken-Jets würde Flydubai seine bestehende Flotte mehr als verdoppeln. Bisher nutzt die staatliche Fluggesellschaft des Emirats Dubai ausschließlich Maschinen des US-amerikanischen Airbus-Konkurrenten Boeing. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sagte, mit dem Auftrag könnten deutsche Airbus-Standorte wie Hamburg langfristig gesichert werden.
Flydubai will künftig mit Airbus fliegen - hier noch eine Boeing-MaschineBild: Markus Mainka/picture alliance
Auktionsrekord für ein Klimt-Gemälde bei Sotheby's
Ein Gemälde des österreichischen Malers Gustav Klimt ist in New York für umgerechnet rund 204 Millionen Euro versteigert worden - damit ist das "Bildnis Elisabeth Lederer" zum zweitteuersten Kunstwerk geworden, das jemals auf einer Auktion verkauft wurde. Um das zwischen 1914 und 1916 entstandene Gemälde wurde 20 Minuten lang geboten, das Auktionshaus Sotheby's gab die Identität des Käufers nicht bekannt. Das Gemälde zeigt die Tochter des wichtigsten Mäzens von Klimt in einem weißen chinesischen Kleid.
Porträtmaler und Meister des Jugendstils: Gustav Klimt
Zu viel nacktes Fleisch – um 1900 schockte Gustav Klimt mit seinen Gemälden das prüde Wien. Und doch riss man sich um den Maler, dessen goldgetränkte Bilder auch mehr als 100 Jahre nach seinem Tod noch faszinieren.
Bild: picture-alliance/R. Hackenberg
"Dame mit Fächer" unter dem Hammer
Das vermutlich letzte Gemälde, das der österreichische Künstler (1862-1918) vor seinem Tod malte, wurde 2023 für 85,3 Millionen Pfund (knapp 100 Millionen Euro) bei Sotheby’s in London versteigert. Als Gustav Klimt 1918 mit nur 55 Jahren starb, stand das Bild noch auf seiner Staffelei. Es zeigt eine namenlose Frau.
Bild: Wiktor Szymanowicz/AA/picture alliance
Kunst statt Gravur
Eigentlich sollte Gustav Klimt (1862-1918) Goldgraveur wie sein Vater werden, doch nach einem Stipendium an der Wiener Kunstgewerbeschule schlug er eine Karriere als Maler ein. Sein Geld verdiente er zunächst mit Vorhang- und Deckengemälden. Hier sieht man Klimt im Alter von 52 Jahren.
Bild: picture alliance / brandstaetter images/ÖNB
Deckengemälde mit Putte
Zusammen mit seinem Bruder Ernst und seinem Kollegen Franz Matsch betrieb Gustav Klimt die sogenannte "Künstlercompagnie". Gemeinsam fertigten sie dieses und weitere Deckengemälde in der Hermesvilla an, einem Nebenschloss der Kaiserin Sisi von Österreich. Nicht nur ihre Privatgemächer, auch das Turnzimmer war mit Arbeiten der Künstlercompagnie bestückt.
Bild: picture-alliance/IMAGNO/Wien Museum
Skandal um drei Fakultäten-Gemälde
1894 malte Klimt drei Deckenbilder für die Universität Wien. Doch die Professorenschaft war entsetzt über seine Darstellungen der Fakultäten "Jurisprudenz", "Philosophie" und "Medizin": die Frauen seien "zu nackt", "zu erotisch". Nach einem langen Streit um die Freiheit der Kunst kaufte Klimt die Bilder 1905 zurück. Ende des 2. Weltkriegs verbrannten sie, übrig blieben nur diese Fotografien.
Der Beethovenfries
1897 gründete Klimt mit Gleichgesinnten die "Wiener Secession", die den traditionellen Kunststil ablehnte. Den konservativen Wienern musste er erneut Zugeständnisse machen und das Geschlechtsorgan seines Theseus auf dem Plakat zur ersten Ausstellung der Secession mit Zweigen bedecken. Auch sein Beethovenfries von 1902 erregte Anstoß - weil Schamhaare zu sehen sind.
