Obermufti der Türkei kommt nach Sofia
3. Dezember 2001Sofia, 3.12.2001, 1005 GMT, RADIO BULGARIEN, deutsch
Der Obermufti der Türkei, Mehmed Nuri Yilmaz, kommt heute (3.12.) auf Einladung des Obermufti-Amts in Bulgarien und der Direktion für Konfessionen beim bulgarischen Ministerrat zu einer dreitägigen offiziellen Visite in unser Land. (...) "Das ist ein Ausdruck der Achtung und Toleranz des Islams den anderen Religionen gegenüber", sagte der Sprecher des Mufti-Amts Nikolaj Pankow. An diesem Treffen wird sich auch der bulgarische Obermufti Selim Mehmed beteiligen.(fp)
RADIO BULGARIEN, deutsch, 3.12.2001, 1006 GMT
Die Zusammenarbeit zwischen den Direktionen für Konfessionen in unseren beiden Ländern begann im Jahre 1998, als der Chef der bulgarischen Direktion, Ljubomir Mladenow, Ankara besuchte. Das Programm des türkischen Obermuftis sieht Treffen mit Vertretern aller Institutionen vor, welche für die Religion, die Rechtssprechung und andere Fragen der christlichen und muslimischen Gemeinschaft in Bulgarien zuständig sind. (...) Das Oberhaupt der Bulgarischen Orthodoxen Kirche, Maxim, steht in letzter Zeit Kontakten mit Vertretern des Islams sehr offen gegenüber. Vor einem Monat fand ein präzedenzloses Treffen zwischen Patriarch Maxim und dem bulgarischen Obermufti Selim Mehmed statt. In Anbetracht des traditionellen Konservatismus der Bulgarischen Orthodoxen Kirche und der strengen Einhaltung des Kanons seitens der Heiligen Synode spricht diese Tatsache für sich. Sie zeigte, dass beide Konfessionen auch gemeinsame Probleme haben.
Der jetzige Besuch geschieht zu einem Zeitpunkt, in dem beide Seiten deutliche Zeichen geben, dass sie den Dialog zwischen den Religionen fördern wollen. Das geistliche Oberhaupt der türkischen Moslems unterhielt sich Mitte November in Ankara mit dem Chef der Direktion für Konfessionen beim bulgarischen Ministerrat, Ljubomir Mladenow. Die damals aufgeworfenen Fragen bekommen sicherlich am Mittwoch (5.12.) eine Lösung. Mladenow bat die Zuständigen bei der Direktion für religiöse Fragen in Ankara, Lehrer vom Obersten Islamischen Institut nach Bulgarien zu schicken. (...) In diesem Sinne ist bessere religiöse Bildung ein Hindernis für das Eindringen von extremen islamischen Lehren nach Bulgarien. Im Kontext der globalen Kampagne gegen den Terrorismus ist die Verständigung auf dem Gebiet der Religion von besonders wichtiger Bedeutung. (fp)