Papst: Wohlstand verpflichtet zum Einsatz für Gerechtigkeit
28. März 2026
Papst Leo XIV. hat die Einwohner des kosmopolitischen Fürstentums Monaco dazu aufgerufen, ihren Reichtum, ihren Einfluss und ihren katholischen Glauben für das Gute einzusetzen. Dies gelte besonders in einem Moment der Geschichte, "in dem die Zurschaustellung von Macht und die Logik des Machtmissbrauchs der Welt Schaden zufügen und den Frieden gefährden", sagte der aus den USA stammende Papst vom Balkon des Fürstenpalastes.
"Einflussreiche Positionen im Wirtschafts- und Finanzbereich"
Die vielfältige Zusammensetzung der Bevölkerung aus rund 150 Nationen mache Monaco zu einem Mikrokosmos, zu dessen Wohlergehen eine lebendige Minderheit Einheimischer und eine Mehrheit von Bürgern aus anderen Ländern der Welt beitrügen. Viele hätten einflussreiche Positionen im Wirtschafts- und Finanzbereich, zahlreich seien auch die Besucher und Touristen. "Hier zu leben stellt für einige ein Privileg dar und für alle eine besondere Aufforderung, sich nach dem eigenen Platz in der Welt zu fragen", unterstrich der Papst. Der Zwergstaat ist heute vor allem als Steueroase für Wohlhabende bekannt.
Zum Auftakt seines Besuchs war Leo XIV. von Fürst Albert II., Fürstin Charlène und ihren Kindern Gabriella und Jacques sowie weiteren Mitgliedern der Fürstenfamilie Grimaldi im Palast empfangen worden.
Katholizismus ist Staatsreligion
Vor einer jubelnden Menge dankte Albert später auf dem Balkon des Palastes dem Papst für seinen Besuch. Er würdigte die jahrhundertelangen Beziehungen des Fürstentums zur katholischen Kirche. Mehr als 80 Prozent der Monegassen sind katholisch. Monaco ist eines der wenigen Länder weltweit, wo der Katholizismus Staatsreligion ist.
Es ist das erste Mal, dass ein Papst der Neuzeit den kleinen Stadtstaat am Mittelmeer - zwischen Frankreich und Italien gelegen - besucht. Zuletzt machte im Jahr 1538 Paul III. nach spanisch-französischen Friedensverhandlungen in Nizza Station in dem Fürstentum.
Der eintägige Besuch in Monaco ist die zweite Auslandsreise des seit Mai 2025 amtierenden Kirchenoberhaupts. Seine erste Reise führte Leo XIV. Ende November für sechs Tage in die Türkei und den Libanon.
se/haz (kna, ap, afp)
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