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Kriminalität

Chile: Papst nimmt Rücktritte von Bischöfen an

11. Juni 2018

Seit Monaten wird die katholische Kirche in Chile von einem Missbrauchsskandal erschüttert. Nach einem Krisentreffen mit Franziskus hatten alle 34 Bischöfe ihren Rücktritt angeboten, bei dreien sagte der Papst nun ja.

Der bisherige Bischof von Osorno, Juan Barros, und Papst Franziskus (Foto: picture-alliance/AP Photo/CTV)
Mitte Mai noch vom Papst in Rom begrüßt, nun der Rücktritt: Der bisherige Bischof von Osorno, Juan BarrosBild: picture-alliance/AP Photo/CTV

Im Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche in Chile hat Papst Franziskus die Rücktritte von drei Bischöfen angenommen. Es handelt sich um den Bischof von Osorno, Juan Barros (61), von dem der Eklat seinen Ausgang nahm, sowie um Erzbischof Cristian Caro Cordero (75) von Puerto Montt und Bischof Gonzalo Duarte Garcia de Cortazar (75), Leiter des Bistums Valparaiso. Konkrete Gründe für die Personalentscheidungen nannte der Vatikan in seiner Mitteilung nicht.

Ein 87-jähriger Priester im Brennpunkt  

Bereits am Morgen hatte die Erzdiözese Puerto Montt mitgeteilt, dass Papst Franziskus den Rücktritt Caros aus Altersgründen angenommen habe. Er akzeptiere die Entscheidung des Papstes, erklärte Caro. Sie sei in einer "schwierigen Phase" gefallen, sagte er mit Blick auf den aktuellen Missbrauchsskandal in Chiles Kirche. Diese Krise biete allerdings die Chance, sich in Zukunft entschiedener Christus zuzuwenden. Mit Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren sind alle Bischöfe vom Kirchenrecht gehalten, dem Papst ihren Rücktritt anzubieten.

Das Treffen der chilenischen Bischöfe mit Papst Franziskus am 17. Mai im VatikanBild: Reuters/Vatican Media

Die katholische Kirche in Chile wird von einem Missbrauchsskandal erschüttert, der seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Im Brennpunkt steht der inzwischen 87-jährige charismatische Priester Fernando Karadima, der 2011 wegen sexueller Vergehen verurteilt wurde. Aus seinem Kreis als Priesterausbilder gingen mehrere Bischöfe hervor, darunter auch Barros. Karadima, der heute in einem Pflegeheim lebt, bestreitet bislang jedes Fehlverhalten. Opfer Karadimas beschuldigten Barros, von dem Missbrauch gewusst, aber nichts getan zu haben, um ihn zu stoppen. Nach einem Krisengespräch mit Franziskus Mitte Mai hatten alle 34 teilnehmenden Bischöfe aus Chile ihren Amtsverzicht angeboten.

"Drei verdorbene Bischöfe gehen" 

Eines der prominentesten chilenischen Missbrauchsopfer, Juan Carlos Cruz, begrüßte die Entscheidung des Papstes. "Drei verdorbene Bischöfe gehen, und es werden weitere folgen", schrieb er auf Twitter. Für die chilenische Kirche breche eine neue Zeit an. Die "Bande verbrecherischer Bischöfe" sei dabei, sich aufzulösen.

sti/rb (dpa, rtr, kna)

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