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Olympia 2026 in Mailand und Cortina: Was man wissen muss

Veröffentlicht 3. Februar 2026Zuletzt aktualisiert 6. Februar 2026

An diesem Freitag werden die 25. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo eröffnet. Wie groß werden die Spiele? Darf Russland an den Wettkämpfen teilnehmen - und was ist mit Sicherheit und Doping?

Olympische Ringe im Tesero Cross Country Stadium
Cortina d'Ampezzo ist zum zweiten Mal nach 1956 Austragungsort Olympischer WinterspieleBild: Mathias Bergeld/Bildbyran/IMAGO

Die neue Eishockey-Halle in Mailand und die neue Eisbahn in Cortina wurden gerade noch rechtzeitig fertiggestellt und eingeweiht. Die 25. Olympischen Winterspiele können also losgehen.

Cortina d'Ampezzo ist bereits zum zweiten Mal Olympia-Gastgeber: 1956, sprich vor 70 Jahren, wurde die siebte Auflage der Spiele komplett in dem Wintersportort in den italienischen Dolomiten ausgetragen.

Welches sind die Eckdaten der Winterspiele 2026?

Offiziell eröffnet werden sie am 6. Februar im Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand, besser bekannt als San Siro, wo sonst die Fußball-Traditionsvereine Inter und AC Mailand spielen. Die Arena bietet 75.000 Zuschauern Platz. Bereits zwei Tage vor der Eröffnungsfeier - am 4. Februar - begannen die ersten Wettbewerbe: im Curling.

Insgesamt wetteifern rund 2900 Aktive (47 Prozent davon Frauen) aus mehr als 90 Ländern um insgesamt je 116 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Deutschland ist mit 188 Wintersportlerinnen und -sportlern dabei, so viele waren es noch nie bei Winterspielen.

Erstmals olympisch ist Skibergsteigen. Die Wettkämpfe werden meist auf Rundkursen ausgetragen. Dabei steigen die Athletinnen und Athleten mit aufgeklebten Fellen unter den Skiern die Piste hinauf. Oben entfernen sie die Felle und fahren dann ab.

Skibergsteiger bei einem Sprint-Wettbewerb in Schladming in ÖsterreichBild: Uwe Lein/dpa/picture alliance

Die Wettkämpfe werden nicht nur in Mailand und Cortina stattfinden, sondern sind auf mehrere bekannte Wintersportorte verteilt.

  • Mailand (Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Shorttrack)
  • Cortina d'Ampezzo (Ski alpin Frauen, Rodeln, Bob, Skeleton und Curling)
  • Antholz (Biathlon)
  • Val di Fiemme (Skispringen, Nordische Kombination, Skilanglauf) 
  • Livigno (Ski Freestyle, Snowboard) 
  • Bormio (Ski alpin Männer, Skibergsteigen)

Es sind daher keine Spiele der kurzen Wege: Zwischen Mailand und Antholz liegen 350 Kilometer. 

Die Winterspiele 2026 enden am 22. Februar mit der Abschlussfeier in der antiken Arena von Verona, die Platz für mehr als 12.000 Zuschauende bietet.

Dürfen russische und belarussische Aktive starten?

Wie schon bei den Sommerspielen 2024 in Paris sind nur Einzelstarter zugelassen - und auch nur dann, wenn sie keine Verbindungen zur Armee oder Sicherheitsdiensten haben und sich nicht öffentlich für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausgesprochen haben. Erst dann gelten sie als "neutral". Zudem müssen sie sich in ihren Sportarten für Olympia qualifiziert haben. Ein dreiköpfiges IOC-Prüfgremium erteilt die finale Starterlaubnis.

Nach Informationen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden voraussichtlich 13 Wintersportlerinnen und -sportler aus Russland und sieben aus Belarus dabei sein (Stand: 29. Januar 2026). Bei den Sommerspielen in Paris waren 15 Aktive aus Russland und 17 aus Belarus als neutrale Athletinnen und Athleten zugelassen.

