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PolitikGlobal

News kompakt: Positive Signale bei USA-Iran-Gesprächen

22. Juni 2026

Nach Verhandlungen hochrangiger Vertreter in der Schweiz zeigen sich die Vermittlerstaaten optimistisch. In Kolumbien kommt es durch die Präsidentenwahl zu einem politischen Rechtsruck. Der DW-Nachrichtenüberblick.

Lake Lucerne Summit 2026 | Plakat am Bürgenstock Resort bei USA-Iran-Gesprächen
Das Bürgenstock Resort am Vierwaldstättersee (Englisch: Lace Lucerne) ist Schauplatz der Verhandlungen Bild: Denis Balibouse/REUTERS

​Die Verhandlungen in der Schweiz über ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs nehmen Fahrt auf. Nach dem Auftakt der Gespräche auf Ebene der amerikanischen und iranischen Verhandlungsführer soll es nun die ganze Woche über weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Verhandelt wird weiterhin im Luxusresort Bürgenstock bei Luzern.

Ziel sei es, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erzielen, erklärten die Vermittler Katar und Pakistan. Die Gespräche seit Sonntag hätten in einer "positiven und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden, hieß es. Auch jüngste Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran, die er in sozialen Medien veröffentlichte, führten nicht zu einem Scheitern der Beratungen.

Auch US-Vizepräsident JD Vance (r.) und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner reisten in die SchweizBild: Nathan Howard/REUTERS

Vereinbart wurde bereits die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus, um eine "sichere" Handelsschifffahrt durch die Meerenge zu ermöglichen. Außerdem sollen die Bemühungen um ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon verstärkt werden.

Königreich Jordanien nimmt Hinrichtungen wieder auf

In Jordanien ist erstmals seit neun Jahren wieder die Todesstrafe vollstreckt worden. Wie die Regierung in Amman bekanntgab, wurden am Sonntag sechs Männer hingerichtet. Sie waren wegen der Tötung von Polizisten und Soldaten verurteilt worden, wie ein Regierungssprecher erläuterte. Nach seinen Angaben sitzen in Jordanien weiterhin mehr als 100 Menschen in Todeszellen.

Die Hinrichtungen würden nun "eine nach der anderen" durchgeführt, kündigte der Sprecher an. Damit wolle man Gerechtigkeit für diejenigen schaffen, die beim Schutz des eigenen Landes getötet worden seien. Zuletzt war die Todesstrafe in dem arabischen Staat 2017 vollstreckt worden. Damals wurden 15 Menschen gehängt.

Rechter Hardliner gewinnt Präsidentenwahl in Kolumbien

Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Kolumbien hat der Rechtsaußen-Kandidat Abelardo De La Espriella einen knappen Sieg errungen. Nach Angaben der Wahlbehörde holte er knapp 49,7 Prozent der Stimmen. Sein linker Rivale Iván Cepeda erzielte demnach 48,7 Prozent. Damit entschieden etwa 250.000 Stimmen über das künftige Staatsoberhaupt und die politische Neuausrichtung Kolumbiens. Rund 400.000 Wähler gaben bei der Stichwahl am Sonntag leere Stimmzettel ab.

Wahlsieger Abelardo De La Espriella wurde von US-Präsident Donald Trump unterstütztBild: Jair Coll/REUTERS

Cepeda erklärte, er werde das Ergebnis erst nach der amtlichen Überprüfung aller Wahlprotokolle anerkennen. Nach Angaben seines Teams werden die Resultate aus mehr als 30.000 Wahlurnen angefochten.

De La Espriella hatte im Wahlkampf ein hartes Vorgehen gegen die Kriminalität, den ‌Bau ​von zehn Großgefängnissen und ein Ende der Friedensgespräche mit bewaffneten Gruppen angekündigt. Außerdem möchte er Steuern senken und den Staatsapparat um bis zu 40 Prozent verkleinern.

