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Politik

Pakistan eröffnet Schule für Transgender-Frauen

9. Juli 2021

Pakistan gilt als streng konservativ. Transgender-Frauen werden häufig aus dem regulären Bildungssystem gedrängt. Jetzt hat das Land die erste staatlich finanzierte Schule für Transgender-Frauen eröffnet.

 Pakistan I Erste Schule für Transgender-Frauen
Die Transgender-Schule in Multan in Zentralpakistan startete mit insgesamt 18 eingeschriebenen SchülernBild: Asim Tanveer/AP

Der Bildungsminister der Provinz Punjab, Murad Raas, versprach "Bildung für alle", als er die Transgender-Schule in der Stadt Multan in dieser Woche mit 18 Schülern eröffnete. An der Schule unterrichten Lehrer, die selbst Transgender sind.

In Pakistan werden Menschen, deren selbst wahrgenommenes Geschlecht nicht mit den biologischen Geschlechtsmerkmalen übereinstimmt, der Khawaja-Sira-Gemeinschaft zugerechnet. Diese Gemeinschaft ist bereits hunderte Jahre alt.

Schulpersonal "extrem höflich"

Angehörige dieser Gemeinschaft werden häufig von ihren Familien verstoßen und von der Gesellschaft geächtet. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt durch Tanzen, Betteln oder Sexarbeit. 

Das Verhalten der Lehrer in ihren bisherigen Schulen sei beleidigend gewesen, sagte die Schülerin Baby Doll. "Die Jungs haben uns immer gehänselt und sich uns gegenüber schlecht benommen."

Die Lehrer in der neu eröffneten Schule sind selber TransgenderBild: Shahid Saeed Mirza/AP

Das Personal in der neuen Schule sei "extrem höflich", sagte die Schülerin Hania Henny. "Der Unterschied zwischen dem Leben in der Schule und außerhalb ist, dass wir uns hier entspannt fühlen". Die Einrichtung bietet unter anderem Nachmittagsunterricht und eine Berufsausbildung an.

Transgender als Party-Attraktion

In Pakistan gibt es eine engagierte Gruppe von Aktivisten, die sich für Transgender-Rechte einsetzt. Im Jahr 2019 hat der Oberste Gerichtshof des Landes Transgender als drittes Geschlecht anerkannt. Anfang des Jahres wurde in der Hauptstadt Islamabad die erste islamische Religionsschule für Transgender eröffnet.

Dennoch sehen sich Angehörige der Khawaja-Sira-Gemeinschaft weiterhin mit Missbrauch und Stigmatisierung konfrontiert. Häufig werden sie gebeten, Rituale wie die Segnung von Neugeborenen abzuhalten oder sie werden als Attraktion zu Hochzeiten und Partys eingeladen. "Die Leute sehen uns als Mittel der Unterhaltung", sagte Hania Henny.

nob/uh (afp,ap)

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