Ski-Freestylerin Hanna Huskowa aus Belarus, die 2018 Gold (Bild) und 2022 Silber in der Disziplin Aerials (Springen) gewann, darf auch in Italien startenBild: Angelika Warmuth/dpa/picture alliance

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte im Dezember den Ausschluss "neutraler" russischer und belarussischer Skisportler von Olympia-Qualifikationen gekippt.

Bereits bei den Winterspielen 2022 in Peking hatten 216 Russinnen und Russen nur unter neutraler Flagge starten dürfen - allerdings aus einem anderen Grund: wegen des aufgedeckten staatlich unterstützten Dopingsystems in Russland. Die russische Invasion in der Ukraine begann am 24. Februar 2022, vier Tage nach dem Ende der Spiele in Peking.

Wer sorgt während der Spiele für Sicherheit?

Nach Angaben des IOC liegt die Sicherheit "in der Verantwortung der Behörden des Gastgeberlandes, die eng mit den teilnehmenden Delegationen zusammenarbeiten". Angeblich werden rund 6000 Polizei- und andere Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Zum Vergleich: Bei den Spielen in Paris waren es mehr als 50.000.

Weltweit für Schlagzeilen sorgte die Ankündigung, dass auch Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE zu den Olympischen Spielen geschickt würden, um für die Sicherheit der US-Ehrengäste zu sorgen. Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio haben ihren Besuch angekündigt, Präsident Donald Trump bislang nicht.

Der US-Botschafter in Italien, Tilman J. Fertitta, sagte allerdings, der Einsatz der ICE-Beamten werde "nur beratend und nachrichtendienstlich ausgerichtet sein, ohne Patrouillen oder Vollzugsmaßnahmen". 

Wie laufen die Dopingkontrollen ab?

Das IOC hat - wie 2022 in Peking - die in der Schweiz ansässige International Testing Authority (ITA) mit den Dopingtests in den meisten Sportarten beauftragt. Die vor-olympischen Kontrollen begannen Ende Oktober, während der Spiele in Mailand und Cortina sind weitere rund 3000 Tests geplant. Erstmals soll es schon an den Flughäfen Gepäckkontrollen geben, mit dem Ziel, verdächtige Substanzen sicherzustellen.

Die Weltverbände im Skisport, Biathlon, Eishockey und Curling arbeiten jedoch nicht mit der ITA zusammen, sondern organisieren die Dopingkontrollen in ihrer Sportart jeweils selbst.

Die Urin- und Blutproben werden bis zu zehn Jahre lang gelagert, damit Dopingsünder mittels möglicher neuer Analyseverfahren auch später noch entlarvt werden können. Der CAS wird während der Spiele mit einem eigenen Büro vor Ort sein, um schnell über Dopingvergehen urteilen zu können.

Werden die Spiele in Mailand und Cortina ein Erfolg?

Das hängt von vielen Faktoren ab - zum Beispiel von der Stimmung. Nach Angaben des Organisationskomitees wurden bereits bis Anfang November 2025 mehr als die Hälfte der Tickets verkauft. Die Preise liegen zwischen 30 Euro und 2900 Euro für die teuerste Karte bei der Abschlussfeier in Verona.

Für besonders begehrte Veranstaltungen wie die alpinen Skiwettbewerbe gibt es nur noch teure Restkarten - oder sogenannte Hospitality-Pakete, bei denen man für eine Kombination aus Ticket, Brunch und anderen Sonderleistungen bis zu 3500 Euro bezahlt.

Die 1,7 Kilometer lange Eisbahn in Cortina für die Rodel-, Skeleton- und Bobwettbewerbe wurde komplett neu gebaut - Kosten: 120 Millionen EuroBild: Michael Kristen/IMAGO

Ob die Organisatoren am Ende schwarze Zahlen schreiben, wird sich zeigen. Das Budget für die Olympischen und die anschließenden Paralympischen Spiele in Mailand und Cortina liegt bei rund 1,6 Milliarden Euro.

Die Spiele in Peking kosteten nach offiziellen Angaben 3,9 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro), Wissenschaftler der Universität Oxford errechneten in einer Studie allerdings mehr als das Doppelte (8,7 Milliarden Dollar).

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