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KonflikteNordkorea

Nordkorea feuert erneut zwei Kurzstreckenraketen ab

15. Juni 2023

Die Führung in Pjöngjang ist offenbar verärgert. Kurz nachdem Südkorea und die USA gemeinsame Schießübungen nahe der innerkoreanischen Grenze beendet haben, schießt Nordkorea abermals Raketen in den Himmel.

Nordkorea feuert Rakete ab
Ein Monitor in einem südkoreanischen Bahnhof zeigt ein Archivbild eines nordkoreanischen RaketenstartsBild: Lee Jin-man/dpa/picture alliance

Die selbst ernannte Atommacht Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert. Die Starts der beiden ballistischen Raketen seien in kurzen Abständen in der Gegend um die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang erfolgt, teilte der Generalstab in Seoul mit. Sie flogen demnach etwa 780 Kilometer in östlicher Richtung, bevor sie zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan ins Meer stürzten. Südkoreas Militär warf dem Nachbarland eine erneute Provokation vor.

Das japanische Verteidigungsministerium bestätigte den nordkoreanischen Raketenstart und teilte mit, die beiden ballistischen Raketen seien in die rund 200 Seemeilen breite Ausschließliche Wirtschaftszone vor der Küste Japans gestürzt. Ministerpräsident Fumio Kishida sagte, es gebe keine Berichte über Schäden. Er nannte die Raketenstarts einen "rücksichtslosen Akt", mit dem die Provokationen gegen die internationale Gemeinschaft ausgeweitet würden.

UN-Beschlüsse untersagen Nordkorea die Tests von ballistischen Raketen jeglicher Reichweite. Solche Raketen können - je nach Bauart - auch mit einem Atomsprengkopf bestückt werden. In Seoul wurden die Starts auch als Reaktion auf gemeinsame Schießübungen der Streitkräfte Südkoreas und der USA gesehen.

Warnung aus Pjöngjang

Kurz vor dem Raketenabschuss hatten die staatlichen nordkoreanischen Medien eine Erklärung des Verteidigungsministeriums in Pjöngjang veröffentlicht, in der ein Sprecher die Übungen als "provokativ und unverantwortlich" kritisierte. Pjöngjang hatte angesichts der Manöver vor einer "unvermeidbaren" Antwort gewarnt. Nordkorea wirft beiden Ländern regelmäßig vor, mit ihren Militärübungen einen Angriff vorzubereiten. Das wird von Seoul und Washington bestritten.

Ein südkoreanischer Kampfhubschrauber feuert bei einer Übung Leuchtraketen abBild: Jung Yeon-je/AFP/AP/dpa/picture alliance

Die USA und Südkorea beendeten derweil ihre bisher größten gemeinsamen Schießübungen zur Abschreckung Nordkoreas. Die Übungen hatten Ende Mai begonnen und wurden nahe der Grenze zu Nordkorea abgehalten. Dabei kamen nach Militärangaben mehr als 600 Waffensysteme einschließlich Artillerie, Jagdbomber, Kampfhubschrauber und Militärdrohnen zum Einsatz.

Gemeinsame Erklärung dreier Länder

Die USA verurteilten die Raketenstarts in einer gemeinsamen Erklärung mit Südkorea und Japan. "Diese Starts sind klare Verstöße gegen zahlreiche Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen", erklärten die drei Länder. Nordkorea solle den Weg der Diplomatie einschlagen, anstatt weiter zu provozieren, hieß es. "Die Vereinigten Staaten bekräftigen unmissverständlich ihre unumstößlichen Sicherheitsverpflichtungen sowohl gegenüber Japan als auch gegenüber Südkorea. " Die Sicherheitsberater der drei Staaten hatten sich zuvor in Tokio getroffen. Geplant ist außerdem ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in den kommenden Monaten in den USA.

Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol (Mitte) besucht die Militärmanöver mit den USA in SeungjinBild: Jung Yeon-je/AFP/AP/dpa/picture alliance

Der Vorfall ist der jüngste in einer Abfolge verbotener Waffentests durch Nordkorea. Seit Beginn des Jahres hatte Pjöngjang immer wieder Raketen getestet, darunter auch seine mächtigste Interkontinentalrakete. Im vergangenen Monat versuchte das Land, einen Spionagesatelliten ins All zu schießen, was allerdings misslang. Im vergangenen Jahr hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sein international isoliertes Land zur "unumkehrbaren Atommacht" erklärt und dazu aufgerufen, die Waffenproduktion zu verstärken, darunter auch hinsichtlich taktischer Atomwaffen. Angesichts der sich zuspitzenden Lage verstärkte Südkorea seine militärische Zusammenarbeit mit den USA.

kle/sti (afp, rtre, dpa)

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