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KonfliktePakistan

Pakistan: Tote nach Selbstmordanschlag auf Militärquartier

24. November 2025

Der Angriff auf die Militäranlage in Peschawar ist ein weiterer Schlag auf die bereits angespannten Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan. Grenzgefechte haben zuletzt zahlreiche Opfer gefordert.

Vier Sicherheitskräfte mit Waffen und Schutzschild
Polizeieinsatz am Anschlagsort in PeschawarBild: Abdul Majeed/AFP

Bei dem Selbstmordanschlag auf eine Militäreinrichtung in der Stadt Peschawar im Nordwesten von Pakistan sind mindestens drei Menschen getötet worden. Am Hauptquartier der pakistanischen Grenzschutzeinheit seien "drei Mitarbeiter, die am Tor stationiert waren, getötet und vier weitere verletzt" worden, sagte Polizeichef Mian Saeed. Der Anschlag sei am Morgen gegen 8.00 Uhr (Ortszeit) von drei Angreifern verübt worden. Ein Angreifer habe den Sprengstoff gezündet, während zwei weitere von den Sicherheitskräften erschossen worden seien, fügte Saeed hinzu.

Bilal Ahmed, ein Krankenhausmitarbeiter, erzählte der Nachrichtenagentur afp, er sei auf dem Weg zur Arbeit gewesen, als er eine "laute Explosion" vom Grenzschutz-Gelände hörte, das an einer der belebtesten Straßen der Stadt und gegenüber einem Einkaufszentrum liegt.

Kondolenzen von Präsident und Premier

Der Angriff ist laut Polizei beendet. Es werde untersucht, ob sich vor Ort noch weitere nicht explodierte Sprengsätze befänden. Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand.

Pakistans Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Shehbaz Sharif verurteilten den Angriff in Peshawar in getrennten Stellungnahmen. Zardari bezeichnete ihn als "feigen Akt ausländisch unterstützter Terroristen", während Sharif erklärte, die schnelle Reaktion der Sicherheitskräfte habe eine größere Tragödie verhindert. Beide sprachen den Familien der Opfer ihr Beileid aus.

Pakistan und Afghanistan beschuldigen sich gegenseitig

Die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan haben sich in den vergangenen Monaten stark verschlechtert. Tödliche Grenzgefechte im vergangenen Monat forderten mehr als 70 Tote auf beiden Seiten - die schlimmsten Kämpfe zwischen den südasiatischen Nachbarn seit Jahren. Pakistan wirft den pakistanischen Taliban vor, sich seit der Machtübernahme der Taliban 2021 frei in Afghanistan zu bewegen.

Die pakistanische Regierung beschuldigt Afghanistan häufig, grenzüberschreitende Angriffe von Militanten zu ignorieren. Kabul weist die Vorwürfe zurück, doch die Spannungen eskalierten, nachdem Afghanistan Pakistan für Drohnenangriffe am 9. Oktober in Kabul verantwortlich machte und Vergeltung ankündigte. Die anschließenden Kämpfe forderten Dutzende Tote, darunter Soldaten, Zivilisten und Militante, bevor Katar am 19. Oktober einen Waffenstillstand vermittelte, der weiterhin gilt.

fab/pgr (afp, ape, rtr)

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