Bild: Rainer Hackenberg / picture-alliance
Landschaftsbilder aus der Sommerfrische
Weniger bekannt sind die Landschaftsbilder, die in der jährlichen Sommerfrische am Attersee im Salzkammergut entstanden. Zwischen 1900 und 1916 reiste der Maler regelmäßig in die Region und schuf hier die meisten seiner rund 50 Landschaftsgemälde. Ein wiederkehrendes Motiv war dabei Schloss Kammer (Bild). Zum 150. Geburtstag des Malers wurde am Attersee 2012 das Gustav Klimt Zentrum eröffnet.
Bild: akg-images /picture alliance
Die Sonnenblume
Wenn Klimt die Natur auf der Leinwand bannte, brauchte er keine Vorskizzen. Seine "Sonnenblume" entstand 1907. Das Gemälde war lange im Privatbesitz des Wiener Kunstsammlers Peter Parzer. Er starb 2010 und hatte in seinem Testament verfügt, dieses und andere Bilder dem Museum Belvedere zu hinterlassen. Damit verfügt das Haus über 24 Klimt-Gemälde.
Bild: akg-images / picture alliance
Sonja Knips und eine Flut von Tüll
Neben Landschafts- und Deckenbildern schuf Gustav Klimt Porträts und verdiente dabei nicht schlecht. 20.000 Kronen kostete es die Herren des Großbürgertums, die Gemahlin wie ein Schmuckstück in Szene setzen zu lassen. Für das Doppelte konnte man sich damals eine Villa samt Einrichtung leisten. Das Bildnis von Sonja Knips von 1898 deutet schon an, wie Klimt sich vom Realismus seiner Frühwerke löst.
Bild: AP / picture alliance
Die Goldene Adele
Als er 1907 die Gattin eines Zuckerfabrikanten, Adele Bloch-Bauer, auf die Leinwand bannte, hätte sich sein Auftraggeber wohl kaum träumen lassen, dass das Bild fast 100 Jahre später für den damaligen Rekordpreis von 135 Millionen Dollar an den US-Unternehmer Ronald Lauder verkauft werden würde. Da war es kurz zuvor erst von der Österreichischen Galerie Belvedere an die Erben restituiert worden.
Bild: Heritage Images / picture alliance
Der Kuss
eine "Goldene Periode" machte Klimt weltberühmt. Inspiriert wurde er dazu auf einer Reise nach Ravenna, wo er in den Kirchen die goldenen byzantinischen Mosaike bewunderte. "Der Kuss" von 1908 ist wohl das bekannteste Bild dieser Phase. Heute zählt es zu den am meisten reproduzierten Motiven der Kunstgeschichte - auf Kaffeetassen, Krawatten und Stoffbeuteln.
Bild: Heritage Images / picture alliance
Klimt und die Frauen
"Danae", eine Figur aus der griechischen Mythologie, war um 1900 ein beliebtes Künstler-Motiv. Auch Klimt verewigte sie in einem seiner bekanntesten Gemälde. Unbekannt ist allerdings, ob der Maler ein Verhältnis mit seinem Modell hatte. Mit mindestens drei Frauen zeugte er Kinder, auch mit einigen seiner großbürgerlichen Auftraggeberinnen unterhielt er Affären. Verheiratet war er nie.
Früher Tod mit 55
Auch wenn Klimts Gemälde beim Großbürgertum sehr begehrt waren, lehnte das k.k. Unterrichtsministerium es viermal ab, ihn zum Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien zu ernennen. Immerhin wurde er 1917 Ehrenmitglied - knapp vier Monate vor seinem Tod. Nach einem Schlaganfall starb Klimt (hier vor seinem Atelier) am 6. Februar 1918. Seine Kunst jedoch ist immer noch allgegenwärtig.
Bild: picture-alliance/IMAGNO/ÖNB/M. Nähr
12 Bilder1 | 12
fab/jj/wa (dpa, rtr, afp)
Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.