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PolitikGlobal

News kompakt: USA fordern "humanitäre Waffenruhe" im Sudan

15. November 2025

Wegen der Gräuel im Sudan wächst der diplomatische Druck. Donald Trump macht seine Drohung wahr - er will die BBC vor Gericht bringen. Halbzeit bei der COP30. Das Wichtigste in Kürze.

Sudan Al-Dabba 2025 | Eine Frau geht zwischen Nothilfezelten entlang (13.11.2025)
Geflüchtete Frau aus Al-Faschir im Camp für Vertriebene in Al-Dabba (am Donnerstag)Bild: AFP

Im Zusammenhang mit dem blutigen Machtkampf im Sudan wächst der Druck auf die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie werden verdächtigt, die RSF-Miliz zu unterstützen, die für Gräueltaten im sudanesischen Bürgerkrieg verantwortlich gemacht wird. US-Außenminister Marco Rubio telefonierte dazu mit seinem Kollegen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Abdallah bin Sajed Al Nahjan. Rubio habe betont, wie wichtig es sei, "eine humanitäre Waffenruhe im Sudan zu erreichen", hieß es aus Washington.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert auch von Deutschland, den Druck auf die Emirate zu erhöhen. Die Bundesregierung müsse "klarere Worte finden und auch mehr Engagement zeigen", sagte Amnesty-Sudan-Expertin Hanna Weil dem Evangelischen Pressedienst.

Am Freitag hatte der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf entschieden, die Gräueltaten im Sudan zu untersuchen. Das Gremium will Berichte über Massentötungen in der Großstadt Al-Faschir von einer unabhängigen Kommission aufklären lassen.

Trump zieht gegen British Broadcasting Corporation vor Gericht

US-Präsident Donald Trump will seine Drohung wahr machen und die BBC auf die Zahlung von bis zu fünf Milliarden Dollar verklagen. In einem Statement an Bord der Regierungsmaschine Air Force One kündigte er an, die Klage werde "wahrscheinlich irgendwann nächste Woche" eingereicht. Grund ist eine umstrittene Dokumentation des britischen Senders, bei der Aussagen von Trump unangemessen zusammengeschnitten wurden.

US-Präsident Trump bei einem Pressestatement an Bord der Air Force OneBild: Roberto Schmidt/Getty Images

Die BBC hat sich dafür inzwischen entschuldigt und die Sendung zurückgezogen, will aber keinen Schadensersatz zahlen. Zuvor hatten bereits BBC-Generaldirektor Tim Davie und Nachrichtenchefin Deborah Turness wegen der umstrittenen Dokumentation ihren Rücktritt erklärt.

USA und Schweiz einigen sich auf Zoll-Senkung

Die USA und die Schweiz haben eine grundsätzliche Einigung im Zollstreit verkündet. Es sei "im Wesentlichen ein Deal mit der Schweiz" erreicht worden, sagte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer dem Sender CNBC.

Die Regierung in Bern, der Schweizer Bundesrat, erklärte, es sei "erfolgreich eine Lösung erreicht" worden. Die US-Zölle auf Produkte aus der Schweiz würden von derzeit 39 auf 15 Prozent gesenkt. Im Rahmen der Einigung - so der Bundesrat - planten Schweizer Unternehmen, in den kommenden zwei Jahren 200 Milliarden Dollar in den USA zu investieren. Das sind umgerechnet 172 Milliarden Euro.

Hinrichtung eines geständigen Mörders in den USA

Ein Erschießungskommando hat im US-Bundesstaat South Carolina ein Todesurteil vollstreckt. Hingerichtet wurde ein 44-Jähriger, der zugegeben hatte, im Jahr 2004 drei Menschen getötet zu haben.

Der Verurteilte hatte sich selbst dafür entschieden, erschossen zu werden, anstatt an einer Giftspritze oder auf dem elektrischen Stuhl zu sterben. Nach Aussagen seiner Anwälte war der Mann geistig beeinträchtigt, was auf Alkoholmissbrauch seiner Mutter während der Schwangerschaft zurückzuführen sei. Vor dem Gefängnis in der Stadt Columbia kam es zu Protesten gegen die Todesstrafe. Demonstranten hielten Schilder hoch, auf denen "Keine Todesstrafe mehr" und "Stoppt Exekutionen jetzt" stand.

Protest in Columbia (am Freitag): "Keine Todesstrafe mehr"Bild: Matt Kelley/AP Photo/picture alliance

In den Vereinigten Staaten wurden in diesem Jahr bisher 43 Menschen hingerichtet. Das ist der höchste Stand seit 2012, als es ebenfalls 43 Exekutionen gab. Die in vielen Ländern geächtete Todesstrafe wird noch in 24 der 50 US-Bundesstaaten vollstreckt. Präsident Donald Trump gilt als Befürworter von Todesurteilen.

Halbzeit bei der COP30

Auf der UN-Klimakonferenz in Brasilien ringen die Delegationen weiter um eine gemeinsame Linie für eine Abschlusserklärung. Ob es bei der COP30 zu einer substanziellen Einigung der fast 200 teilnehmenden Staaten in einer Woche kommt, ist bislang fraglich. Ab diesem Wochenende wird auch Deutschlands Umweltminister Carsten Schneider an den Verhandlungen in Belém teilnehmen.

Zum Auftakt ihres Besuchs bei der COP30 stufte die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, die Klimakrise als "größte Bedrohung unserer Zeit" ein. Dürren, Überschwemmungen, extreme Hitze und wachsende Ernährungsunsicherheit verstärkten den "Teufelskreis aus Hunger, Armut, Vertreibung, Instabilität und Konflikten", sagte Baerbock der Deutschen Presse-Agentur.

Mehrere Todesopfer bei Busunfall in Stockholm

Der Grund für das Busunglück in Schwedens Hauptstadt ist weiter unklar. Am Freitagnachmittag hatte im Norden Stockholms ein Doppeldecker auf einer Leerfahrt eine Haltestelle gerammt. Dabei kamen an der viel befahrenen Straße drei Menschen ums Leben, drei weitere wurden verletzt.

Unglücksstelle im Norden von Stockholm (am Freitag)Bild: Henrik Montgomery/TT News Agency/AP Photo/picture alliance

Die schwedische Polizei geht nach eigenen Angaben bislang von fahrlässiger Tötung aus, leitete aber weitere Ermittlungen ein. Es gebe keine Hinweise auf einen Anschlag, hieß es. Laut Medienberichten wurde der Busfahrer festgenommen. Die Ursache sei noch nicht bekannt, teilte Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson mit. Seine Gedanken seinen bei den Opfern und ihren Familien, so der Regierungschef.

AR/pg/jj (dpa, afp, epd, rtr, ap)

Dieser Artikel wurde um 9.20 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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