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USA: Supreme Court kippt Trumps Zollpolitik

20. Februar 2026

Für den US-Präsidenten ist es eine schwere Niederlage: Der Oberste Gerichtshof in den USA hat die von Donald Trump verhängten Zölle für rechtswidrig erklärt. Eventuell müssen Milliardeneinnahmen zurückgezahlt werden.

USA Washington 2025 | US-Präsident Trump kündigt neue Zölle im Rosengarten des Weißen Hauses an
US-Präsident Donald Trump hatte die Zölle im April 2025 im Rosengarten des Weißen Hauses angekündigtBild: Brendan Smialowski/AFP

Der Oberste Gerichtshof der USA hat die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle gekippt. Sie basierten auf einem für nationale Notstände gedachten Gesetz. Die Richter bestätigten ‌mit ⁠einer Mehrheit von ⁠sechs zu drei Stimmen eine Entscheidung einer niedrigeren Instanz, wonach der republikanische Präsident mit der ​Anwendung des Gesetzes aus dem Jahr 1977 seine Befugnisse überschritten ​habe.

Bereits während der Anhörung Anfang November äußerten mehrere Richter, darunter auch konservative, Zweifel an der Argumentation der Regierung. Sie hinterfragten, ob nahezu alle wichtigen Handelspartner der USA als Sicherheitsrisiko gelten könnten. In ihrer Entscheidung argumentierten die Richter, dass sich die Vereinigten Staaten nicht im Krieg mit allen betroffenen Ländern befänden, daher könne die Maßnahme auch nicht auf Kriegsbefugnisse gestützt werden. In Friedenszeiten habe der Präsident nicht die Autorität, Zölle zu verhängen.

Die Entscheidung betrifft auch den 15-prozentigen Basiszoll für die meisten aus der EU importierten Waren, nicht jedoch die sektorspezifischen Aufschläge, etwa auf Stahl und Aluminium.

Die Entscheidung im Obersten Gerichtshof der USA fiel mit einer deutlichen Mehrheit von sechs zu drei RichternBild: Benoit Tessier/REUTERS

Müssen Zölle zurückgezahlt werden?

Geklagt hatten von den Zöllen ​betroffene Unternehmen ‌sowie zwölf US-Bundesstaaten. Ökonomen schätzen, dass die auf Grundlage dieses Gesetzes eingenommenen Zölle von mehr als 175 ‌Milliarden Dollar nun möglicherweise zurückgezahlt werden müssen.

Die ‌US-Verfassung ​räumt dem Kongress und nicht dem Präsidenten die Befugnis zur Erhebung von Zöllen ein. Trump hatte sich jedoch auf den "International ​Emergency Economic Powers Act" (IEEPA) berufen, um die Einfuhrabgaben ohne Zustimmung des Kongresses zu verhängen. Das Gesetz ⁠erlaubt ​dem Präsidenten, den Handel in einem ​nationalen Notstand zu regulieren, wurde aber bislang für Sanktionen und ​nicht für Zölle genutzt. ‌Trump hatte die Zölle als entscheidend für die wirtschaftliche Sicherheit der USA ​bezeichnet.

Zahlreiche Handelspartner der USA dürften nun also zwar auf Erleichterungen bei US-Zöllen hoffen. Ob diese langfristig tatsächlich kommen, ist aber unklar.

US-Präsident Donald Trump hatte mit der Verhängung der Zölle einen weltweiten Handelskrieg ausgelöstBild: Mark Schiefelbein/AP/dpa/picture alliance

Gibt es Plan B?

US-Finanzminister Scott ⁠Bessent kündigte an, die Regierung werde andere rechtliche Begründungen prüfen, ⁠um möglichst ​viele der Zölle beizubehalten. Trump selbst hatte für den Fall einer Niederlage vor Gericht einen "Plan B" in Aussicht gestellt.

Die oppositionellen US-Demokraten feierten die Gerichtsentscheidung als Sieg für Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung. "Trump sollte jetzt diesen verantwortungslosen Handelskrieg endgültig beenden und Familien sowie kleinen Unternehmen endlich die Entlastung geben, die sie verdienen", erklärte der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer.

Der Minderheitenführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, begrüßte die EntscheidungBild: Mariam Zuhaib/AP Photo/picture alliance

EU äußert sich noch verhalten

Die Europäische Kommission will sich nun weiter für niedrige Zölle einsetzen. Man stehe in engem Kontakt mit der US-Regierung, um zu erfahren, wie diese nun reagieren wolle, teilte ein Kommissionssprecher mit. "Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks sind auf Stabilität und Vorhersehbarkeit in den Handelsbeziehungen angewiesen. Wir setzen uns daher weiterhin für niedrige Zölle ein und arbeiten auf deren Senkung hin."

as/stu (rtr, dpa, afp)

Redaktionsschluss 17.55 Uhr (MEZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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