News kompakt: Schwere Havarie an Ölpipeline in Brandenburg
11. Dezember 2025
Aus einer Pipeline im ostdeutschen Bundesland Brandenburg ist nach einem Unfall eine große Menge an Erdöl ausgetreten. Laut Schätzungen gelangten mindestens 200.000 Liter in die Umwelt. Die Havarie ereignete sich in der Gemeinde Gramzow an einer Schieberstation, einem wichtigen Knotenpunkt von Erdöl-Pipelines. Zu dem Defekt kam es bei vorbereitenden Arbeiten für einen geplanten Sicherheitstest. Eine absichtliche Fremdeinwirkung schloss die Feuerwehr aus. Das ausgetretene Öl, das zurzeit auf einem nassen Acker steht, soll nun von speziellen Saugwagen aufgenommen werden.
Glücklicherweise sei der umliegende Ackerboden vom Regen durchtränkt, so dass das Öl, das leichter als Wasser sei, quasi darauf schwimme und nicht tief ins Erdreich eingedrungen sei. Daher sei eine weitreichende Verunreinigung des Grundwassers unwahrscheinlich, erläuterte ein Experte.
USA beschlagnahmen Öltanker vor Venezuela
Die USA haben nach Angaben von Präsident Donald Trump einen Öltanker vor der Küste Venezuelas unter ihre Kontrolle gebracht. Es handele sich um den größten, der je beschlagnahmt worden sei, erklärte Trump in Washington. Der Tanker sei in ein illegales Netzwerk zum Transport von Öl verwickelt, das "ausländische Terrororganisationen" unterstütze, ergänzte das US-Justizministerium.
Venezuela verurteilte die Aktion als "Akt internationaler Piraterie". Das südamerikanische Land ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und hat die größten Erdölreserven der Welt.
Der Vorfall bedeutet eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela. Die Trump-Regierung hatte zuletzt Kriegsschiffe vor Venezuela in Stellung gebracht und immer wieder Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler angegriffen. Der international isolierte Staatschef Nicolás Maduro vermutet dahinter US-Pläne zu seinem Sturz.
Bolivien nimmt Ex-Präsident Arce fest
Boliviens früherer Staatschef Luis Arce ist im Zuge von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Veruntreuung festgenommen worden. Die Vorwürfe beziehen sich auf seine Zeit als Wirtschaftsminister unter dem damaligen Präsidenten Evo Morales. Arce wird beschuldigt, Überweisungen aus einem Fonds für indigene Völker an persönliche Konten genehmigt zu haben.
Der 62-Jährige war erst im vergangenen Monat aus dem Präsidentenamt geschieden. Bei der Wahl im Oktober war er nicht mehr angetreten. Im November übernahm der Christdemokrat Rodrigo Paz Pereira das Präsidentenamt, womit zwei Jahrzehnte linksgerichteter Regierungen in dem lateinamerikanischen Land zu Ende gingen.
Eine frühere Ministerin aus Arces Regierung, Maria Nela Prada, sprach mit Blick auf dessen Festnahme von politischer Verfolgung. "Natürlich ist er unschuldig", sagte sie.
Bund stoppt Aufnahmezusagen für Afghanen
Zahlreiche Afghanen mit einer Aufnahmezusage aus Deutschland dürfen nun doch nicht einreisen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums soll 640 Menschen in den nächsten Tagen mitgeteilt werden, dass kein politisches Interesse mehr an ihrer Aufnahme bestehe. Dies gelte für Personen, die sich auf der sogenannten Überbrückungsliste oder auf der Menschenrechtsliste befänden, also für Teilnehmer an zwei von insgesamt vier Aufnahmeprogrammen der Bundesregierung. Für die Betroffenen gebe es aber weiterhin Unterstützung in ihrem aktuellen Zufluchtsland Pakistan.
Dagegen können rund 90 ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen in Afghanistan und deren Angehörige weiter auf eine Einreise hoffen, ebenso etwa 580 Menschen, die eine Zusage über das Bundesaufnahmeprogramm erhalten hatten. Sie gelten unter den radikalislamischen Taliban, die seit 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind, als besonders gefährdet.
Deutsche verlieren ihr Vertrauen in den Staat
Immer weniger Deutsche vertrauen staatlichen Institutionen in der Bundesrepublik. Das geht aus einer repräsentativen Meinungsumfrage im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hervor. Am meisten Rückhalt erfährt demnach das Bundesverfassungsgericht, dem 63 Prozent der Befragten Vertrauen entgegenbringen. 2021 lag der Wert noch bei 81 Prozent. Nur gut jeder Vierte sprach der Bundesregierung das Vertrauen aus. Nicht einmal jeder Fünfte gab in der Befragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach an, politischen Parteien zu glauben.
Einen Vertrauensverlust erlitten demnach auch die Medien. Der Wert sank innerhalb von vier Jahren von fast 40 auf nunmehr 22 Prozent.
Trotz des vergleichsweise großen Vertrauens in das Bundesverfassungsgericht gibt es wenig Interesse und Wissen über dessen Arbeit und Funktionsweisen. Nur knapp jeder Vierte Befragte erklärte, sich für die Entscheidungen aus Karlsruhe zu interessieren.
ESC-Boykott gegen Israel weitet sich aus
Wegen der möglichen Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 will auch Island den Wettbewerb boykottieren. Das teilte der öffentlich-rechtliche Sender RUV in Reykjavik mit. Angesichts der öffentlichen Debatte wäre mit einem isländischen Beitrag "keine Freude" verbunden, hieß es. Zuvor hatten Spanien, die Niederlande, Irland und Slowenien aus Protest ihren Rückzug vom ESC angekündigt. Sie begründeten dies mit der hohen Zahl palästinensischer Opfer im Krieg zwischen Israel und der von vielen Staaten als Terrororganisation eingestuften Hamas im Gazastreifen.
Die Europäische Rundfunkunion hatte vergangene Woche entschieden, Israel nicht - wie von einigen Sendern gefordert - vom Wettbewerb auszuschließen. Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hatte wiederum erklärt, die Bundesrepublik werde nur am ESC teilnehmen, wenn dies auch Israel möglich sei. Der nächste Eurovision Song Contest soll im Mai in Wien stattfinden.
wa/jj/as (dpa, afp, rtr, kna)
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