1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
PolitikGlobal

News kompakt: USA spielen Machtwechsel in Kuba durch

24. Januar 2026

Nach Venezuela nimmt die US-Regierung möglicherweise auch Kuba ins Visier. Etliche Tanklager und Pipelines in Deutschland werden künftig von einem Trump-Vertrauten kontrolliert. Das Wichtigste in Kürze.

Kuba Havanna 2026 | Kuba Staatschef Miguel Díaz-Canel (Bildmitte)
Kuba Staatschef Miguel Díaz-Canel inmitten GetreuerBild: Norlys Perez/REUTERS

Die US-Regierung erwägt laut Medienberichten verschiedene Optionen, um auf einen Regierungswechsel in Kuba hinzuwirken. Zur Diskussion stehe etwa eine vollständige Blockade der Öllieferungen in den sozialistischen Karibikstaat, meldet das Nachrichtenportal Politico. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Auf Drängen der USA prüfe auch Mexiko die Einstellung seiner Ölexporte nach Kuba, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters. Nach dem Ausfall venezolanischer ‌Lieferungen ist Mexiko der wichtigste Ölversorger der Inselrepublik.

Die Führung in Havanna gab sich zuletzt kämpferisch. Man werde keine politischen Zugeständnisse machen, sagte Staatspräsident Miguel Díaz-Canel kürzlich. Kuba steckt derzeit in einer sehr schweren Wirtschaftskrise, unter anderem mangelt es an Treibstoff. Sollten die USA die Lieferungen von Öl aus Venezuela dauerhaft unterbinden, könnte die kubanische Wirtschaft vollends zusammenbrechen.

Trump-Vertrauter übernimmt deutsche Tanklager

Ein enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump kontrolliert künftig einen Teil der deutschen Energieinfrastruktur. Dabei geht es um Tanklager und strategisch bedeutsame Pipelines. Hintergrund ist die Übernahme der Firma TanQuid durch das US-Unternehmen Sunoco LP, einer Tochterfirma des Konzerns Energy Transfer. Deren Chef ist der US-Milliardär Kelcy Warren, ein Großspender von Trumps Bewegung "Make America Great Again" (MAGA).

Tank von TanQuid im Duisburger HafenBild: Christoph Reichwein/dpa/picture alliance

TanQuid betreibt in Deutschland 15 Tanklager, rund ein Fünftel der Gesamtkapazitäten. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte die Übernahme durch Sunoco am Freitag unter "strengen Auflagen" gestattet, wie eine Sprecherin in Berlin sagte. Details und ein Kaufpreis wurden nicht genannt.

Die Grünen und die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatten im Sommer 2025 gefordert, den Verkauf zu stoppen. TanQuid und damit wichtige Energieinfrastruktur dürfe "nicht in die falschen Hände gelangen".

AP-Chefredakteurin sorgt sich um Pressefreiheit

Die Chefredakteurin der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press, Julie Pace, sieht auch die Pressefreiheit in den USA in Gefahr. Sie sehe das im Kontext der 100 Länder, in denen AP arbeite, sagte Pace der Deutschen Presse-Agentur dpa. An vielen Orten sei die Pressefreiheit nicht garantiert, Medien würden überwacht und von Regierungen unter Druck gesetzt. Man müsse "ehrlich sagen", dass "einige dieser Taktiken" auch in den Vereinigten Staaten zu beobachten seien. Das mache ihr Sorgen.

AP-Chefredakteurin Julie Pace kürzlich in BerlinBild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

US-Präsident Donald Trump hat seit Beginn seiner zweiten Amtszeit mehrere große Medien auf Milliardensummen verklagt, darunter die "New York Times" und das "Wall Street Journal". Auch für AP, eine der größten Nachrichtenagenturen der Welt, schränkte das Weiße Haus die Arbeitsmöglichkeiten ein. Hintergrund ist deren Weigerung, den Golf von Mexiko - wie von Trump gewünscht - als "Golf von Amerika" zu bezeichnen.

Schwere Vorwürfe gegen Wahlhelfer im Kosovo

Nach der Parlamentswahl im Kosovo sind nach Angaben der Behörden mehr als 100 Wahlhelfer festgenommen worden. Ihnen werde die Fälschung von Wahlergebnissen, "Einschüchterung" und Bestechung vorgeworfen, teilte der zuständige Staatsanwalt Petrit Kryeziu mit. Es habe die "direkte Absicht" bestanden, den Willen der Bürger zu untergraben. Wegen Unstimmigkeiten bei Teilergebnissen war bereits Anfang dieser Woche eine Neuauszählung aller Stimmen angeordnet worden.

Regierungschef Albin Kurti bei der Stimmabgabe Ende DezemberBild: Visar Kryeziu/AP Photo/dpa/picture alliance

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl Ende Dezember hatte die Partei von Ministerpräsident Albin Kurti laut vorläufigen Ergebnissen mehr als 51 Prozent geholt. Nach der vorherigen Wahl im Februar vergangenen Jahres war es den Parteien nicht gelungen, eine neue Regierung zu bilden.

Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Der völkerrechtliche Status des Landes ist noch immer umstritten.

Nordsee-Anrainer möchten Windkraft massiv ausbauen

Die Anrainerstaaten der Nordsee wollen den Ausbau der Offshore-Windenergie mit grenzübergreifenden Großprojekten erheblich beschleunigen. Bis zum Jahr 2050 sollen allein dadurch bis zu 100 Gigawatt Strom zusätzlich erzeugt werden können. Das geht ⁠aus dem ‍Entwurf für eine Erklärung des Nordsee-Gipfels hervor, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag nach Hamburg eingeladen hat. Die Nordsee solle zum "grünen Kraftwerk für Europa" werden, heißt es in dem Entwurf.

Windkraftanlagen vor Borkum in der Nordsee (Archiv)Bild: Ute Grabowsky/photothek/picture alliance

Gestiegene Finanzierungskosten und Unsicherheiten bei der Stromnachfrage hatten zuletzt in mehreren Nordsee-Staaten zu erfolglosen Auktionen für Windparks geführt. Branchenverbände werteten das als Warnsignal für den Windkraft-Ausbau. Um private Investitionen zu mobilisieren, ‍ist die Einrichtung eines "Offshore-Finanzierungsrahmens" (kurz: OFF) geplant. Weitere Schwerpunkte der Erklärung sind die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und der Schutz der Infrastruktur ​auf See.

Deutschland und Italien vereinbaren Goethe-Kulturroute

Deutschland und Italien wollen gemeinsam eine neue Kulturroute entwickeln, die an die berühmte "Italienische Reise" von Johann Wolfgang von Goethe erinnert. Dies vereinbarten Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und sein italienischer Kollege Alessandro Giuli im Rahmen der Regierungskonsultationen in Rom. Goethe habe mit seinem Reisebericht eine "anhaltende Italiensehnsucht" in Deutschland ausgelöst, sagte Weimer. Ziel sei es nun, einen "Pilgerweg" auf seinen Spuren zu schaffen. Vorgesehen sind analoge und digitale Angebote sowie Veranstaltungen entlang der Route.

Johann Wolfgang von Goethe während seiner "Italienischen Reise"Bild: akg-images/picture alliance

Der deutsche Dichter bereiste Italien zwischen 1786 und 1788, sein Weg führte über Verona, Venedig, Florenz und Neapel bis nach Sizilien. Der Reisebericht entstand zwischen 1813 und 1817.

wa/haz (dpa, afp, rtr, epd, kna)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen