Papst Leo ruft zu weltweiter Waffenruhe an Weihnachten auf
24. Dezember 2025
Papst Leo XIV. hat zu einer weltweiten Waffenruhe zu Weihnachten aufgerufen. "Ich erneuere meine Bitte an alle Menschen guten Willens, einen Tag des Friedens zu respektieren - zumindest am Festtag der Geburt unseres Erlösers", sagte das Oberhaupt der Katholiken am Dienstag vor Journalisten in seiner Residenz in Castel Gandolfo nahe Rom.
"Zu den Dingen, die mich sehr traurig machen, zählt die Tatsache, dass Russland offenbar eine Forderung nach einer Waffenruhe abgelehnt hat", sagte der Papst weiter.
Russland hat seit seinem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 eine Waffenruhe mehrfach abgelehnt. Auch bei erneuten Gesprächen über eine mögliche Friedenslösung am Wochenende im US-Bundesstaat Florida blieb ein Durchbruch aus. Vertreter der USA führten dabei getrennte Gespräche mit ukrainischen und russischen Gesandten. Am Dienstag erklärte die Ukraine nach schweren Kämpfen mit russischen Truppen den Rückzug aus der Stadt Siwersk in der Region Donezk.
"Ich hoffe, dass sie zuhören werden und es 24 Stunden Frieden auf der ganzen Welt geben wird", betonte Leo XIV. mit Blick auf die zahlreichen Konflikte weltweit.
Anfang Dezember hatte der Pontifex den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Italien empfangen. Auf die Frage, ob er eine Einladung Selenskyjs zu einem Besuch in der Ukraine annehmen werde, antwortete Leo XIV. später: "Ich hoffe es". Er könne jedoch nicht sagen, wann eine solche Reise möglich sein werde.
Christen weltweit feiern Heiligabend
An diesem Mittwoch feiern Christen weltweit Heiligabend und erinnern an die Geburt Jesu Christi. Für Papst Leo, das Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken, ist es die erste Weihnachtszeit in seinem Amt. Um 22.00 Uhr ist im Petersdom die Christmette mit ihm vorgesehen. Sein Vorgänger Papst Franziskus hatte den Gottesdienst meist bereits am frühen Abend gefeiert.
Auch in Deutschland finden in den Kirchen zahlreiche Gottesdienste statt, teils zu nächtlicher Stunde. In Bethlehem, dem Geburtsort Jesu nach biblischer Überlieferung, wird der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, erwartet. Auch dort ist eine Christmette geplant.
Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu. Wann genau er vor mehr als 2000 Jahren geboren wurde, ist historisch nicht belegt. Die Feier des 25. Dezember als Geburtsfest des Gottessohns ist erstmals für das Jahr 336 in Rom überliefert. In Deutschland wird Weihnachten meist bereits am Vorabend, dem Heiligabend am 24. Dezember, begangen - traditionell auch mit der Bescherung.
pgr/ack (dpa, kna, afp)