Im Berliner Café Lola was here der Schwestern Evelyn und Julia Csabai, wird das Gulasch in den ungarischen Nationalfarben auf dem Teller angerichtet, mit hausgemachten Spätzle und Gurkensalat - rot, weiß, grün.
Bild: Lena Ganssmann
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Schritt für Schritt: Rindergulasch, Ungarn
01:07
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Evelyn und Julia Csabai: "Das beste Gulasch in Berlin gibt es bei uns"
Die beiden Schwestern vom Café Lola was here sind selbstbewusst. Denn wie man ein gutes Gulasch zubereitet, das wissen die Ungarinnen von ihren Großmüttern. Seit 1989 leben Evelyn und Julia Csabai in Berlin. Beide träumten von einem eigenen Café. Aus Ungarn kannten Evelyn und Julia Csabai nur die traditionellen Kaffeehäuser. Cafés mit Frühstücksangeboten gab es in Budapest nicht, aber genau das war ihr gastronomisches Ziel. Als dann in der Nachbarschaft eine Apotheke schließt, heißt das für die Schwestern: jetzt oder nie.
Evelyn und Julia CsabaiBild: Lena Ganssmann
Das Lola was here in Berlin-Prenzlauer Berg
2014 eröffnen Julia und Evelyn Csabai ihr Café. Aber wer ist eigentlich Lola? "Lola ist eine fiktive Frau, die sehr gut zu Berlin passt. Sie kommt und geht, manchmal rennt sie auch", erzählt Evelyn. "Und sie ist Kosmopolitin wie wir", ergänzt Julia.
Das Geheimnis eines guten Gulaschs
05:33
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Original Ungarisches Rindergulasch
Zutaten für 4 Personen
1 kg Rinderfleisch
750 g Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 ungarische Paprikaschoten
1 Möhre
1 EL Tomatenmark
150 ml trockener Rotwein
Gemahlener Kümmel
Paprikapulver edelsüß
Rosenpaprika-Pulver
Salz, Pfeffer
Öl
Zubereitung
Zwiebeln und Knoblauch schälen und grob würfeln. Die Paprika putzen, waschen und in kleine Stücke schneiden, die Möhre schälen und reiben. Das Rindfleisch trocken tupfen und in mundgerechte Stücke schneiden.
In einem tiefen Topf das Öl erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Paprika anbraten und kurz köcheln lassen, dann mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Tomatenmark und Rotwein zufügen und weiter köcheln. Nun das Fleisch hinzugeben und unter Wenden kräftig anbraten.
Mit 1 Liter Wasser ablöschen, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 2 Stunden schmoren lassen. Dazu passen Spätzle und Gurkensalat.
Das Café Lola was here serviert Ungarisches Rindergulasch
Im Berliner Café Lola was here der Schwestern Evelyn und Julia Csabai wird das Gulasch in den ungarischen Nationalfarben auf dem Teller angerichtet, mit hausgemachten Spätzle und Gurkensalat - rot, weiß, grün.
Bild: Lena Ganssmann
Warum Lola hier in Berlin ist
"Wir sind im Sozialismus groß geworden, und uns prägte eine sehr starke Rebellion. Also wir sind aus Rebellion nach Berlin gekommen. Rebellion gegen das Elternhaus, Rebellion gegen das System. Das war das Feuer, das uns hierher gebracht hat." - Julia Csabai
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Kaffeetrinken ist ungarisches Kulturgut
Durch den engen Kontakt mit den Türken und den Einfluss Österreichs während der k.u.k.-Monarchie hat sich im Land der Magyaren eine ausgereifte Kaffeehauskultur entwickelt. Ungarische Kaffeehäuser sind recht opulent, groß und immer auch Restaurants. Berliner Frühstückscafés haben Evelyn und Julia Csabai erst während ihres Studiums in der deutschen Hauptstadt kennen gelernt.
Bild: Lena Ganssmann
Kaffeehaus-Revolte
"Im sozialistischen Ungarn als Spross einer intellektuellen Familie war das unerhört, das war fast wie eine Revolution, in einem Café zu arbeiten. Die ganzen Jahre, wo ich alles andere gemacht habe, was mit meinem Studium zusammenhing, habe ich irgendwann bemerkt, das was mir am besten gefiel, das war die Arbeit im Café." - Evelyn Csabai
Bild: Lena Ganssmann
Offenheit trifft Weltküche
"Dieser ungarische Schwerpunkt bei Lola, das ist ein leichter Schwerpunkt. Natürlich sind wir Ungarn, natürlich gibt es Gulasch und Palacsinta, aber nicht ausschließlich. Wir setzen so ein bisschen ungarische Akzente, für diejenigen, die das gerne essen möchten, aber wir sind genauso europäisch oder Weltküche wie ungarisch." - Julia Csabai
Bild: Lena Ganssmann
Paprikapulver darf auf keinen Fall fehlen
"Die besten Rezepte, und auch so die Gulaschrezepte, kommen immer von den Omas. Unser Gulaschrezept kommt natürlich auch von der Oma, aber jeder Mensch kocht das Gulasch gerade deshalb unterschiedlich. Also unser Gulaschrezept ist, glaube ich, so ein Konglomerat von mindestens sechs Omis und ihren Rezepten geworden." - Julia Csabai