Deutlicher Wahlsieg der Regierungspartei in Äthiopien

Drei Wochen nach der Parlamentswahl in Äthiopien ist die regierende Wohlstandspartei (PP) von Ministerpräsident Abiy Ahmed zur klaren Siegerin erklärt worden. Sie sicherte sich rund 90 Prozent der Sitze im Parlament in Addis Abeba, wie die Nationale Wahlbehörde mitteilte. Abiy dürfte damit vor einer weiteren fünfjährigen Amtszeit stehen.

Die einstige Bürgerkriegsregion Tigray hatte zum zweiten Mal nicht an der Wahl teilgenommen, nachdem sie bereits 2021 ausgeschlossen worden war. In anderen Regionen verhinderten bewaffnete Gruppen eine Stimmabgabe. Manche Wahllokale blieben aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Premier Abiy konnte sich des Sieges seiner Partei schon bei der Stimmabgabe sicher seinBild: Ethiopia News Agency/Handout/REUTERS

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2018 galt Abiy zunächst als Hoffnungsträger in dem ostafrikanischen Land. Der Premier entschärfte die Spannungen mit dem benachbarten Eritrea, wofür er 2019 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Im Laufe der Zeit wurde sein Führungsstil allerdings spürbar autoritärer.

Schnieder dämpft Erwartungen an Bahn-Pünktlichkeit

​Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder rechnet nicht mit schnellen Fortschritten der Deutsche Bahn hin zu mehr Pünktlichkeit. Im Fernverkehr habe man die Hoffnung, in diesem Jahr erneut eine Pünktlichkeitsquote von mehr als 60 Prozent zu schaffen, sagte Schnieder in Berlin. Ähnlich schlecht hatte die Bahn 2025 abgeschnitten.

Fernverkehrszüge wie dieser Intercity-Express (ICE) sind oft unpünktlichBild: Christian Charisius/dpa/picture alliance

Nun sei die Talsohle allerdings erreicht, betonte der deutsche Verkehrsminister. Mit Komplettsanierungen ganzer Strecken ​im maroden Schienennetz werde die Lage schrittweise besser. Das ​brauche aber ‌Zeit. Ziel sei es, im Jahr 2029 auf eine Pünktlichkeit von mindestens 70 Prozent zu kommen. "Wir müssen es ‌realistisch sehen." Es bringe nichts, Märchen in die ‌Welt ​zu setzen, so der CDU-Politiker.

Im Regionalverkehr solle die Pünktlichkeitsquote mehr als 90 Prozent betragen. Davon sei die Deutsche Bahn nicht weit entfernt, betonte Schnieder.

Deutscher Wetterdienst erwartet anhaltende Hitze

Die Sommerhitze hat Deutschland auch in der neuen Woche wohl lange fest im Griff. Eine Abkühlung sei nach aktuellem Stand frühestens ab dem kommenden Wochenende in Sicht, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Für diesen Montag und für Dienstag sagen Meteorologen Höchsttemperaturen von bis zu 37 Grad Celsius voraus. Am Mittwoch könnte es hierzulande örtlich sogar bis zu 39 Grad heiß werden.

Viele Menschen suchten am Sonntag Abkühlung in Freibädern - wie hier in Sigmaringen im Südwesten DeutschlandsBild: Thomas Warnack/dpa/picture alliance

Schwitzen ist vor allem in der Mitte und im Süden der Bundesrepublik angesagt. Dort hält auch die lokale Unwettergefahr an. Räumlich begrenzt kann es zu Starkregen, Hagel und Sturmböen kommen. Polizei und Feuerwehr hatten deswegen bereits am vergangenen Wochenende in Teilen Deutschlands viel zu tun. Umgestürzte Bäume beschädigten Autos und Häuser, Flüsse traten über die Ufer. Größere Schäden blieben aber aus.

wa/fab/haz (dpa, afp, rtr, kna)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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