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PolitikGlobal

News kompakt: Zahlreiche Zivilisten im Sudan getötet

11. Dezember 2024

Allein bei Angriffen auf die sudanesische Stadt Omdurman gab es fast 90 Todesopfer. Die neuen Machthaber in Syrien versprechen "Ruhe und Ordnung". Das Wichtigste in Kürze.

Ein ausgebrannter Kleinbus
Ein ausgebranntes Fahrzeug nach heftigen Angriffen der RSF-Miliz auf die Stadt Omdurman Bild: Khartoum State Government/REUTERS

Im Bürgerkriegsland Sudan sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 170 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer sind Zivilisten. Allein bei schweren Angriffen auf die Stadt Omdurman gab es mindestens 87 Tote. Die Regierung des Bundesstaates Khartum teilte mit, Einheiten der Miliz Rapid Support Forces (RSF) hätten Wohnviertel und Märkte unter Beschuss genommen. Die Regierung des Bundesstaates steht auf der Seite des De-facto-Machthabers Abdel Fattah al-Burhan. Dessen Truppen liefern sich in dem Land am Horn von Afrika seit April 2023 einen blutigen Machtkampf mit den paramilitärischen RSF-Kräften seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo und verbündeten arabischen Milizen.

Ein Anwohner vor seinem zerstörten Haus in Omdurman Bild: El Tayeb Siddig/REUTERS

Der Sudan führt auch die Liste der humanitären Krisenländer weltweit an. Dort herrsche die größte humanitäre Krise aller Zeiten und zugleich die größte Vertreibungskrise, heißt es in der jährlichen "Emergency Watchlist" der in New York ansässigen Hilfsorganisation International Rescue Comittee (IRC). Das afrikanische Land mit seinen 50 Millionen Einwohnern steuere auf einen verheerenden humanitären Zusammenbruch im Jahr 2025 zu. 

Sudan-Flüchtlinge benötigen Lebensperspektive im Tschad

04:54

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Mohammed al-Baschir führt Übergangsregierung in Syrien

Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben die islamistischen Kämpfer Mohammed al-Baschir zum Chef einer Übergangsregierung ernannt. Er sei damit beauftragt worden, bis zum 1. März ein Übergangskabinett zu führen, erklärte al-Baschir im Telegram-Kanal des Staatsfernsehens.

Mohammed al-Baschir am 28. November in der syrischen Stadt Idlib Bild: Omar Haj Kadour/AFP/Getty Images

Bislang stand al-Baschir an der Spitze einer sogenannten Regierung, die die islamistische Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) in der Rebellenhochburg Idlib im Nordwesten des Landes aufgestellt hatte. In einem Interview des arabischen Senders Al Jazeera sagte al-Baschir, für das Volk in Syrien sei es nun an der Zeit, "Stabilität und Ruhe" zu haben.

WHO: Malaria bleibt Gefahr für Millionen Menschen

Die Infektionskrankheit Malaria bleibt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine ernste globale Bedrohung für Millionen Menschen. Im Jahr 2023 seien 263 Millionen Malaria-Fälle erfasst worden, 597.000 Menschen seien an der Tropenkrankheit gestorben, teilte die WHO in Genf mit. Die meisten Todesfälle ereigneten sich in afrikanischen Ländern. Dort hätten viele gefährdete Menschen keinen Zugang zu Vorbeugung, Erkennung und Behandlung der Krankheit.

Die weibliche Anopheles-Mücke überträgt den Malaria-Erreger Bild: RealityImages/Zoonar/picture alliance

Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, niemand sollte an Malaria sterben. Er forderte verstärkte Investitionen auf dem afrikanischen Kontinent, um dagegen vorzugehen. Malaria-Erreger werden durch einen Stich der weiblichen Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen.

Steinmeier besucht Nigeria

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier tritt eine fünftägige Reise nach Afrika an. Erste Station ist Nigeria, wo Steinmeier nach Angaben des Bundespräsidialamts in der Hauptstadt Abuja Staatschef Bola Tinubu sowie den Vorsitzenden der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), Omar Touray, treffen wird. Danach sind Gespräche mit Wirtschaftsvertretern angesetzt.

Die gefährliche Arbeit in Nigerias Minen

03:45

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Bei der nächsten Station in Südafrika will Steinmeier mit seinem Kollegen, Präsident Cyril Ramaphosa, zusammenkommen. Südafrika übernimmt 2025 die Präsidentschaft in der G20-Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer. Zum Abschluss der Afrika-Reise will Steinmeier als bisher erster deutscher Bundespräsident Lesotho besuchen. Dort soll er von König Letsie III. empfangen werden.

Kanzler Scholz fordert europaweite Kaufförderung für E-Autos

Bundeskanzler Olaf Scholz setzt sich für eine stärkere Unterstützung der Elektromobilität in Europa ein. Bei einem Besuch des Ford-Werks in Köln sagte er, man brauche eine Verkaufsförderung von Elektroautos, die europaweit funktioniere. Diese sollte von einem Ausbau der Ladeinfrastruktur begleitet werden. Eine Alternative sei die Genehmigung der EU, die Produktion von Elektroautos in Deutschland fördern zu dürfen.

Elektroautos als Ladenhüter

03:13

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Deutschland sei ein Industriestandort und werde es auch bleiben, betonte Scholz, der an einer Betriebsversammlung teilnahm. Ford baut in Köln die Elektroautos Explorer und Capri. Kürzlich hatte das US-Unternehmen angekündigt, bis Ende 2027 etwa 4000 Stellen in Europa abzubauen, 2900 davon in Deutschland.

Drei mutmaßliche Islamisten wegen Terrorplänen festgenommen

Ermittler haben drei Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus Hessen und Baden-Württemberg wegen des Verdachts einer konkreten Anschlagsvorbereitung festgenommen. Ihnen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, wie die Landeskriminalämter beider Bundesländer in Wiesbaden und Stuttgart sowie die Staatsanwaltschaft in Karlsruhe mitteilten. Bei dem Trio handele es sich um ein deutsch-libanesisches Brüderpaar im Alter von 15 und 20 Jahren sowie um einen 22-jährigen Deutschtürken. Die beiden Brüder sollen den Anschlag wegen ihrer gefestigten religiösen Ideologie und ihrer tiefgreifenden Sympathie für den IS vorbereitet haben.

se/sti/kle (dpa, rtr, afp, epd)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.